Externer IT-Dienstleister hinzugezogen

IT-Infrastruktur ins Rechenzentrum ausgelagert

Bäko, ein Fachgroßhändler für Bäckereien und Konditoreien, lagerte seine IT in das Rechenzentrum eines IT-Dienstleisters aus und unterzog sie gleichzeitig einer Verjüngungskur.

Die Bäko Marken und Service eG ist ein genossenschaftlich organisierter Fachgroßhandel für Bäckereien und Konditoreien.

„Big Brother is watching you“ – als George Orwell vor 64 Jahren seinen Roman „1984“ veröffentlichte, schien die Geschichte vom alles überwachenden Staat utopisch. Inzwischen sind Orwells Gedanken der Realität  näher gekommen. Seit dem NSA-Spionage-Skandal steht fest: Im Internet ist so gut wie nichts sicher. Einkaufen, surfen, E-Mails versenden – schon der Otto Normalverbraucher hinterlässt seine Spuren überall. Umso kritischer, wenn es um sensible Firmendaten geht. Insbesondere Cloud-Lösungen sind umstritten: Aufgrund weltweit unterschiedlicher Datenschutzrichtlinien können Informationen auf Servern, die nicht auf deutschem Boden stehen, ausgespäht werden – ganz legal. Eine Debatte, die die Entscheidungsträger der südwürttembergischen Firma Bäko in den letzten Monaten ganz sicher nicht um den Schlaf gebracht hat. Schon vor Jahren hat sich der Fachgroßhandel für Bäckereien und Konditoreien für eine Lösung entschieden, die sich nicht nur im Bereich der Datensicherheit als wohl überlegt herausgestellt hat. Auch in puncto Geschwindigkeit, Wartung und Kosteneffizienz ist man zufrieden.

Aber der Reihe nach: Zunächst betrieb der Mittelständler am Standort Reutlingen eine Serverumgebung mit zentralem Backup, an die die Niederlassungen in Ulm, Ravensburg und Freudenstadt angebunden waren. Ein gut funktionierendes System, das allerdings mit der Errichtung eines Neubaus am Produktionsstandort Reutlingen neu überdacht werden musste. „Im Zuge der Baumaßnahmen fiel der alte Serverraum Abrissarbeiten zum Opfer. Schon in wirtschaftlicher Hinsicht stellte sich die Frage, ob es zielführend wäre, einen neuen Raum zu bauen“, erinnert sich Ioannis Skouras, Leiter des Rechnungswesens und der IT bei Bäko.

Damit wären enorme Investitionskosten auf das Unternehmen zugekommen. Neben Kühlungs- und Brandschutzvorrichtungen hätten zudem aufwendige und teure Vorkehrungen für den Wasserschutz und für die Zutrittskontrolle getroffen werden müssen. Damit nicht genug. Auch die veraltete Hardware – insbesondere die Server – hätten einer Erneuerung bedurft: Die vorhandene Infrastruktur stieß an ihre Kapazitätsgrenzen und überdies überstiegen die Wartungskosten die Kosten für eine Neuanschaffung. Kurzum: Der Eigenbetrieb rechnete sich nicht mehr. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren lag die Entscheidung, die komplette Serverumgebung und die anfallenden Wartungsarbeiten auszulagern, auf der Hand.

IT-Umzug mit Server und Datenvolumen

Der Zuschlag ging an den externen IT-Dienstleister Datagroup. Zunächst mussten alle Daten von Reutlingen ins Rechenzentrum nach Bremen transferiert werden. Das Projekt wurde von dem neuen IT-Partner detailliert vorbereitet und verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Transition wurde von dem Dienstleister minutiös geplant. Dabei war es das Ziel, den Betrieb zu einem definierten Termin punktgenau zu übernehmen. Dazu mussten nicht nur Server, sondern auch ein großes Datenvolumen nach Bremen umziehen.

Dies geschah an einem Wochenende: Freitags wurden die Systeme in Reutlingen abgebaut, samstags in Bremen installiert und in Betrieb genommen. Am Montagmorgen konnten die Bäko-Mitarbeiter um fünf Uhr morgen wieder an die Arbeit gehen. „Es war schon ein mulmiges Gefühl als die Mitarbeiter die Server abgebaut, in Transporter verladen und mit nach Bremen mitgenommen haben“, gibt Ioannis Skouras zu. „Irgendwann kam die Rückmeldung ‚alles Okay‘.“ Skouras und seine Mitarbeiter testeten das Ganze nochmals durch, wobei alles funktionierte.

Zurück zu den Fakten: Neben der Wirtschaftlichkeit der neuen Lösung stand für den Mittelständler die Datensicherheit im Fokus. Und auch in dieser Hinsicht erwies sich die Zusammenarbeit mit dem externen IT-Dienstleister als zukunftsträchtig: Das Rechenzentrum in Bremen ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und bietet nach aktuellem Ermessen größtmögliche Zuverlässigkeit. „Von Cloud-Lösungen im Internet halte ich wenig, das ist zu unsicher, vor allem wenn man nicht genau weiß, wo die Daten liegen“, so Skouras. „In unserem Falle kann ich da ganz sicher sein.“

Datentransfer über Standleitung

Denn der Datentransfer zwischen den einzelnen Standorten des Anwenders und dem Rechenzentrum in der Hansestadt ist nicht internetbasiert, sondern verläuft über eine Standleitung. „Damit ist die Sicherheit vor Angriffen von außen vergleichsweise hoch“, so Skouras. „Insbesondere weil ein Großrechenzentrum ganz andere Möglichkeiten hat, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, als es unser Investitionsvolumen zulassen würde.“ Dank der Auslagerung der IT-Ressourcen haben Skouras und seine Mitarbeiter inzwischen wieder mehr Zeit für Aufgaben, die sie früher unter vergleichsweise hohem Druck abarbeiten mussten. „Wir können uns auf unser Kerngebiet – die Software – konzentrieren. Projekte haben inzwischen deutlich kürzere Laufzeiten. Und wenn bei der Hardware Probleme auftauchen, schreiben wir einfach eine E-Mail in die Hansestadt.“ Doch das sei meist nicht einmal nötig. „Denn bevor wir merken, dass es irgendwo hakt, haben es die Bremer Kollegen schon behoben.“


Die Bäko Marken und Service eG

  • Geschäftsfeld: genossenschaftlich organisierter Fachgroßhandel für Bäckereien und Konditoreien. Der Name Bäko ist eine Abkürzung und steht für Bäcker- und Konditorengenossenschaft.
  • Sortiment: Neben klassischen Rohstoffen umfasst das Sortiment zudem Handelswaren wie Getränke, Konfitüren oder Saisonartikel, aber auch ein breites Angebot an Maschinen und Geräten sowie Verpackungs- und Dekorationsmaterial jeder Art. So summieren sich bis zu 12.000 Artikel, die vorrätig gehalten werden.

www.baeko.de

Bildquelle: © Thinkstock/iStockphoto

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