Den Zahlungsmittelbestand im Blick

Hilfe durch weltweites Liquiditätsmanagement

Im Interview betont Jörn Struck, Geschäftsleitung ERP und Smart Business bei der Wilken GmbH, dass eine Liquiditätsmanagement-Lösung den Zahlungsmittelbestand und die anstehenden Zahlungsströme aktuell und vollständig darstellt.

Jörn Struck, Wilken

„Ein modernes Liquiditätsmanagement sollte immer sowohl die in- als auch ausländischen Kunden im Blick haben“, so Jörn Struck, Geschäftsleitung ERP und Smart Business bei der Wilken GmbH.

ITM: Herr Struck, inwieweit ist grenzüberschreitendes, interkulturelles bzw. weltweites Liquiditätsmanagement auch für mittelständische Unternehmen ein Thema? Und welche Bedeutung messen sie dem Thema bei?
Jörn Struck:
Unternehmen haben zunehmend Probleme, das zur Darstellung der finanziellen Situation benötigte Zahlenmaterial ad hoc verfügbar zu haben. Dies wird u.a. durch viele und unterschiedliche Datenquellen sowie verschiedene operative Systeme verursacht. Abweichende gesetzliche oder regulatorische Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern vergrößern diese Problematik zusätzlich. Gerade für mittelständische Unternehmen ist es aber wichtig, die Zahlen schnell und effizient zur Verfügung zu haben, um zeitnah handeln und reagieren zu können. 
Denn die Liquidität ist eine notwendige existenzielle Voraussetzung für jedes Unternehmen und daher grundsätzlich von überragender Bedeutung. Über differenzierte Prognoseverfahren für die Zahlungsflüsse lassen sich darüber hinaus Länderspezifika oder kulturelle Unterschiede abbilden.

ITM: Wie können sich Unternehmen einen Überblick über die eigenen Finanzmittel und Geldgeschäfte verschaffen, wenn sie z.B. weltweite Standorte besitzen?
Struck:
Zunächst müssen die benötigten Rohdaten automatisiert aus den relevanten operativen Systemen extrahiert und für die Auswertungen zusammengeführt werden. Für die weitere Aufbereitung bietet sich ein Business-Intelligence-Tool an, wie es auch im Wilken-Liquiditätsmanagement verwendet wird. Die Finanzsituation des Unternehmens kann damit in variablen Summierungsstufen aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert werden, dabei lassen sich einzelne Standorte oder Länder in den Fokus setzen.

ITM: Inwieweit kann eine Liquiditätsmanagement-Lösung hierbei für Transparenz sorgen?
Struck:
Eine Liquiditätsmanagement-Lösung stellt den Zahlungsmittelbestand und die anstehenden Zahlungsströme aktuell und vollständig dar. So können Liquiditätsengpässe oder -überschüsse rechtzeitig erkannt und zeitnah gezielte Maßnahmen ergriffen werden. Über eine Drill-Down-Funktionalität kann zu jeder Zahl der zugrundeliegende Geschäftsvorfall oder das angewandte Prognoseverfahren angezeigt und zugeordnet werden. Dies ist wichtig und hilfreich, um die Zahlen richtig zu interpretieren.

ITM: Welche Voraussetzungen muss der Anwender erfüllen, damit die Software einwandfrei funktioniert?
Struck:
Grundsätzlich keine besonderen, da sich beispielsweise bestehende Umgebungen in unsere Lösung, dank ihrer BI-Funktionen, problemlos einbinden lassen.

ITM: Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines entsprechenden Anbieters plus Lösung achten? Was sind die heutigen Anforderungen an ein modernes Liquiditätsmanagement?
Struck:
Der Anbieter einer Liquiditätsmanagement-Lösung sollte eine hohe Expertise im Bereich des operativen Debitoren- und Kreditorenmanagements besitzen. Die Anwendung an sich sollte mit modernen BI-Funktionalitäten ausgestattet sein, um alle relevanten Daten aus unterschiedlichen Datenquellen automatisiert extrahieren und aufbereiten oder auch weitere operative Systeme einfach integrieren zu können. Denn wichtig ist dabei, den Zahlungsmittelbestand und die anstehenden Zahlungsströme aktuell und vollständig darzustellen. Die Zahlen und Fakten müssen zur schnellen Analyse und Interpretation zielgerichtet und anschaulich darstellbar sein. Die Analyse-Ergebnisse sollten in der Folge automatisiert und regelmäßig an das jeweilige Finanzmanagement verteilt werden können.

ITM: Inwieweit kann eine Liquiditätsmanagement-Lösung dem Anwender auch dabei helfen, ausstehende Forderungen bei ausländischen Kunden im Blick zu behalten?
Struck:
Ein modernes Liquiditätsmanagement sollte immer sowohl die in- als auch ausländischen Kunden im Blick haben, da es hier aus reiner Finanzsicht generell keine Unterschiede gibt. Da das prognostizierte Zahlungsverhalten nach unterschiedlichsten Kriterien bis hin zu kundenindividuellen Regelungen differenziert administriert werden kann, lassen sich auch etwaige Spezifika von ausländischen oder speziellen Kunden berücksichtigen.

ITM: Welche Stolpersteine können den Zahlungsfluss über Ländergrenzen hinweg grundsätzlich ins Stocken bringen? Sind die Ursachen eher beim Rechnungssteller, -empfänger oder Übermittler zu suchen?
Struck:
Neben unterschiedlichen Vorgaben – wie etwa den Ausführungsfristen im SEPA-Zahlungsverkehr bei der Übermittlung der Zahlungen – können auch unterschiedliche „Dialekte“ der Datenträgerformate des Übermittlers zu Verzögerungen führen.

ITM: Wie können sich Mittelständler grundsätzlich gegen Forderungsausfälle und generelle Liquiditätsengpässe schützen, um nicht in Finanznot zu geraten?
Struck:
Die Dienstleistungen von Auskunfteien stellen vor allem für Mittelständler ein probates Mittel dar, um bereits im Vorfeld einer kaufmännischen Transaktion das Risiko eines Ausfalls zu senken. Eine moderne Liquiditätsmanagement-Lösung erlaubt zusätzlich einen schnellen Blick auf den aktuellen und künftigen Finanzstatus.

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