15.01.2018 Landwirte setzen auf Digitalisierung

Hightech auf dem Bauernhof

Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge wird die eigene Digitalkompetenz für deutsche Landwirte in Zukunft immer wichtiger werden.

  • Drohnen in der Landwirtschaft

    Drohnen können in der Landwirtschaft verschiedentlich zum Einsatz kommen, etwa um Felder zu kartieren.

  • Bitkom-Studie: Digitalisierung in der Landwirtschaft

    Bitkom-Studie zeigt: Digitalisierung ist eine riesige Chance für die Landwirtschaft.

Roboter melken Kühe, Drohnen kartieren Felder und Sensoren messen den Nährstoffbedarf der Pflanzen: Keine Frage, digitale Lösungen werden die Landwirtschaft in Zukunft immer stärker beeinflussen. Dabei benötigen Landwirte, die vom Potential an zusätzlicher Wertschöpfung profitieren wollen, neben fachlichem Wissen und Können immer mehr Kompetenzen im Umgang mit digitaler Technik.

Diesen Umstand hat laut einer aktuellen Studie die große Mehrheit der Landwirte erkannt. 67 Prozent sind demnach der Meinung, dass Digitalkompetenz in Zukunft genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. Vier Prozent seien der Ansicht, dass sie gar die wichtigste Fähigkeit sein wird. Weitere 28 Prozent gehen dagegen davon aus, dass Digitalkompetenz von untergeordneter Bedeutung sein wird. Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Deutschen Bauernverbands (DBV) unterstützt vom Digitalverband Bitkom unter 850 betriebsleitenden Landwirten. „Digitalisierung ist eine riesige Chance für die Landwirtschaft. Sie schafft neue Aufgaben für Unternehmer wie Beschäftigte, ermöglicht eine etwas flexiblere und mehr auf die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmte Arbeitsgestaltung und bietet die Möglichkeit, die Produktivität zu steigern“, betont Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Die Ausbildung verbessern

Als besonders wichtig erachten jüngere Landwirte bis einschließlich 35 Jahre den Faktor Digitalkompetenz. Hier sagen sogar 84 Prozent aller Befragten, dass digitale Kompetenzen genauso wichtig sein werden wie andere Kompetenzen. Obwohl sie fast alle (87 Prozent) angeben, mit den digitalen Neuentwicklungen in der Landwirtschaft selbst sehr gut oder gut zurecht zu kommen, sehen die jüngeren Befragten im Vergleich zu den älteren Landwirten auf diesem Gebiet in ihren Betrieben die relativ größten Defizite.

So meint beinahe jeder zweite Unter-36-Jährige (46 Prozent), dass der eigene Hof eigentlich mehr Digitalkompetenzen benötigen würde. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) sagt, dass im Rahmen der Ausbildung zum Landwirt zu wenig digitale Kompetenzen vermittelt werden, die später im Arbeitsalltag gebraucht werden. Über alle Altersklassen gesehen ist gut jeder Vierte (27 Prozent) dieser Meinung, 29 Prozent geben an, dass im Betrieb zu wenig Digitalkompetenz vorhanden ist. „Solches Know-how müssen wir bereits in der Schule, in der Ausbildung und an den Hochschulen vermitteln“, fordert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Vor diesem Hintergrund findet am 23. Januar 2018 um 11.45 Uhr auf der Internationalen Grünen Woche eine gemeinsame Diskussionsrunde des Digitalverbands Bitkom und des Deutschen Bauernverbandes statt. Auf der Bühne des Erlebnisbauernhofes (Halle 3.2) wird es um die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung der Landwirtschaft gehen.

Bereits am 22. März 2018 will der Branchenverband auf seiner ersten „Digital Farming Conference“ in Berlin mehr als 150 Entscheidungsträger aus Landtechnikindustrie, Agrar- und Digitalwirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammenbringen, um über den Einsatz digitaler Technologien in der Agrarwirtschaft zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Precision Farming, Robotik, Sensorik und die vernetzte Landwirtschaft. Die Veranstaltung ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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