Der Mensch macht den Prozess

„Human Workflow“ im Geschäftsprozessmanagement

Auch innerhalb mittelständischer Unternehmen galt IT-gestütztes Geschäftsprozessmanagement (BPM) jahrzehntelang als Garant für Effizienz und Produktivität. Mit „Human Workflow“ ändern sich die Spielregeln: Der Mensch und seine gelebten Arbeitsabläufe rücken in den Mittelpunkt.

Traditionelle BPM-Tools in ihrer Zielsetzung komplett zu verteufeln, wäre falsch. Sie erfüllen immerhin einen entscheidenden Zweck zwischen IT und Business: Die Tools fungieren als eine Art Meta-Anwendung, die eine Prozess-Schicht über bestehende Geschäftsanwendungen legen und dabei automatisiert Abläufe mit Prozess-Schritten verknüpfen. Damit geben sie den Mitarbeitern Abläufe vor, die immer akribisch zu befolgen sind. Beispiele dafür sind Angebotsfreigaben oder auch Genehmigungen, die immer wieder nach demselben Schema bearbeitet werden müssen, u.a. auch, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten.

Sobald aber vielschichtige, unvorhersehbare Aufgaben, wie das Management des Kundenservices, Umgang mit Beschwerden, Projektbearbeitung oder dynamische Marketingplanungen, hinzukommen, gerät ein starres Prozessvorgehen schnell an seine Grenzen, wirkt im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv. Denn die IT-Systeme zur Unterstützung der geschäftlichen Abläufe sind eher auf Prozesseffizienz denn auf strategische Agilität getrimmt.  Dass diese Effizienz in vielen Bereichen trügerisch ist, zeigt sich schon an ganz simplen Herausforderungen im Arbeitsalltag. Ein Angebot eines Dienstleisters muss durch einige Fachbereiche, um schließlich genehmigt oder freigegeben zu werden. Dieser Prozess ist meist vorgegeben und wird von allen Beteiligten per zugeordnetem Task befolgt. Entsteht situationsbedingter Kommunikationsbedarf, beispielsweise durch unvorhersehbare Rückfragen zum Inhalt des Angebots, muss der Prozess verlassen werden und  bisherige Abläufe geraten ins Wanken. Warum?

Der „Human Workflow“ gibt hier den Takt an und setzt mit der Ausgestaltung seiner gelebten Arbeitsabläufe ganz neue Maßstäbe für Effizienz. Für die BPM-Geschäftsprozesse und Abläufe bedeutet diese Entwicklung, dass auf einen neuartigen Kommunikationsmix, synchron wie asynchron, reagiert werden muss, möchte ein Unternehmen dauerhaft seine Kunden und Mitarbeiter zufriedenstellen.

Kollaborative Softwareplattformen setzen klassisches BPM unter Druck

Zwar bietet die IT-Industrie seit Jahren vielfältige Lösungen für Business Process Management an, aber nur wenige sind bisher in der Lage, dynamische Arbeitsprozesse aus dem Handeln des Mitarbeiters heraus zu integrieren. Dass der Druck auf klassisches Business Process Management in Richtung Flexibilisierung immer größer zu werden scheint, liegt sicherlich auch zum Teil am Einzug kollaborativer Softwareplattformen in Unternehmen. Denn diese vernetzte Zusammenarbeit in der Praxis bestätigt, wie wichtig es ist, allzu starre BPM-Prozesse auf deren Unterstützung der gelebten Arbeitswirklichkeit hin zu untersuchen. 



Unterstützen BPM-Prozesse die gelebte Arbeitswirklichkeit?

  • Effizienz der Mitarbeiter der Effizienz des Prozesses gegenüberstellen (Personalkosten sind höher als Sachkosten und rechtfertigen diesen Schritt)
  • Angewandte Prozesse auf häufige Unterbrechungen des Kommunikationsflusses und Medienbrüche hin untersuchen
  • BPM-Umgebungen auf die Unterstützung und Integrierbarkeit mobiler Arbeitsweisen und moderner Kommunikationsformate (z.B. Chats, Diskussionen) hin untersuchen
  • Bei dieser Integrierbarkeit Schnittstellenmanagement und Pflegeaufwände berücksichtigen
  • Ausdifferenzierung zwischen hochautomatisierbaren und dynamisch zu haltenden Workflows prüfen

Quelle: www.comindware.com/de

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok