Consumability-Konzept kann helfen

In 6 Schritten zur richtigen Monitoring-Software

Der Betrieb mittelständischer IT-Infrastrukturen hängt meist an einzelnen Administratoren oder kleinen IT-Teams. Eine unterstützende Monitoring-Software verspricht Entlastung. Doch die große Auswahl am Markt erdrückt viele Entscheidungsträger. Hier kann das Konzept der „Consumability“ helfen, um in wenigen Schritten eine passende Lösung zu evaluieren.

In 6 Schritten zur richtigen Monitoring-Software

Mittelständler haben meist keine Spezialisten oder gar ganze Teams, die sich um einzelne Teilbereiche der IT kümmern. Vielmehr muss die Überwachung der Infrastruktur zusätzlich zu allen anderen Aufgaben miterledigt werden. Das bedeutet oftmals, dass kein oder nur unzureichendes Monitoring stattfindet und reagiert statt agiert wird: Erst wenn Probleme auftauchen, wird nach Lösungen gesucht. Doch die Fehlersuche und -behebung binden kostbare Ressourcen. Monitoring kann dies verhindern, indem es die gesamte Infrastruktur im Auge behält und rechtzeitig warnt, bevor Probleme auftreten. Entscheidend ist allerdings, dass die eingesetzte Monitoring-Software den Administrator möglichst weitgehend bei seiner täglichen Arbeit entlastet, statt ihm zusätzliche Arbeitslast aufzubürden. Das erfordert eine sorgfältige Evaluierung bei der Auswahl der richtigen Lösung.

Schritt für Schritt


Die gründliche Suche kostet Zeit, was bei vielen Administratoren ein knappes Gut ist. So richtet sich das Hauptaugenmerk bei der Software-Evaluierung meist auf wenige, zentrale Aspekte wie Funktionsumfang, Preis und Benutzerfreundlichkeit.

Hier kommt „Consumability“ ins Spiel. Den Begriff kannte man bisher aus der Produktentwicklung, konzipiert von IBM. Darüber hinaus hat sich dieses Konzept aber nie wirklich durchgesetzt. Das verwundert, denn Consumability kann bei der Evaluierung eines Produkts hilfreich sein. Das Konzept beschreibt die Nutzererfahrung mit einem technischen Produkt über dessen gesamte Lebensdauer:

 

Checkliste zur Evaluierung einer Monitoring-Software

Im Folgenden zeigt eine Checkliste auf, worauf man bei der Evaluierung nach Consumability-Kriterien besonders achten sollte:

1. Vorab-Evaluierung
› Ist eine Testversion der Software ohne große Hürden verfügbar?
› Finden sich technische Informationen und bietet der Hersteller Support während der Testphase?
› Werden Lizenzierung und Preis transparent dargestellt?

2. Akquise
› Ist das Lizenzierungsmodell verständlich und nachvollziehbar?
› Lässt sich der Preis einfach ermitteln und passt er zu meinem Budget?
› Welche Folgekosten (Software-Wartung, Updates) muss man einplanen?

3. Inbetriebnahme
› Bietet die Software automatische Unterstützung bei der Installation
(Auto-Discovery, Empfehlungen …)?
› Gibt es eine API, um auch nicht standardisierte Geräte und Applikationen anzubinden?
› Muss man nur eine Software installieren/einrichten, oder handelt es sich bei der Lösung um ein Konglomerat zahlreicher Einzelapplikationen?

4. Betrieb und Nutzung
› Bietet die Lösung die benötigte Funktionalität?
› Ist die Lösung einfach und intuitiv zu bedienen?
› Lassen sich einfach individuelle Übersichten generieren?

5. Problembehebung
› Wie erfahren ist der Hersteller der Monitoring-Lösung (Stichwort: Produktreife)?
› Bietet der Hersteller umfassenden und kompetenten Support?
› Stellt der Hersteller regelmäßige Bugfixes bereit?

6. Wartung

› Wird die Software vom Hersteller kontinuierlich weiterentwickelt?
› Führt die Software Updates selbstständig durch?
› Kann die Software mitwachsen, sprich sind Upgrades einfach durchführbar?

Quelle: Paessler AG

 

Vor dem eigentlichen Evaluierungsprozess gleicht der erste Schritt einer Art „Vorab-Evaluierung“: Schon beim ersten Blick auf die Webseite der Hersteller lässt sich mit wenigen Fragen feststellen, ob eine gründlichere Evaluierung unkompliziert über die Bühne gehen wird oder ob sich hier schon erste Hürden auftun:

  • „Sind Preise und Lizenzmodell einsehbar oder benötigt man einen Berater, um die geeignete Version und den Preis zu ermitteln?“
  • „Kann man sich auf der Webseite einen Überblick über Funktionsumfang und technische Details verschaffen, oder findet man dort nur abstrakte Lösungsvorschläge?“
  • „Steht eine Testversion zum Download bereit, oder muss man sich zuerst an das Vertriebsteam des Herstellers oder einen Partner wenden?“

Zeigen sich bereits im Vorfeld der eigentlichen Evaluierung zahlreiche Hürden auf, kann Zeit gespart werden, indem solche Lösungen von vorneherein aussortiert werden.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

 

 

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