Big Data in der Agrarwirtschaft

Landwirt, Softwareanbieter und Umwelt im digitalen Dreiklang

Die Digitalisierung der Landwirtschaft ist für viele Landwirte und Lohnunternehmer noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Gewaltige Datenmengen bieten Optimierungspotenziale, z.B. beim Kraftstoffverbrauch oder auch beim Umweltschutz. Doch Big Data bedeutet eben auch große Verantwortung. Transparenz und Kontrolle sind daher die wichtigsten Faktoren für Nutzer.

Traktor auf Feldweg

Der Landwirt kann bequem individuell entscheiden, welche Daten er seiner gemischten Flotte zur Verfügung stellt.

Farming 4.0 einzuführen geht nicht von heute auf morgen, das ist klar. Die Kosten und die Abhängigkeit von Elektronik sind natürlich große Hürden. Eine weitere Herausforderung: Viele Software-Lösungen sind nicht miteinander kompatibel, und so arbeitet ein Landwirt meistens mit Tools und auch Maschinen verschiedener Firmen gleichzeitig. Damit die Arbeit mit Daten für den Landwirt zum echten Pluspunkt wird, muss der Umgang damit offen, lokal und sicher ablaufen.

Offen: Konnektivität statt Sackgasse

Damit Landmaschinen für den Datenaustausch geöffnet werden können, müssen diese mit einem Telematikmodul ausgestattet sein, das regelmäßig Daten zum Zustand von Feld und Maschine in die Cloud sendet. Der Landwirt kann diese Daten direkt in seinem Büro oder per Smartphone überprüfen und hat so die Dokumentationsdaten, die beim Säen, beim Pflanzenschutz oder bei der Ernte anfallen, stets im Blick.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Sicher: Datenaustausch mit Mehrwert

Über die Daten und deren Verarbeitung hat der Landwirt etwa bei John Deere im sogenannten Operations Center die Datenhoheit und kann im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entscheiden, wer in welchem Maße Zugriff auf welche Informationen hat. So kann er etwa den Datenzugriff für Mitarbeiter und Saisonkräfte individuell einstellen und auswählen, ob der Anbieter bestimmte Daten zur Erbringung einer Dienstleistung nicht anonymisiert verwenden darf. Mittels eines Servicevertrags mit einem lokalen Vertriebspartner kann der Hersteller so etwa das Diesel-Garantie-Programm anbieten, das einen Verbrauchswert je Betriebsstunde garantiert. Verbraucht der Landwirt weniger Kraftstoff als angesetzt, erhält er die doppelte Differenz zurück – womit er für den optimalen Einsatz seiner Maschinen im Sinne des Umweltschutzes belohnt wird.

Wenn diese drei Faktoren gewährleistet sind, profitieren nicht nur der Landwirt oder der Software-Anbieter, sondern auch die Umwelt von den digitalen Services.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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