Den Technologietrend nicht verpassen!

IT-Systemhäuser: Mitarbeiter als Navigatoren

Im Interview betont Dr. Andreas Pauls, Geschäftsführer Deutschland der Itelligence AG, dass Mitarbeiter von IT-Systemhäusern ihre Rollen als „Navigatoren“ oder „Lotsen“ verstehen sollten.

Dr. Andreas Pauls, Itelligence

„Neue Technologien bedeuten für ein IT-Systemhaus immer enormen Schulungsbedarf“, betont Dr. Andreas Pauls, Geschäftsführer Deutschland der Itelligence AG.

ITM: Herr Dr. Pauls, was zeichnet IT-Systemhäuser für den Mittelstand konkret aus?
Dr. Andreas Pauls:
Sicherlich, dass sie neben der nachgewiesenen notwendigen IT-Kompetenz auch über echte eigene Branchenkompetenz in den von ihnen betreuten Branchen verfügen. Darüber hinaus müssen die IT-Berater der Systemhäuser ihre professionellen Projekt-Management-Methoden mit einer Portion Pragmatismus „verfeinern“.

ITM: Wie gestaltete sich das bisherige Leistungsspektrum eines Systemhauses? Inwieweit nehmen Systemhäuser eine „Brückenfunktion“ ein?
Pauls:
IT-Berater bauen immer die Brücken zwischen IT und Business. Beim Thema „Industrie 4.0“ oder „Internet of Things“ muss sich die technologische Machbarkeit mit betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit vereinen. Gute IT-Systemhäuser pilotieren neueste Technologie für Geschäftsszenarien und zeigen einen methodischen Weg auf, diese Technologien in Unternehmen einzusetzen. Das kann beispielsweise durch Design-Thinking-Methoden geschehen.

ITM: Inwiefern müssen IT-Systemhäuser ihre Geschäftsmodelle verändern, um zukünftig am Markt bestehen zu können?
Pauls:
Die Verbreitung von Cloud-Anwendung schafft neue Möglichkeiten und motiviert zum Umdenken in der Beratung. Berater müssen sich ja immer an Kundennutzen messen lassen, hier sind neue output-orientierte Vergütungsmodelle interessant.

ITM: Welche Herausforderungen und auch Risiken für Systemhäuser sind mit diesem Wandel verbunden?
Pauls:
Neue Technologien bedeuten für ein IT-Systemhaus immer enormen Schulungsbedarf. Hier ist es wichtig, den Technologietrend nicht zu verpassen und in die richtige zukunftsträchtige Technologie zu investieren. IT-Berater sind ja immer schnell von neuen Technologien begeistert, doch muss man bei aller Begeisterung immer den Zweck für den Kunden suchen, das Geschäftsziel des Kunden darf nie vernachlässigt werden.

ITM: Stichwort „Personalmanagement“: Inwieweit wirkt sich der Wandel im Markt auf die Mitarbeiterstruktur eines IT-Systemhauses aus? Wie lässt sich das entsprechende Know-how bzgl. neuer Geschäftsfelder ins Unternehmen bringen?
Pauls:
Das geht nur durch eine gute Unternehmenskultur, die Zuhören und voneinander Lernen ermöglicht. Wir sehen die Vorteile, bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder, auf junge, kreative Kollegen zu hören. Die gesunde Mischung der Teams aus Absolventen und Branchenkennern ist ein Erfolgskriterium in Projekten.

ITM: Welche Voraussetzungen müssen Mitarbeiter zukünftig mit sich bringen, um gelungen zwischen IT-Systemhaus und Mittelstandskunde, der die Digitalisierung anstrebt, vermitteln zu können?
Pauls:
Mitarbeiter von IT-Systemhäusern sollten ihre Rollen als „Navigatoren“ oder „Lotsen“ verstehen. IT-Berater kennen die „Untiefen des zu durchschreitenden Gebietes“, also die technologischen Grenzen, aber auch die technologischen neuen Möglichkeiten, also das „freie Wasser“. Eine wichtige Eigenschaft ist sicher auch, sich neue Themen schnell anzueignen, denn die Agilität und die Dynamik des Marktes haben sich deutlich erhöht.

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