Befragung erkennt Defizite

Industrie 4.0: Arbeitnehmer tappen im Dunkeln

56 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland wissen kaum, was sich hinter den Bezeichnungen Digitalisierung und „Industrie 4.0“ versteckt. Dies brachte kürzlich eine Befragung von HR-Führungskräften sowie 1.000 Arbeitnehmern durch die Personalberatung Rochus Mummert zutage.

Im Rahmen der Erhebung räumte sogar jeder dritte Arbeitnehmer ein, noch nie von den Begriffen gehört zu haben. Ein wichtiger Grund: Auch in den Chefetagen der Unternehmen herrscht auf diesem Feld viel Unsicherheit, so ein weiteres Ergebnis der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“. Doch nicht nur für Arbeitnehmer sind anstehende Umbrüche in der Arbeitswelt bisher Neuland. „Auch die Antworten der befragten Führungskräfte zeigen, dass derzeit nur jedes zweite Unternehmen die Digitalisierung wirklich auf der Agenda hat“, berichtet Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe.

Sind sie in ihrem Beruf schon mit dem Thema „Industrie 4.0“/Digitalisierung in Berührung gekommen?

  • Ja, bei meinem derzeitigen Arbeitgeber wird es – zumindest in einzelnen Bereichen – bereits umgesetzt -> 14 %   
  • Ja, aber bei meinem derzeitigen Arbeitgeber befindet es sich noch in der Beobachtungs- und Testphase -> 13 %   
  • Nein, aber ich weiß recht gut, worum es bei diesem Thema geht -> 17 %   
  • Nein, und ich weiß auch nur ungefähr, worum es bei diesem Thema geht -> 23 %   
  • Ich kann mit dem Thema „Industrie 4.0“/Digitalisierung nichts anfangen bzw. kenne die Begriffe gar nicht -> 33 %   

Entsprechend wenig wird das Thema Digitalisierung in Deutschlands Unternehmen auch gegenüber den Mitarbeitern kommuniziert. Selbst Firmen, die sich bereits auf der Reise in die digitale Zukunft befinden, haben offenbar noch Nachholbedarf. So sagen nur 14 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass ihr Arbeitgeber schon damit begonnen hat, Digitalisierungs- bzw. Industrie-4.0-Projekte zumindest teilweise umzusetzen. Dabei genießt bei immerhin knapp einem Drittel der Unternehmen der Aufbau eines intelligenten Wertschöpfungsprozesses in der Geschäftsleitung bereits oberste Priorität.

Die Annahme, Veränderungen in der Arbeitswelt wären nur für ältere Mitarbeiter ein Problem und würden sich damit quasi in ein paar Jahren in Luft auflösen, könnte sich als Irrtum herausstellen. Denn wie die Studie belegt, ist der Wissensstand zum Thema Digitalisierung nahezu unabhängig vom Alter. „Drei Viertel der befragten Unternehmen sehen in der Digitalisierung Chancen für ihr Unternehmen“, so Schlipat. „Wer allerdings glaubt, gerade beim Personal auf Zeit spielen zu können, läuft Gefahr, genau diese Chancen zu verpassen.“

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