DCIM-Tools decken ungenutzte RZ-Ressourcen auf

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Lösungen wie Data-Center-Infrastructure-Management-Tools (DCIM) sollen verantwortliche Rechenzentrumsleiter dabei unterstützen, ungenutzte RZ-Ressourcen aufzuspüren und schließlich zu nutzen.

Serverräume und Rechenzentren (RZ) sind in der mittelständischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Problematisch dabei ist, dass einzelne RZ-Komponenten wie Lüftung, Kühlung, Anzahl und Art der Rechner bzw. Router kaum aufeinander abgestimmt sind. Allein die Faktoren Kühlung und Lüftung verbrauchen in einem typischen Rechenzentrum durchschnittlich mehr als 50 Prozent der Energie. Vor allem in diesen Bereichen und durch den Einsatz entsprechender Kühl-/Lüftungskonzepte lassen sich Energiekosten einsparen. Sie zu reduzieren geht dennoch nur, wenn mittels permanenter Überwachung sichergestellt ist, dass ausreichend gekühlt wird.

Erfassung der Verbräuche

Die hohe Kunst des Energiekostenmanagements liegt in der sinnvollen Abstimmung aller Komponenten und deren Leistung. Dies beinhaltet auch Optimierungen der Rechenbelastung von bestimmten Servern vor dem Hintergrund der entstehenden Wärmeabgabe. In der Regel besitzt ein Rechenzentrum eine eigene Abteilung bzw. einen Verantwortlichen für das Energiemanagement. Der oder die Mitarbeiter sind verantwortlich für die Erfassung und Zuweisung aller Energieverbräuche im Rechenzentrum. Sie erstellen ein Konzept zur Definition, Herstellung und Sicherung der Energieeffizienz. Auch entwickeln sie im Rahmen des Energiemanagements einen Plan, der Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz vorschlägt. Entsprechende Daten werden meist in einer Energy Management Database (EMDB) gesammelt und bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Die EMDB kann als eigenständige Datenbank, als Teil eines Energie-Management-Systems oder als Erweiterung eines DCIM-Tools aufgesetzt werden.

Existieren derart verlässliche Daten nicht, kann es vorkommen, dass die Rechenzentrumsleitung mit einer Überdimensionierung von verschiedenen Ressourcen (Server, Speicher, Strom, Kühlung etc.) reagiert. Die Folge ist nicht selten eine Redundanz von 50 Prozent über der erforderlichen Spitzenkapazität. Denn wenn die „scheinbar“ aktuelle Kapazität des RZ bald an ihre Grenzen stößt, entscheiden sich Firmen möglicherweise für neue Investitionen in Millionenhöhe, um die Kapazität zu erweitern – nicht wissend, dass das bestehende RZ bereits über 25 bis 50 Prozent an ungenutzter Kapazität verfügt.

DCIM als Schlüssel

Hervorgegangen aus der Tatsache, dass die Verwaltung großer Gebäude immer komplexer wird und die Energieressourcen immer limitierter, entwickelte sich schließlich eine neue Kategorie von Software: sogenannte DCIM-Lösungen. Mit deren Hilfe soll es möglich sein, die Verwaltung der Rechenzentrumsinfrastruktur zu erleichtern. Zu den grundlegenden Zielen einer DCIM-Software zählt die Steigerung der Betriebssicherheit und Betriebseffizienz. Die Tools sollen es ermöglichen, alle physischen Rechenzentrumsanlagen zu identifizieren, zu lokalisieren, zu visualisieren und zu verwalten. Daraus resultierende Trendanalysen schaffen Planungssicherheit.

Eine DCIM-Software, wie etwa „dcTrack“ von Raritan, fasst alle Informationen in einer zentralen Datenbank zusammen. Mit Unterstützung von Rechenzentrumsexperten errichten Administratoren so eine zentrale Plattform, mit deren Hilfe das gesamte RZ-Personal alle Anlagen überwacht und visualisiert. Eine geeignete Lösung soll Administratoren zudem einen transparenten Einblick in alle Rechenzentrumsgeräte und in deren Verbindungen untereinander gewähren. Aus der Analyse der erfassten Daten ergeben sich die entsprechenden aktuellen Auslastungen oder existierende freie Kapazitäten – und ein oft unerwartet hohes Stromeinsparpotential.

 

DCIM-Tools ...
... sollen den Administrator in erster Linie bei seinen täglichen Aufgaben unterstützen und grundlegende, immer wiederkehrende Fragen beantworten, die in einem typischen Rechenzentrum ständig gestellt werden:

  • Welche Server stehen zur Verfügung, wo befinden sie sich und welche Funktion haben sie?
  • Wie viel Kapazität wird genutzt, welche Anwendungen werden auf den Servern ausgeführt?
  • Wie werden diese Server mit Strom versorgt und wie viel Strom verbrauchen sie?
  • Wie sind die Server mit welchen Netzwerken verbunden?
  • Nähern sich einige Server den Energie- oder Wärmeschwellenwerten, so dass ein Ausfall der Server droht?
  • Steht eine aktuelle Übersicht über die Energieketten-, Netzwerk- und Serverabhängigkeiten zur Verfügung?
  • Sind die Strom- und Netzwerkverbindungen ausreichend, um in diesem Serverschrank weitere Server unterzubringen?
  • Wo stehen derzeit im Rechenzentrum ausreichend Raum-, Energie- und Kühlkapazitäten bereit, um neue Server/Serverschränke zu implementieren?

Quelle: Raritan

Bildquelle: © iStockphoto.com/Sami Suni

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