Industrielle Anwendungen im Fokus

Ist 5G der Schlüssel zur Zukunft?

Die Tür zur drahtlosen Breitbandtechnologie 5G steht seit Anfang Juli offen. Nach einer langwierigen Frequenzversteigerung, die dem Staat 6,6 Mrd. Euro in die Kassen gespült hat, steht fest: Die Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und Drillisch (1&1) haben das Rennen gemacht.

Smartphone mit 5G Signal

Derzeit stehen in Deutchland nur 25 Stationen zum Senden von 5G-Signalen zur Verfügung.

Die Einnahmen aus der Frequenzversteigerung will der Bund in einen Investitionsfonds stecken, der in eine öffentliche Förderung von Glasfaseranschlüssen und in die digitale Infrastruktur von Schulen fließen soll.

Da dem neuen Kommunikationsstandard auf „IEEE 802.11ac“-Basis zuverlässig hohe Kapazitäten, eine deutlich höhere Geschwindigkeit als die des Vorgängers 4G (LTE) und Reaktionszeiten, die nur bis zu einer Millisekunde betragen sollen, nachgesagt werden, sind die mit 5G verbundenen Hoffnungen sehr groß. Es stellt sich nur die Frage, wie und ob der Mittelstand von dieser neuen Errungenschaft profitiert.

Chance für den Mittelstand

Anders als bei den bisherigen Standards liegt der Fokus bei 5G nicht auf dem Endverbraucher, sondern auf industriellen Anwendungen. Gerade in den Feldern Industrie 4.0, Logistik und autonome Mobilität ergeben sich viele Möglichkeiten. Für den Mittelstand ist das 5G-Netz und seine verzögerungsfreie Kommunikation daher die Basis für neue digitalisierte Geschäftsmodelle.

In der Produktion sind dank schneller Übertragungsraten neue Prozesse möglich. In einer Fabrik, in der alle Geräte im Internet of Things (IoT) miteinander vernetzt sind, können Kabel durch mobile Roboter ersetzt werden. Im Verständnis von Predictive Maintenance ist eine routinemäßige und vorbeugende Wartung möglich, ebenso wie die selbstständige Nachbestellung von Ersatzteilen. Mit anderen Worten: 5G ermöglicht eine erhebliche Effizienzsteigerung.

Kommt aber von diesem Segen auf der „grünen Wiese“, dem Standort vieler Mittelständler, etwas an? Nach dem Acht-Punkte-Plan der Telekom für 5G schon: So will der Bonner Konzern bis 2025 insgesamt 99 Prozent der Deutschen und 90 Prozent des Landes mit 5G versorgen. Vodafone, der Mitte Juli als erster Anbieter an den Start gegangen ist, stehen in Deutschland derzeit gerade mal 25 Stationen zum Senden von 5G-Signalen zur Verfügung. Da ein Sendemast nur eine Reichweite von 500 bis maximal 1.000 Meter hat, müssen die Marketing-Versprechen der Netzanbieter wohl ein wenig relativiert werden.

Wer außerdem glaubt, dass mit 5G auch die Funklöcher verschwinden, wird ebenfalls enttäuscht. Denn 5G bringt keine zusätzliche Netzabdeckung. Sicher ist, dass 5G eine wichtige Grundlage für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Als Basis für IoT wird es die Digitalisierung der Unternehmen vergleichbar einem Katalysator vorantreiben. Wer nicht möchte, dass ihm die Tür vor der Nase zufällt, ist daher jetzt gefordert, Initiative zu zeigen. Denn ohne die Visionen und kreativen IT-Projekte ist 5G nur halb so viel wert!

Bildquelle: GettyImages

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