Mobile Telematik-Lösung

Kunden jederzeit und transparent informieren

In einem Logistikprozess mobil auf Daten zugreifen zu können, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil, findet Monika Tonne, Vorstand der Couplink Group AG. Sie hat sich mit ihrem Unternehmen als Software-Anbieter auf hardware-unabhängige Lösungen für digitales Flottenmanagement und mobile Service-Steuerung spezialisiert.

Monika Tonne, Couplink Group

„Innovative Telematik-Hersteller sind immer mehr gefordert, neue Zukunftstechnologien in ihren Standard zu integrieren.“ (Monika Tonne, Couplink Group)

ITM: Frau Tonne, was sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden für den Mittelstand, Telematik einzusetzen?
Monika Tonne:
Ich denke, viele Logistiker scheitern bereits an der Wahl eines geeigneten Telematik-Systems. Bei dem großen Angebot ist ihnen nicht klar, welche Funktionen und Vorteile jede einzelne Lösung bietet und welche für die eigenen individuellen Ansprüche wichtig und richtig sind.

Auch fehlt es an einem verbindlichen, einheitlichen Schnittstellenstandard für ERP-, Transport-Management- und Telematik-Systeme, um Daten aus allen genutzten Lösungen miteinander zu verknüpfen. Diese Lücke versuchen wir zu schließen und haben 2018 gemeinsam mit drei weiteren Telematik-Anbietern den Verband Open Telematics gegründet. Die aktuelle Mitgliederzahl von 40 zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg!

ITM: Welchen Vorteil bietet mobile Telematik?
Tonne:
Telematik-Apps sind einfach zu installieren und die Nutzer können sofort –
ohne aufwändige Einführungsschulung – loslegen. Durch das Prinzip „Bring Your Own Device“ kann mobile Telematik von allen am Logistikprozess Beteiligten über jedes Endgerät genutzt werden und auch z.B. Subunternehmer können transparent für die Kunden arbeiten.

ITM: Welche Branchen profitieren am meisten von Telematik-Lösungen und warum?
Tonne:
Alle Branchen, bei denen Daten mobil entstehen, profitieren von Telematik. Speditionen nutzen sie aber definitiv am häufigsten. Da der Anspruch auf einen verbesserten Service z.B. im Handel oder im Handwerk immer wichtiger wird, werden langfristig jene Dienstleister überleben, die Kunden über die geplante Ankunftszeit ihrer Bestellung – ob Produkt oder Service – informieren. Unternehmen wie Amazon zeigen hier eindrucksvoll, wie es gehen kann: Sie teilen mit Kunden von der Bestellung bis zur Auslieferung transparent die einzelnen Logistikprozesse. Beim Groß- oder Versandhandel ohne eigene Fahrzeugflotte sieht es da leider oftmals noch nicht so gut aus: Ab Verlassen des Lagers können sie ihre Ware nicht mehr verfolgen und dem Kunden keine Auskunft über die Ankunftszeit geben. Dabei gibt es auch hierfür bereits Standardlösungen der Telematik, um diese Prozess- und folglich auch Service-Probleme schnell zu lösen.

Über dies hinaus bietet Telematik einen großen Nutzen für die Umwelt. Denn der Einsatzleiter kann die Tour und aktuelle Position der Fahrer in Echtzeit einsehen und über eine integrierte Routenoptimierung unnötige Fahrten verhindern.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.


ITM: Welche Funktionen werden am häufigsten genutzt?
Tonne:
Bei Speditionen sind vorrangig Ortungs- und Fahrzeugdaten wichtig. Auch die Anbindung der Lenk- und Ruhezeitenanzeige sowie das Auslesen des digitalen Tachografen sind häufig genutzte Funktionen. Bei Mehrwertlogistikern und Handwerkern geht es verstärkt darum, mobile Prozesse – je nach Auftrags- oder Kundengruppe – abbilden zu können, sowie um die Anbindung an das Primärsystem.

ITM: Welche Daten werden über Telematik-Lösungen erfasst und wie wird ihre Sicherheit gewährleistet?
Tonne:
Welche Daten erfasst werden, ist je nach Kunde unterschiedlich; vorrangig werden aber vor allem Spurdaten und ggf. auch Auftragsdaten erfasst. Wichtig ist dabei natürlich die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung und was im Einzelnen mit dem Fahrer vereinbart wurde. Professionelle Telematik-Anbieter gewährleisten zudem, dass auf den mobilen Endgeräten selbst keine Daten vorhanden sind. Fahrer können nur den nächsten Auftrag sehen oder auf Historien online zugreifen. Bei Verlust des Geräts besteht so keine Gefahr des Datenmissbrauchs.

ITM: Was muss Telematik in Zukunft leisten und welchen Einfluss haben IT-Neuheiten wie KI oder IoT darauf?
Tonne:
Innovative Telematik-Hersteller sind immer mehr gefordert, neue Zukunftstechnologien in ihren Standard zu integrieren. Im Bereich IoT können mittels Sensortechnik etwa Lademittel geortet und deren Lieferzustand überwacht werden. Durch die wachsende, auch global gedachte Vernetzung wird hier noch sehr viel passieren, sodass etwa Container, Güter und Trailer automatisch ihren Standort melden. Auch KI wird teilweise heute schon eingesetzt, etwa bei der Errechnung der ETA (Estimated Time of Arrival), wobei die erwartete Verkehrssituation berücksichtigt wird.

Bildquelle: Couplink Group AG

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