Internet der Dinge

IoT für die Industrie – der Mittelstand sucht Lösungen

Warum kann ein Vendor Lock-in, also ein Anbindeeffekt an einen Anbieter beim Cloud Computing, für Industrial-IoT-Projekte zum Risiko werden und worauf ist dabei zu achten?

Schloss am Zaun befestigt

Unter einem Lock-in-Effekt versteht man die enge Kundenbindung an Produkte bzw. Dienstleistungen oder an einen Anbieter.

Der industrielle Mittelstand in Deutschland genießt international einen hervorragenden Ruf. Um auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen immer mehr Unternehmen aus dem Industriebereich auf das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), um ihre Maschinen und Anlagen mit digitalen Services zu ergänzen. Laut einer aktuellen Untersuchung von Crisp Research sind gut drei Viertel der befragten Unternehmen bereits dabei, eine entsprechende Strategie umzusetzen.

Im vermeintlich sicheren Hafen

Was die Studie ebenfalls deutlich macht: Lösungen selbst zu programmieren, kommt für die meisten kaum in Frage. Stattdessen tendieren Entscheidungsträger zu „Buy and Create“, sprich dem Einkauf einer Lösung und ihrer entsprechenden Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens. Auf der Suche nach der passenden Lösung sollten Mittelständler dabei zwei wichtige Aspekte beachten.

Vendor Lock-in vermeiden

Da der Markt für Lösungen recht unübersichtlich ist, flüchten sich Unternehmen in den vermeintlich sicheren Hafen der großen Systemintegratoren, die mit dem Versprechen locken, eine Vielzahl von Aufgaben abzudecken. Das kann langfristig jedoch zu einem Abhängigkeitsproblem führen. Werden nämlich IoT-Lösungen der großen Anbieter eingekauft, so stützen sich diese meist auf bestimmte Cloud-Dienste bzw. sind an diese gebunden. Zudem schränkt die fehlende Interoperationalität einer vermeintlichen Komplettlösung den Mittelstand ein.

So bieten nur sehr wenige Anbieter Traffic Routing auf Edge- und Cloud-Level an, was dazu führt, dass Datensilos und Data-Lock-ins entstehen. Das ist vor allem dann ein Problem, wenn beispielsweise Anlagen- oder Maschinenbauer ihre Produkte mit einer digitalen Whitelabel-Lösung weiterverkaufen möchten. Beides führt dazu, dass sich Unternehmen im schlimmsten Fall jahrelang an eine Lösung binden müssen, ohne dass sie in der Lage sind, Dienste von anderen Anbietern integrieren oder den Wechsel auf ein anderes System vollziehen zu können.

Out-of-the-Box-Lösungen

Desweiteren ist die Anpassung von „Buy and Create“-Lösungen oft komplex und benötigt eigene IT-Abteilungen und Personal mit umfangreichen Programmierkenntnissen. Was für große Corporates mit entsprechenden Entwicklerteams kein Problem darstellt, kann für Mittelständler schnell zur Herausforderung werden. Bei der Suche nach einer passenden Lösung sollten Unternehmen daher darauf achten, dass diese auch von Mitarbeitern ohne umfangreiche IT-Kenntnisse betreut werden kann. Hier bieten sich „Out-of-the-Box“-Lösungen an, die sich innerhalb weniger Tage implementieren lassen.

*Der Autor ist CEO der Senseforce GmbH

Bildquelle: Gettyimages/iStock

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