1. FC Kaiserslautern mit neuer IT-Infrastruktur

Hochleistungsnetzwerk im Stadion

Um im Stadion Betzenberg die ­Hochverfügbarkeit der Infrastruktur ­während der Spieltage zu gewähr­leisten, ließ der 1. FC Kaiserslautern das Netzwerk modernisieren.

  • Seit über 100 Jahren schlägt „Das Herz der Pfalz" hoch oben auf dem Betzenberg in Kaiserslautern.

  • Bei der Fußball-WM 2006 war das Fritz-Walter-Stadion Austragungsort für fünf Spiele.

  • Ein Fußballstadion wie der Betzeberg in Kaiserslautern stellt besondere Anforderungen an die IT; diese wurde mit einer neuen Neztwerkinfrastruktur auf den neuesten Stand gebracht.

Ein Fußballstadion wie der Betzenberg in Kaiserslautern ist eine besondere Umgebung – davon können nicht nur die Gegner der „Roten Teufel“ ein Lied singen. Auch die IT ist ungewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt, die ihr kontinuierlich zu schaffen machen. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 entwickelt, war die Netzwerkinfrastruktur in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Eine ­Herausforderung waren die heterogene Systemumgebung sowie eine fehlende Rechtestruktur für Benutzer und Benutzergruppen.

Hohe Performance und Hochverfügbarkeit für die Spieltage, an denen Hochbetrieb für die technische Infrastruktur herrscht, waren beim Aufbau des Netzwerkes die wichtigsten Ziele. So muss beispielsweise die Sicherheit der Stadionbesucher mithilfe von Videoüberwachung gewährleistet werden, der Katastrophenschutz und das Rote Kreuz sind zu koordinieren und die Ticketing-Server und Einlasskontrollen müssen nach einem exakten Zeitplan funktionieren. Nicht minder wichtig ist der fehlerfreie Betrieb von Lautsprecheranlage, Haustechnik und Voice-over-IP-basierter Telefonie. „Wenn 40.000 Menschen ins Stadion strömen, müssen alle Komponenten reibungslos ineinander­greifen“, sagt Marco Stenger, Geschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern.

Neue Infrastruktur parallel eingeführt

Als Technologielieferanten für das neue Netzwerk entschieden sich der 1. FC Kaiserslautern und der ­IT-Dienstleister Prego Services für den Hardware­-An­bieter Allied Telesis. Weil das Netzwerk der Roten Teufel nicht einfach ab- und wieder angeschaltet werden konnte, wurde die neue Infrastruktur parallel eingeführt und die neuen Komponenten wurden schrittweise in Betrieb genommen. So wurden zunächst die beiden Cores aufgebaut, zwei AT-X900/24XS-Gigabit-Ethernet-Switches, die per 4-Gigabit-Portchannel-Leitung miteinander verbunden wurden. Zu den Stärken dieser Switches zählt, dass sich individuelle Einstellungen für Serviceressourcen vornehmen lassen. Daneben bieten sie eine hohe Verfügbarkeit sowie Quality-of-Service-Funktionen und unterstützen Wirespeed-IPv4- sowie Wirespeed-IPv6-Routing.

In einem nächsten Schritt erfolgte dann die Einrichtung der Access-Switches. Zum Einsatz kommen ­Switches der Serie AT-8000S/24 mit POE und ohne POE in den Außenverteilern sowie Geräte vom Typ AT-x610-48Ts mit POE+ für die Telefonie innerhalb des Stadions. Um die erforderliche Hochverfügbarkeit zu erreichen, sind sämtliche Access- und Server-Switches doppelt vorhanden. Darüber hinaus wurden redundante Wege von den Switches zu den beiden Cores gelegt, die räumlich getrennt in der Süd- sowie Nordtribüne des Stadions untergebracht sind.

Videoüberwachung per IP-Streaming möglich

Die neue Netzwerkinfrastruktur ermöglicht es den Ordnungskräften am Betzenberg, eine hochauflösende Videoüberwachung des kompletten Sta­dions per Mobotix-Kameras durchzuführen. Dabei können sie Einzelbilder generieren, etwa um randalierende Fans zu identifizieren und Tathergänge nachzuvollziehen. Dabei wird alles per IP im Netz gestreamt. Überwacht wird das Netzwerk am Standort des IT-Dienstleisters in Ludwigshafen. Den Verantwortlichen dort stehen dafür jederzeit Informationen über den aktuellen Zustand der einzelnen Netzwerkkomponenten zur Verfügung. Bahnt sich beispielsweise die Überlastung einer CPU an, wird dies auf einem Kontrollmonitor angezeigt und der IT-Dienstleister kann rechtzeitig reagieren, bevor es zu einem Totalausfall kommt. Nach eine kurzen Implementierungsphase – das Projekt konnte während der Sommerpause der Bundesliga realisiert werden und am ersten Spieltag der neuen Saison war eine uneingeschränkte Netzverfügbarkeit sichergestellt – verfügt der Betzenberg nun über ein modernes Netzwerk für rund 100 Anwender.


1. FC Kaiserslautern
Gründung:
1900 lt. Satzung; 1946 Wiedergründung
Stadion:
Fritz-Walter-Stadion, ehemals Stadion auf dem Betzenberg
Plätze:
49.780 (15.426 Steh-, 34.354 Sitzplätze)
Liga:
2. Bundesliga
www.fck.de

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