Cloud Computing in der Praxis

Kein Thema, meint jedes zweite Unternehmen

Der Markt für Cloud Computing ist hart umkämpft, aber noch entwicklungsfähig: Gut die Hälfte der Unternehmen sieht die Wolke eher skeptisch.

Die Hälfte der Unternehmen sieht Cloud Computing skeptisch

"Cloudcomputing ist ein Marathon", meint Peter Gottwalz, Manager bei HP Business Development Cloud. "Und wir sind im Moment bei Kilometer 10." Außerdem ist dasTeilnehmerfeld noch überfüllt, um in der Metapher zu bleiben.

Im Jahr 2012 verging zeitweilig fast keine Woche, in der nicht ein kleiner oder großer IT-Dienstleister etwas Wolkiges ankündigte. Der Markt ist umkämpft und völlig überfüllt mit Mee-Too-Produkten. Wer zum Beispiel eine CRM-Lösung sucht, hat die Qual der Wahl: Gut zwei Dutzend verschiedenen Dienste werben um Kundschaft.

Auf deren Seite herrscht allerdings eher Skepsis: Laut der Studie "Cloud-Monitor 2012" von KPMG und Bitkom ist für die Hälfte aller Unternehmen Cloud Computing noch kein Thema. Hier zeigt sich, dass vor allem große Unternehmen eher aufgeschlossen und interessiert sind, während im Mittelstand noch die kritischen Stimmen überwiegen.

Dieses Ergebnis kann Peter Gottwalz aus seiner Praxis bestätigen: "Die IT-Verantwortlichen in mittelständischen Unternehmen haben oft Bedenken." Und Ängste, denn häufig scheinen die ITler zu glauben, dank Cloud Computing wären sie demnächst überflüssig.

"Die Rolle der IT verändert sich durch Cloud Computing", beschreibt Gottwalz die Veränderungen, die zur Zeit bei den frühen Cloud-Anwendern passieren. "Die IT wird zum Servicebroker. Es ist dabei zweitrangig, ob ein Service selbst oder via Cloud geliefert wird. Die IT muss die Services ans Business vermitteln und steuern."

Der Cloud-Monitor berücksichtigt auch die Investitionspläne und geschätzten Cloud-Budgets in den kommenden Jahren, kann mit deutlichen Zuwächsen - insbesondere für Private Cloud-Implementierungen - gerechnet werden. 21 Prozent der Befragten haben konkrete Investitionspläne für die kommenden zwei Jahre - häufig "Software as a Service" (SaaS).

Allerdings liegt der Schwerpunkt der Cloud-Anwendungen auch weiterhin auf Randbereichen. "Die eigentliche Businesslogik findet sich nur sehr selten in der Cloud", meint der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ayelt Komus von der Hochschule Koblenz. "Anwendungen für CRM und Sales lassen sich einfach besser aus einem integrierten IT-System herausschneiden."

Üblicherweise sind die Kernsysteme wie ERP oder BPM ganz spezifisch auf ein bestimmtes Unternehmen und seine Prozesse zugeschnitten. "Auch bei Cloud-ERP kommen die Anwender schnell mit Änderungswünschen," meint Prof Komus. "Dies widerspricht aber dem Grundgedanken der Cloud, standardisierte Dienste anzubieten."

Bildquelle: Aka / pixelio.de

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