Wirtschaftliche Einbußen

Kostenfaktor Verwaltung

Firmen verlieren laut einer neuen Studie durchschnittlich rund vier Prozent ihrer Wertschöpfung aufgrund zu hohen administrativen Aufwands.

Ein Stapel Dokumente auf einem Schreibtisch

Die meisten betrieblichen Kapazitäten werden laut Studie im administrativen Bereich durch die manuelle Verfolgung noch nicht bezahlter Rechnungen gebunden.

Durch die fortschreitende Digitalisierung haben viele Unternehmen ihre Prozesse effizienter organisiert. Dies gilt vor allem für den Produktionsbereich, der von der Automatisierung im Besonderen profitiert. Gleichzeitig sollen Betriebe aber viel Zeit und Geld aufgrund ineffizienter und unproduktiver manueller Abläufe im Verwaltungsbereich verlieren, wie eine Studie des Softwareanbieters  Sage ergeben hat. Das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat dafür im Frühjahr 2019 2.994 Entscheidungsträger von Unternehmen verschiedener Größen in zwölf Ländern (Deutschland, Großbritannien, USA, Kanada, Australien, Irland. Spanien, Frankreich, Brasilien, Südafrika, Schweiz und Malaysia) befragt.

Schlechte Produktivitätsentwicklung bei deutschen Firmen

Die Umfrage zeigt, dass deutsche Unternehmen 2019 3,9 Prozent ihrer Zeit mit unproduktiven administrativen Tätigkeiten verbringen, was Einbußen von rund 30 Milliarden Euro entspricht. Diese entstehen dadurch, dass Kapazitäten für Verwaltungsaufgaben gebunden sind, die damit nicht für die eigentliche Wertschöpfung des Betriebs genutzt werden können. Im Jahr 2018 waren es noch 3,7 Prozent zeitliche Ressourcenbindung, was 28,2 Milliarden Euro entsprach. Damit hat sich zwischen 2018 und 2019 der Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten um 5,4 Prozent gesteigert, was 6,4 Prozent höheren Umsatzeinbußen entspricht.

Unter allen befragten Ländern hat sich die Produktivität nur in Irland noch stärker verschlechtert. Im Blick auf den Anstieg der zeitlichen Verluste hat Deutschland sogar den höchsten Wert zu verzeichnen. Die weltweiten wirtschaftlichen Einbußen, die in den vergangenen Monaten durch zeitraubende Verwaltungsprozesse entstanden sind, beliefen sich laut Umfrage auf rund 500 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten betrieblichen Kapazitäten werden laut Studie im administrativen Bereich durch die manuelle Verfolgung noch nicht bezahlter Rechnungen, die Rechnungsbearbeitung allgemein oder Abläufe in der HR-Abteilung gebunden.

Verschlankung durch Automatisierung

Dabei lassen sich gerade in den Bereichen der Buchhaltung und des Personalwesens durch den Einsatz intelligenter Technologien und digitaler Tools Prozesse spürbar verschlanken, indem beispielsweise die Kreditoren- und Debitorenverwaltung durch entsprechende Software-Systeme automatisiert wird. Auch HR-Abläufe können etwa durch den Einsatz von Mitarbeiterportalen effizienter gestaltet werden. Urlaubsanträge oder Krankmeldungen, die bislang über das Personalbüro eingereicht und bearbeitet werden mussten, können zum Beispiel direkt zwischen dem Mitarbeiter und dem Vorgesetzten abgewickelt und Verwaltungsaufwände reduziert werden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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