Wie die freie KFZ-Werkstatt

IT-Wartung aus einer Hand

Etliche Unternehmen geben viel Geld für die Wartung von IT-Infrastrukturen, Servern und Rechenzentren aus. Deshalb kann es sinnvoll sein, unabhängige Dienstleister mit dieser Aufgabe zu betrauen. Das Analystenhaus Gartner rechnet in einer Studie aus dem vergangenen Jahr vor, dass eine Kostenreduzierung von bis zu 60 Prozent im Vergleich zu Serviceverträgen bei den Originalherstellern möglich ist.

Nahaufnahme von Schraubenschlüssel

Bei der Wartung eines Autos ist es längst normal, nach Ablauf der Garantiezeit anfallende Service- und Reparaturarbeiten in einer freien Werkstatt durchführen zu lassen.

Die laufenden Wartungsverträge von Rechenzentren kosten viel Zeit und Geld – bei nicht selten unbefriedigenden Service Level Agreements. Hinzu kommt, dass kaum ein Unternehmen Hardware eines einzigen Herstellers in seinem Rechenzentrum einsetzt. Dies ergab eine Studie, die durch das Drittwartungsunternehmen Technogroup durchgeführt wurde: 78 Pro-
zent der Unternehmen nutzen in den eigenen Datacentern Hardware mehrerer Hersteller, davon 31 Prozent Komponenten von zwei bis fünf Herstellern, 47 Prozent sogar von fünf bis sieben Anbietern.

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Bei der Wartung eines Autos ist es längst normal, nach Ablauf der Garantiezeit anfallende Service- und Reparaturarbeiten in einer freien Werkstatt durchführen zu lassen. Die Komponenten in einem gewöhnlichen Pkw stammen derweil von vielen einzelnen Herstellern: Der Generator kommt von Bosch, die Klimaanlage von Denso und das ganze Fahrzeug wird beispielsweise als Volkswagen verkauft. Dennoch kann ein Servicepartner alle Baugruppen warten und reparieren. Auch in der IT kann ein zentraler Service wertvolle Ressourcen im Unternehmen freigeben, die für andere Tätigkeiten genutzt werden können. Laut der Technogroup-Studie „Report Serverwartung 2018“ haben 66 Prozent der Unternehmen keine vollständige Abdeckung der eingesetzten Hardware durch Laufzeit-Serviceverträge, zwölf Prozent sind sogar komplett ohne Servicepartner.

Mehr Flexibilität durch Drittwartung

Unter Drittwartung – Third Party Maintenance (TPM) – versteht man die einheitliche Gesamtwartung einer IT-Infrastruktur aus einer Hand. Dazu gehört, einzelne Serviceverträge abzulösen und die Wartung zu zentralisieren. Die Folgen eines Ausfalls können dramatisch sein – Experten schätzen, dass es weniger als eine Woche Komplettausfall einer Unternehmens-IT braucht, um eine Insolvenz zu verursachen. Erst vor wenigen Wochen konnten die bundesweit verstreuten Allianz-Vertreter mehrere Tage lang nicht auf das Netzwerk zugreifen und verlangen nun laut der „Süddeutschen Zeitung“ finanziellen Ausgleich. Ein Grund für den Ausfall seien laut Allianz-IT „fehlerhaft vorbereitete und durchgeführte Systemanpassungen“ gewesen. Es zeigt sich, dass eine auf sich allein gestellte Unternehmens-IT in bestimmten Situationen überfordert sein kann. Ein weiterer unnötiger Kostenfaktor ist, dass sich IT-Entscheidungsträger von Herstellern durch vorgegebene Produktlebenszyklen dazu drängen lassen, Hardware schneller als erforderlich auszutauschen. Mit einem Serviceportfolio für alle Hersteller ist der Drittanbieter meist flexibler und ermöglicht eine längere Einsatzdauer der Hardware.

Ob zum reibungslosen Weiterbetrieb bis zu einem Systemwechsel oder zur Weiternutzung bestimmter Produktionsmaschinen, die auf ältere Infrastruktur zurückgreifen müssen: In der Drittwartung können auch Anlagen unterhalten werden, für die der Hersteller längst keinen Support mehr leisten kann und will.  

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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