Buchhaltung: Interview mit Jan Friedrich, Sage

Kostengünstige Cloud-Lösungen

Im Interview betont Jan Friedrich, Head of Marketing bei Sage, dass es mehrere Gründe dafür gibt, warum eine Onlinebuchhaltung für den Mittelstand interessant ist – u.a. aus Kostengründen.

Jan Friedrich, Sage

„Die Onlinelösungen unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrem Funktionsumfang“, weiß Jan Friedrich, Head of Marketing bei Sage.

ITM: Herr Friedrich, welche Bedeutung schreiben Sie generell dem Thema „Finanzbuchhaltung in der Cloud“ zu?
Jan Friedrich:
Zunächst einmal ist das Thema „Cloud“ grundsätzlich ein zukunftsweisendes, was kaufmännische Software angeht. Kontinuierlich steigt die Nachfrage nach schnell verfügbaren und kostengünstigen Cloud-Lösungen. Immer mehr Hersteller bieten daher Lösungen aus der Cloud an, um den wachsenden Bedarf zu bedienen. Die Finanzbuchhaltung ist dabei aber nur ein Bereich, der von uns abgedeckt wird. Ergänzend bieten wir auch Onlinelösungen für das Kunden- und Personalmanagement sowie Lohnabrechnung an.

ITM: Inwiefern ist das Thema für den Mittelstand interessant und wird von diesem auch nachgefragt?
Friedrich:
Es gibt mehrere Gründe, warum eine Onlinebuchhaltung für den Mittelstand interessant ist. Zum einen sind das Kostengründe. Wer Cloud-Lösungen nutzt, benötigt weniger Hardware und senkt die internen IT-Kosten. Das ist ein Grund, warum wir eine verstärkte Nachfrage spüren, die auch unsere aktuellen Wachstumszahlen bestätigen.

ITM: Welche konkreten Vorteile und Möglichkeiten bietet eine Fibu-Cloud-Lösung im Vergleich zu einer klassischen Buchhaltungssoftware/Inhouse-Lösung?
Friedrich:
Kunden, die eine Cloud-Lösung nutzen, profitieren insbesondere von der Flexibilität, die ihnen die Software aus der Wolke bietet. Sie ist schnell betriebsbereit, sie lässt sich von überall aus und zu jeder Zeit nutzen und ist technisch immer auf dem neuesten Stand. Insbesondere wer über mehrere Standorte hinweg die Software nutzen will, profitiert von dem einfachen und schnellen Zugriff per Webbrowser. Auch unter dem Gesichtspunkt der Informationssicherheit bieten Cloud-Lösungen attraktive Mehrwerte: Die Daten werden in einem zertifizierten Rechenzentrum gespeichert und verarbeitet. Außerdem ist Datensicherung ein selbstverständlicher Bestandteil des Angebots. Preislich sind Onlinelösungen ebenfalls meist attraktiver. Anstatt einer kostspieligen Einmallizenz zahlt der Kunde einen wesentlich niedrigeren Grundpreis.

ITM: Welche Aspekte werden vom Mittelstand eher kritisch hinterfragt bzw. halten die Anwender noch davon ab, auf Fibu aus der Wolke zu vertrauen?
Friedrich:
Ein Thema, das vor wenigen Jahren noch eine Rolle gespielt hat, aber mittlerweile weitestgehend abgedeckt ist, ist die Verfügbarkeit hoher Internetbandbreiten. Sie ist Grundvoraussetzung für die Nutzung von Onlinelösungen. Zudem gab es bislang wenige etablierte Anwender im Markt. Auch Sage ist erst spät in den Cloud-Markt eingetreten. Unsere erste Onlinebuchhaltungslösung kam erst Ende 2012 auf den Markt. Die Kunden wollen grundsätzlich auf erfahrene Anbieter mit der entsprechenden Buchhaltungsexpertise setzen.

ITM: Welche grundsätzlichen und insbesondere technischen Voraussetzungen muss ein Unternehmen mitbringen, um eine Onlinebuchhaltungssoftware nutzen zu können?
Friedrich:
Die Voraussetzungen sind bei den meisten Unternehmen bereits gegeben. Am wichtigsten ist dabei ein gesicherter und natürlich stabiler Zugriff auf das Internet. Ansonsten braucht es nur die notwendigen Endgeräte, mit der es die Software nutzen will: vom Desktop-PC über das Notebook bis zum Tablet.

ITM: Nach welchen Kriterien sollten Unternehmen entsprechende Anbieter und Lösungen auswählen?
Friedrich:
Die Onlinelösungen unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrem Funktionsumfang. Es sollte daher vor der Softwaresuche analysiert werden, was genau benötigt wird. Relevant ist beispielsweise, ob man die Buchhaltung noch mit anderen Bereichen verbinden will, wie z.B. dem Personal- oder dem Kundenkontaktmanagement. Da zudem Sicherheitsstandards ein wichtiges Thema sind, ist es ratsam, sich genau über den Anbieter zu informieren, wie lange er am Markt ist und wie viele Kunden er hat.

ITM: Mit welchem Aufwand (zeitlich, finanziell, personell) ist die Einführung einer Fibu-Cloud-Lösung verbunden?
Friedrich:
Das hängt ganz davon ab, wie groß ein Betrieb ist und was er neben der Finanzbuchhaltung an weiteren Lösungen einführen will. Eine Ein-Mann-Online-Buchhaltung ist direkt einsetzbar, eine individualisierte und angepasste Online-ERP-Lösung ist nicht von heute auf morgen eingeführt. Während die Lösungen für Kleinunternehmer ohne Schulungsbedarf genutzt werden können, braucht es diesen wiederum bei der großen Mittelstands-Cloud-Lösung.

ITM: Welche Vertrags- und Bezahlmodelle sind hier üblich?
Friedrich:
Üblicherweise wird entweder nach Nutzung oder per monatlicher Pauschale abgerechnet.

ITM: Wie gestaltet sich ein möglicher Anbieterwechsel – insbesondere auch im Hinblick auf die Überführung der Buchungshaltungsdaten in die neue Cloud-Lösung? Was sind hier häufige Probleme?
Friedrich:
Dieser gestaltet sich recht einfach. Durch die Kontenrahmen an SKR03 bzw. SKR04 können Kunden sofort anfangen zu arbeiten. Zudem reicht es den meisten Kunden, die unterjährig die Buchhaltung wechseln, oftmals aus, die Saldenvorträge ihrer genutzten Konten in die neue Lösung zu übernehmen. Entscheidet sich der Kunde auch für die Überführung der Auftragsbearbeitung, so bieten wir z.B. bei unseren kleineren Lösungen eine Importfunktion zum Einlesen der wichtigsten Stammdaten wie Artikel, Kunden oder auch Lieferanten.

ITM: Welche Zukunftschancen sehen Sie für „Fibu aus der Cloud“ und welche Rolle wird die Integration von Komponenten wie „Controlling“, „Anlagenbuchhaltung“ etc. spielen?
Friedrich:
Die Zukunftschancen stehen sehr gut. Die zunehmende Mobilität, das Arbeiten von unterwegs, zuhause oder im Büro, die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater, der online auf die Lösung zugreifen kann, sowie die Verknüpfung mit dem Onlinegirokonto zum automatischen Ausgleich der offenen Posten – all das spricht speziell bei kleineren Unternehmen eindeutig dafür. Zusätzliche Komponenten wie Anlagenbuchhaltung oder auch Controlling-Funktionen stehen in den verschiedenen Ausbaustufen unserer Onlinelösungen bereits heute zur Verfügung.

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