Business Intelligence

Klare Regeln beim Datenmanagement

Paul Bremhorst von Tableau Software im Gespräch über Stammdatenpflege, Sandboxing und die Rolle der IT bei der Neueinführung von BI-Software.

Paul Bremhorst von Tableau Software

„Self-Service-BI bietet Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, Daten zu nutzen”, sagt Paul Bremhorst von Tableau Software.

ITM: Herr Bremhorst, welche Kompetenzen müssen Angestellte mitbringen, um souverän mit BI-Software arbeiten zu können?
Paul Bremhorst: Wichtig ist zunächst die fachliche Kompetenz, um die richtigen Fragen an den Datenbestand formulieren zu können. Das ist die Basis für aussagekräftige Antworten. Beim Ändern oder Einrichten neuer Abfragen hilft es darüber hinaus, die verfügbaren Datenquellen, das Datenmodell und die Funktionen der Software zu kennen. IT-affine Mitarbeiter tun sich in der Regel leichter, dieses Wissen zu erschließen und anzuwenden. Doch eine moderne Self-Service-BI-Lösung sollte für Anwender ohne IT-Wissen schon während der Abfrage visualisieren, wie es sich auswirkt, wenn sie bestimmte Datentöpfe verknüpfen oder einzelne Kriterien ausschließen.

ITM: Wie sieht die Arbeitsteilung bei der Arbeit mit BI-Software zwischen IT und Controlling aus?
Bremhorst: In der modernen Self-Service-BI bestimmen die Fachanwender selbst, wie sie die Daten betrachten wollen. Die IT ist in der Regel für das Bereitstellen und die Kontrolle der Datenquellen sowie für die Data Governance verantwortlich. Das bedeutet auch: Sie regelt mit den Fachabteilungen, wer welche Stammdaten pflegt, und sorgt dafür, dass diese Regelungen eingehalten werden.

ITM: Mit welchem Schulungsaufwand ist eine Neueinführung realistischerweise verbunden?
Bremhorst: Das hängt davon ab, wie viele Anwender die Software nutzen und welche Rolle sie haben. Natürlich ist der Schulungsbedarf eines Server-Administrators ein anderer als der eines reinen Analysten. Wichtig ist immer, dass die Schulung mit der praktischen Tätigkeit verknüpft wird. Das funktioniert besonders gut beim E-Learning. Dabei können Anwender bedarfsgerecht in kleinen Portionen Grundlagenwissen wiederholen oder sich auf anspruchsvollere Aufgaben vorbereiten.

ITM: Inwiefern ist es erforderlich, für bestimmte Aufgaben externe Spezialisten einzubeziehen?
Bremhorst: Wer eine neue Software einführt, kann immer von dem Know-how eines Beraters profitieren, der diesen Einführungsprozess schon kennt. Das betrifft sowohl die Technik als auch die organisatorischen Neuerungen durch Self-Service-BI. Doch wenn das System einmal läuft und die Anwender geschult sind, sollte die Lösung keine zusätzlichen externen Ressourcen erfordern.

ITM: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen belastbaren und aussagekräftigen Datenpool erschließen zu können?
Bremhorst: Self-Service-BI bietet Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, Daten zu nutzen. Eine Form ist das sogenannte Sandboxing. Dabei verfügt der Fachbereich über eine Plattform, auf der jeder seine Berichte und Analysen veröffentlichen kann. Daneben gibt es den klassischen Certified Pool, der nur aus Quellen stammt, die von der IT oder einem Datenspezialisten im Fachbereich, einem sogenannten Data Steward, geprüft und freigegeben sind.

Bildquelle: Tableau Software

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