Die Zukunft der Arbeit

Ist KI ein Job-Killer?

Ob der Terminator, iRobot oder Ex Machina – Hollywood lässt das Publikum gerne glauben, dass Roboter und Künstliche Intelligenz (KI) für das Böse stehen und stets das Ziel verfolgen, die Menschheit auszulöschen. Mit deren zunehmendem Einzug in den realen Arbeitstag kam eine weitere negative Sichtweise hinzu: Roboter werden Arbeitsplätze stehlen und die Arbeitslosenquote nach oben treiben.

Frau sitzt m Tablet, Mitarbeiterin im Büro

Manuelle Prozesse werden automatisiert, um die Mitarbeitererfahrung zu verbessern und eine sinnvollere Arbeit zu ermöglichen.

Müssen wir uns in Zukunft also vor Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz in Acht nehmen? Was ist der derzeitige Status quo? In der Gegenwart sieht das momentan so aus: Mitarbeiter verbringen nur noch die Hälfte ihrer Zeit mit der Wahrnehmung ihrer Hauptaufgaben, wie eine aktuelle Studie von Workfront zeigt. Das entspricht der Arbeit von Montag bis Dienstag und einem halben Tag am Mittwoch. Der Rest wird für die Bearbeitung von Hunderten von E-Mails, die Erledigung routinemäßiger Verwaltungsaufgaben und das Sitzen in Meetings aufgewendet. Folglich sinkt die Produktivität. All dies ist nicht nur eine enorme Zeitverschwendung, sondern bedeutet auch, dass die Mitarbeiter zu sehr mit unwesentlichen Aufgaben beschäftigt sind, statt sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Unter den Folgen leidet dann vor allem das Unternehmen.

Dabei sind Mitarbeiter überwiegend der Ansicht, dass Automatisierung der Schlüssel ist, die Produktivität zu steigern und mehr Zeit für Innovationen und Kreativität zu gewinnen sowie neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Um dies zu erreichen, sind jedoch eine neue Denkweise und Investitionen in neue Technologien nötig. Denn Künstliche Intelligenz in Form von Automatisierungs-Tools ist kein Job-Killer. Im Gegenteil: Sie kann die fehlende Produktivität wiederherstellen, indem sie den Mitarbeitern beispielsweise zeitaufwändige Routineaufgaben abnimmt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Automatisierung am Arbeitsplatz

Es erscheint naheliegend, die Begriffe „Automatisierung“ und „Robotik“ so zu deuten, dass Jobs ersetzt werden. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums werden Arbeitsplätze mit sich wiederholenden Aufgaben durch automatisierte Prozesse abgelöst; daneben werden jedoch auch neue Arbeitsplätze geschaffen, die durchaus menschliche Fähigkeiten erfordern. Eine der größten Herausforderungen im Arbeitsalltag besteht derzeit darin, das Wissen der Mitarbeiter über die Arbeitserfahrung auf dem neuesten Stand zu halten und da, wo nötig, automatisierte Prozesse einzuführen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz kann dieses Problem gelöst werden.

Ein neues Zeitalter in Sachen „Arbeit“ steht an, in der nahezu alle sich wiederholenden Daten automatisiert werden und Menschen Zeit für das zur Verfügung stellen, was sie am besten können: Vernetzung, Zusammenarbeit und Innovation. Darüber hinaus werden Menschen in der Lage sein, mehr Ressourcen auf Arbeit zu verwenden, die sie gerne machen, als die alltäglichen Aufgaben, die die meisten Menschen unnötig Zeit raubt und in ihrer Produktivität einschränkt.

Technologie soll es ermöglichen, den Fokus auf die wichtigen Aufgaben im Arbeitsalltag zu legen. Nicht immer ist dies der Fall: Für viele Mitarbeiter sind die Arbeitstage mit eintönigen, sich wiederholenden, langwierigen Aufgaben gefüllt. Sei es durch manuelle Prozesse oder Systeme mit unzureichender Kommunikation.

Weltweit fangen Unternehmen bereits an, Arbeit bzw. Aufgaben zu automatisieren. Meist werden damit Roboter auf Produktionsstraßen assoziiert, jedoch hat Automatisierung auch im Büro großes Potenzial. Im Allgemeinen wird sie diverse Branchen unterschiedlich beeinflussen und längerfristig verändern. Dennoch werden menschliche Expertise bei komplexen Problemlösungen und Erkenntnissen sowie soziale Kompetenzen in Zukunft weiter benötigt. Bei einer Automatisierung des Arbeitsplatzes geht es vielmehr darum, Arbeitsabläufe für Mitarbeiter zu verbessern, anstatt den Menschen, der sie ausführt, abzuschaffen. Branchenübergreifend ist bei den Organisationen zu beobachten, dass umständliche manuelle Prozesse automatisiert werden, um die Mitarbeitererfahrung zu verbessern und eine sinnvollere Arbeit zu ermöglichen. Komplexe Abläufe werden einfach und sorgen für ein besseres Erlebnis.

Training der Belegschaft

Unternehmen sollte daran gelegen sein, dass deren Mitarbeiter in puncto Verwendung neuer Automatisierungs-Tools entsprechend geschult werden, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Daneben sollte es auch Trainings von subjektiven Fähigkeiten oder Soft Skills geben, die den Menschen von der Maschine abheben. Dazu zählen Strategie, Kreativität, Problemlösung, Erfindungsreichtum und Entschlossenheit, die möglicherweise über die Jahre hinweg durch festgefahrene Routine eingerostet sind. Es gibt zwar Bedenken, dass einige erfahrene und langjährige Mitarbeiter möglicherweise nicht über die erforderlichen technischen Fähigkeiten verfügen, diese können jedoch leicht unterrichtet werden; die Mitarbeiter sind lernbegierig.

Letztendlich müssen Unternehmen, die in den nächsten Jahren die Welle der Automatisierung von Arbeitskräften miterleben wollen, ihre Mitarbeiter in den Technologien und Fähigkeiten schulen, die ihren Teams die Oberhand geben, wenn die Automatisierung das Unterscheidungsmerkmal zwischen den Märkten wird.

Derzeit befindet sich der Arbeitsplatz in der Umbruchsphase. Unternehmen müssen in die richtigen Technologielösungen investieren, mit denen Prozesse und Aufgaben automatisiert werden können. Um zukunftsfähig zu sein, sollten Führungskräfte und Teams die Automatisierung als Teil der Digitalen Transformation nutzen, um die Zukunft der Arbeit zu gestalten – und zwar jetzt. Technologie macht das Arbeitsleben so einfach und unkompliziert wie nie zuvor. Wenn die Technologie die Komplexität der Arbeit beherrscht, können Mitarbeiter sich darauf konzentrieren, bei der Arbeit mehr Wert zu schaffen. Das ist die Zukunft der Arbeit.

Bildquelle: Workfront

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok