Skype for Business

Kollaborative Kommunikation

Interview mit Ellen Kuder, Microsoft Deutschland über Skype für Geschäftskunden, die Rolle der Microsoft-Partner und die Zusammenarbeit mit der Telekom

Ellen Kuder, Skype for Business Lead, Microsoft Deutschland

ITM: Allen anderslautenden Bekundungen der Hersteller zum Trotz, erreicht VoIP die Qualität der Festnetztelefonie oft noch nicht. Für welche Geschäftsprozesse eignet sich vor diesem Hintergrund Skype for Business im Rahmen von Office 365?
Ellen Kuder: Wir sehen einen großen Wachstumsmarkt für kollaborative Kommunikationslösungen. Damit sind wir nicht alleine. Laut IDC wächst der UCC-Markt im Jahr 2015 auf einen Gesamtumsatz von 23,6 Milliarden US-Dollar. Je mobiler und ortsunabhängiger Büro- und Wissensarbeit werden, desto mehr müssen verteilte Teams und Wissensarbeiter miteinander über Zeitzonen hinweg vernetzt werden.

Mit der Integration von Skype for Business in Microsoft Office ist die Einbindung kollaborativer Kommunikation noch einfacher geworden. Skype gehört weltweit zu den populärsten Messaging-Tools, das viele schon aus ihrer privaten Kommunikationswelt kennen. Der Schritt, Skype for Business nicht nur zum Chatten, sondern auch für Videokonferenzen oder zum Telefonieren im Job zu nutzen, ist ein kleiner.

Zudem kann ich beispielsweise von Microsoft Word oder Excel aus mit meinen Kollegen kommunizieren und mit ihnen Dokumente austauschen – so kennen wir Kunden, wie beispielsweise das dänische Unternehmen Velux mit Sitz in Hamburg, die ihre gesamte Telefonanlage durch Skype for Business ersetzt haben.

Ein wichtiges Kriterium bei der Integration von Unified-Communications-Lösungen:  Sie muss sich leicht in eine bestehende Infrastruktur einbinden lassen. Die wenigsten Unternehmen werden ihre IT nach einer UCC-Lösung ausrichten. Offene Schnittstellen in beide Richtungen sind enorm wichtig. Skype for Business integriert neben dem Telefon auch rein digitale Kommunikationskanäle wie Unified Messaging und Social Networks für Unternehmen.

ITM: Welche Rolle übernehmen die Microsoft-Partner in diesem Umfeld? Wie können Sie die für die Echtzeit-Anforderungen notwendige Zuverlässigkeit und Performance der Infrastruktur sicherstellen?
Kuder: Microsoft verfügt weltweit über ein starkes Partnernetzwerk. Allein in Deutschland arbeitet Microsoft mit rund 31.500 Partnerunternehmen zusammen. Unsere Partner implementieren Cloud-Services wie Office 365 direkt beim Kunden. Sie sind nah am Kunden, erhalten von uns Trainings und geben unseren Produktentwicklern laufend Feedback zu unseren Services.

Im Kern ist das Unified-Communications-Geschäft für unsere Partner ein Integrationsgeschäft. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells stehen Lösungen, die zum Unternehmen, zu den Prozessen und zur vorhandenen Infrastruktur der Kunden passen. Sie lassen sich nahtlos mit Branchen- und anderen Produktivitätslösungen verbinden. Aus der Tatsache, dass UCC-Lösungen notwendigerweise auf Cloud-Technologien basieren, ergibt sich zudem tendenziell eine Verschiebung der Ertragsmodelle - weg vom Einzelverkauf und hin zu Abo-Modellen. Diese Transformation von traditionellen zu neuen Geschäftsmodellen vollziehen unsere Partner gerade mit großem und vor allem nachhaltigem Erfolg.

ITM: Welche zusätzlichen Aspekte sind zu beachten, wenn mit Funktionen wie PSTN Calling die firmeninterne Pbx-Funktionalität auf das öffentliche Netz ausgedehnt wird?
Kuder: Die Funktionen, die mit Cloud PBX und PSTN Calling künftig in Office 365 verfügbar sein werden, sind heute schon im Skype for Business Server verfügbar. Neu ist vor allem die Art der Bereitstellung. Während man beim Skype for Business Server auf die Anbindung an das PSTN achten muss, muss man bei Nutzung über Office 365 – so wie generell beim Einsatz der Public Cloud - auf die Qualität der Internet-Anbindung achten. Für die Funktionalität und die Sprachqualität spielt diese Anbindung eine große Rolle. Aus diesem Grund bieten wir auch eine Express Route Verbindung an.

ITM: Mit Skype for Business macht Microsoft der Deutschen Telekom im Kerngeschäft Konkurrenz, mit der andererseits aber gerade erst eine umfassende Partnerschaft im Cloud-Geschäft geschlossen wurde. Glauben Sie, dass Skype for Business als Bestandteil von Office 365 künftig auch in Rechenzentren von T-Systems gehostet wird, obwohl man ja damit in dessen ureigenstes Geschäftsfeld grätschen würde? 
Kuder: Zunächst ist Skype for Business kein reiner Telefondienst, sondern ein produktives Tool zum Chatten oder Organisieren, zudem ist Microsoft kein klassischer Telekommunikationsanbieter wie beispielsweise die Deutsche Telekom. Statt Wettbewerb möchte ich also vielmehr von Coopetition, der Dualität von Konkurrenz und Kooperation auf Märkten, sprechen.

Die Ankündigung von Cloud-Diensten aus deutschen Rechenzentren erfolgte am 11. November durch den Microsoft CEO Satya Nadella in Berlin, die Deutsche Telekom kontrolliert und überwacht als Datentreuhänder den Zugang zu Kundendaten. Das betrifft die Microsoft Dienste Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online, die künftig auch aus Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt am Main angeboten werden. Die neuen Cloud-Dienste werden ab der zweiten Jahreshälfte 2016 sukzessive im Markt ausgerollt. Kunden können weiterhin unsere öffentlichen, privaten und hybriden Cloud-Lösungen nutzen oder sich dafür entscheiden, unsere Services aus deutschen Rechenzentren zu beziehen und den Zugang zu ihren Daten durch einen deutschen Datentreuhänder kontrollieren zu lassen. Die Verknüpfung der Innovationskraft und Skalierbarkeit unserer Microsoft-Cloud-Plattform mit deutscher Infrastruktur und deutschem Datentreuhänder ist aus unserer Sicht am Markt einzigartig.

 

 

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