Vodafone mit neuen Public-Cloud-Services

IT-Power aus der Alibaba Cloud

Als erster Partner der Alibaba Cloud in Deutschland wird Vodafone Unternehmen künftig IT-Services aus der Public Cloud bieten, angefangen von virtuellen Speicher- und Rechnerkapazitäten über IT-Lösungen für Multimedia-Anwendungen bis hin zu dynamischen Server-Ressourcen für den Online-Handel.

  • Nadja Risse, Vodafone

    Nadja Risse ist Head of Cloud & Hosting Services Central Europe bei Vodafone.

  • Vodafone als Partner der Alibaba Cloud

    Vodafone ist erster Partner der Alibaba Cloud in Deutschland.

Bei der Alibaba Cloud handelt es sich um den im September 2009 gegründeten Cloud-Computing-Geschäftszweig der Alibaba Group, der für skalierbare Plattformen für Cloud Computing und Datenmanagement steht. Im Zuge der Partnerschaft erhalten Firmenkunden nun von Vodafone einen deutschsprachigen Service – sowie auf Wunsch auch individuelle Beratungsleistungen.

Zudem erfolgt die Abrechnung gemäß tatsächlicher Nutzung über die bestehende Vodafone-Rechnung, sodass eine separate Bezahlung über zusätzliche Paypal- oder Kreditkartenkonten entfalle. Die Anbindung der Cloud erfolgt über das Netz des TK-Spezialisten, wobei Vodafone-Kunden zwischen einem regulären Internetzugang, einer Ende-zu-Ende-verschlüsselten IPSec-Verbindung und der Integration ins Firmennetz via Multiprotocol Label Switching (MPLS) wählen können. Kunden, die einen anderen Provider haben bzw. wünschen, müssen die Cloud nicht über Vodafone anbinden.

Dabei stehen die Server der Alibaba Cloud in einem zertifizierten Vodafone-Rechenzentrum in Frankfurt am Main. „Uns war klar, dass wir bei hiesigen Kunden nicht mit Rechenzentren außerhalb Deutschlands punkten können. Daher haben wir uns, um Datenschutz und Compliance gewährleisten zu können, zum Start unseres Cloud-Geschäfts vor rund drei Jahren bewusst für einen Rechenzentrumsstandort in Frankfurt am Main entschieden. Dieser unterliegt den deutschen sowie EU-Datenschutzvorgaben und dem deutschen Gerichtsstand“, betont Nadja Risse, Head of Cloud & Hosting Services Central Europe bei Vodafone.

Mit dem neuen Public-Cloud-Angebot will der TK-Spezialist insbesondere sein bestehendes Private-Cloud-Portfolio ergänzen, um den Kunden künftig auch hybride Cloud-Lösungen oder sogenannte Multi-Cloud-Lösungen anzubieten, mit denen sie IT-Kapazitäten flexibler und kostengünstiger nutzen können. Der Hintergrund: Laut aktueller Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom bezieht mittlerweile jedes vierte Unternehmen in Deutschland Dienste aus der Public Cloud. „Dabei wollen wir mit dem neuen Angebot in erster Linie mittelständische Unternehmen angehen. Darüber hinaus wenden wir uns auch an große Firmen, die IT-Power etwa zu Testzwecken nutzen wollen. Denn insbesondere bei Konzernen sehen wir, dass diese durchaus Verträge mit verschiedenen Public-Cloud-Providern abschließen“, betont Risse.

Dynamische Server-Kapazitäten für den Online-Handel

Zusätzlich zu klassischen Cloud-Angeboten wie mehr Speicher- und Rechnerkapazitäten bietet die Alibaba Cloud weitere Möglichkeiten. Dazu gehören individuelle Computing-Services für die Gaming-Industrie, IT-Lösungen für Multimedia-Anwendungen wie Live Streaming oder das Spezialangebot „Auto Scaling“. Mit diesem Service sollen die IT-Ressourcen z.B. von Online-Shops bei hohem Bestellaufkommen automatisch vorrübergehend erhöht werden, bevor es zu einer Überlastung der Server und damit einem Ausfall der Handelsplattform kommt. Dadurch müssen Online-Händler keine kostenintensiven IT-Ressourcen unnötig vorhalten, heißt es.

Desweiteren können für Firmen mit Standorten weltweit alle Alibaba-Services von der Unternehmens-IT nicht nur im deutschen Rechenzentrum, sondern bei Bedarf in allen internationalen Alibaba-Cloud-Datenzentren zur Verfügung gestellt und über ein zentrales Portal verwaltet werden. Auf diese Weise soll für international tätige Unternehmen die oftmals aufwendige Verwaltung über verschiedene Portale, wenn sie die Services in mehreren Ländern nutzen, entfallen. Zudem profitieren laut Nadja Risse, insbesondere Firmen, die häufig Geschäfte in Asien tätigen von dem Angebot, da Alibaba ein breites Portfolio an Cloud-Diensten in asiatischen Datenzentren mit geringer Latenzzeit anbietet. Damit unterstützt der TK-Anbieter seine Firmenkunden bei ihren Expansionsplänen nach Asien.

Multi- und Hybrid-Cloud-Lösungen

„Generell bieten wir neben Housing und Co-Location-Services auch ein breites vernetztes Cloud-Angebot mit Private, Virtual Private und Enterprise Class Cloud Platformen inklusive verschiedener Sicherheitslösungen an. Mit der Alibaba Cloud kommen nun Public-Cloud-Services hinzu, mit denen wir unter anderem agile Anforderungen der Kunden abdecken können, etwa die Bereitstellung von Ressourcen für Software-Tests“, betont Nadja Risse. Im Klartext bedeutet dies, dass Unternehmen mit dem neuen Angebot bei Vodafone die gesamte Cloud-Palette aus einer Hand erhalten, egal ob „Private“, „Public“ oder „Hybrid“ wie im Folgenden aufgezeigt wird:

Private Cloud: Bei hohen Anforderungen an die Individualisierung ihrer IT oder besonderen gesetzlichen Vorschriften für die Lagerung bestimmter Datensätze – etwa aus dem Gesundheitswesen – können Kunden die „Total Cloud Private“ mit eigener, dedizierter Hardware im Vodafone-Rechenzentrum nutzen. In diesen Bereich fällt beispielsweise der Betrieb von SAP-Anwendungen.

Public Cloud: Standardanwendungen wie Filesharing oder zusätzliche Datenspeicherkapazitäten, die flexibel und schnell genutzt werden müssen, kann der Kunde aus der Alibaba Public Cloud beziehen. Bei der Public Cloud greifen verschiedene Firmenkunden auf ein und dieselbe IT-Infrastruktur im Rechenzentrum zu und teilen sich die Ressourcen, vergleichbar mit Dropbox im Endkundenbereich.

Hybrid Cloud: Wollen Kunden beide Cloud-Formen kombinieren, erhalten sie eine hybride Lösung, die ebenfalls im Rechenzentrum des Anbieters gehostet wird.

Bildquelle: Thinkstock/iStock, Vodafone

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