E-Commerce-Lösungen aus einer Hand

Leichter Einstieg in den Onlinehandel

Interview mit Cristoph Bluhm, Vorstand der Profihost AG, über die Auswahl eines passenden E-Commerce-Anbieters und mit welchem Aufwand die Einführung eines Webshops verbunden ist

Cristoph Bluhm, Profihost

„Ein Twitter-Account, bei dem Kundenanfragen nicht gelesen oder beantwortet werden, bringt genauso viel wie eine Hotline, in der die Anrufer in der Warteschleife versauern“, betont Cristoph Bluhm, Vorstand der Profihost AG.

ITM: Herr Bluhm, wie hat sich der E-Commerce-Markt in den letzten Monaten gewandelt? Welche Faktoren spielten dabei eine Rolle?
Cristoph Bluhm:
Der wichtigste Faktor ist sicherlich immer die Einstiegshürde. Aufgrund der immer besser werdenden Usability der Shopsysteme, aber auch der speziellen Paketangebote von Webhostern – Hosting und E-Commerce-Lösung aus einer Hand – war der Einstieg in den Onlinehandel selbst für technische Laien noch nie so einfach wie heute. Das wirkt sich natürlich auch auf die Investitionen, die ein mittelständisches Unternehmen aufwenden muss, um sich den Vertriebskanal E-Commerce zu erschließen, positiv aus. Der Aufbau von zusätzlichem Know-how im Unternehmen und die Kosten für Schulungen verringern sich erheblich; bei größeren Projekten entfällt auch der Aufwand für den Betrieb eines eigenen Servers, da der Shop auf einer Cloud-Lösung mit flexibler Leistung gehostet werden kann. Die Kosten für Wartungsarbeiten und Updates können also durch Outsourcing erheblich reduziert werden.

ITM: Welche Vorteile und Möglichkeiten bieten sich Mittelständlern, wenn sie ihre Produkte bspw. zusätzlich zum Ladengeschäft über einen Webshop vertreiben?
Bluhm:
Zum einen können neue Produkte schneller und mit geringeren Kosten ausgerollt werden. Wenige Klicks im Shopsystem genügen und sie stehen online weltweit allen Zielgruppen zur Verfügung. Generell lassen sich im Onlinehandel natürlich mehr Zielgruppen erreichen als im stationären Handel. Der Webshop wird damit zu einem zusätzlichen Umsatzmotor. Zum anderen unterstützen viele Shoplösungen bereits die Mehrsprachigkeit. Sprich: Mittelständler können auf diesem Wege schnell international expandieren – und flankiert durch entsprechende Onlinewerbeschaltungen sowie SEO – neue Kunden in anderen Ländern erreichen. Dies wäre im stationären Handel nur mit großem und auch finanziellem Aufwand möglich.

ITM: Wie gestaltet sich das derzeitige Interesse mittelständischer Unternehmen an entsprechenden E-Commerce-Lösungen?
Bluhm:
Der deutsche Mittelstand hat die Chancen des E-Commerce erkannt und bietet seine Produkte auch zunehmend online an – sei es über eigene Shops oder über die Shops von Zwischenhändlern. Das Interesse an entsprechenden Lösungen – gerade auch am ausfallsicheren und performancestarken Hosting von Shopsystemen – ist derzeit entsprechend groß. Zunehmend gefragt sind Angebote in der Cloud – wie unsere gemanagten Flexserver. Hier beziehen Mittelständler leistungsfähige Hardware aus sicheren deutschen Rechenzentren – inklusive Wartung und Administration durch geschultes, technisches Personal – und die Shoplösung, die wir für unsere Kunden gern vorinstallieren und einrichten, aus einer Hand.

ITM: Welche grundsätzlichen Anforderungen stellen Mittelständler an eine Webshop-Lösung und worauf sollten sie demnach bei der Auswahl eines E-Commerce-Anbieters achten?
Bluhm:
Häufig steht die einfache Handhabung im Mittelpunkt. Von der Einrichtung über die Verwaltung bis hin zu den einzelnen Prozessen der Webshop-Lösung wollen die Unternehmen den Schulungsaufwand für ihre Mitarbeiter begrenzen und auch Kosten für technisches Personal möglichst gering halten. Auch Schnittstellen zu Bestandssystemen wie Enterprise-Resource-Planning-Lösungen (ERP) sind häufig gefragt. Vernachlässigt wird hingegen meist noch die technische Plattform, auf die die E-Commerce-Lösung schließlich aufsetzt. Die Folge: Der Webshop ist Lastspitzen meist nicht gewachsen, lange Ladezeiten stellen sich ein und die Performance insgesamt leidet – ebenso die Umsatzzahlen. Daher sollte auf die Wahl des technischen Anbieters, der die Shoplösung hostet, besonderes Augenmerk gelegt werden. 08/15-Hosting ist hier weniger empfehlenswert.

ITM: Wie gestaltet sich die Einführung einer Webshop-Lösung? Mit welchem Aufwand ist sie verbunden?
Bluhm:
Der Aufwand hängt jeweils von der gewählten Lösung ab. Die Bandbreite am Markt ist groß. Deshalb sollten sich mittelständische Unternehmen vor der Einführung umfassend von unabhängigen Agenturen oder Anbietern beraten lassen. Auch die Teilnahme an entsprechenden Informationsevents oder Messen ist empfehlenswert.

ITM: Auf welche Weise lässt sich nach Installation die Gebrauchstauglichkeit eines Webshops testen?
Bluhm:
In Zusammenarbeit mit den Shop-System-Entwicklern bieten wir für viele Lösungen im Shophosting einen voll funktionsfähigen Demoshop an, den Kunden, je nach Shopanbieter, zwischen vier und sechs Wochen testen können. In dieser Zeit können, sofern das gewollt ist, auch bereits Umsätze über das System erzeugt werden. Bei Gefallen ist die Übernahme des Systems in ein Hosting-Paket natürlich problemlos möglich.

ITM: Inwiefern sind Webshops heute schon barrierefrei?
Bluhm:
Auch die Barrierefreiheit hängt wieder von der gewählten Lösung ab. Es gibt mittlerweile Shopsysteme, die diesem Thema einen wichtigen Stellenwert einräumen und entsprechende Funktionalitäten bieten.

ITM: Welche Techniken sorgen für Schnelligkeit? Wie kann die Ausfallsicherheit eines Webshops gewährleistet werden?
Bluhm:
Zunächst bieten Cloud-Lösungen eine gute Grundlage, denn dank der Skalierbarkeit lässt sich mehr Rechenpower problemlos zuschalten, wenn der Kunde z.B. weiß, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Fernsehauftritt geplant ist o.ä. Daneben kann mit Caching die Datenbank des Shops entlastet und mit der Auslagerung von transferintensiven Inhalten wie etwa Bildern oder Videos die Anzeige der Seite beschleunigt werden. Was das im Einzelnen bedeutet, sollten der Vertrieb und Support des jeweiligen Hosters wissen. Für Profihost kann ich sagen, dass wir in der Kundenberatung gut aufgestellt sind und den Interessenten anschaulich erklären können, was wir im Detail anbieten.

ITM: Was sollte bzgl. der Bezahlmethoden beachtet werden?
Bluhm:
Bei der Entscheidung, welche Zahlungsmethoden angeboten werden, sollte immer der Kunde im Fokus stehen. Welche Zahlungsmethoden sind im jeweiligen Land, in dem man seine Produkte online verkaufen möchte, etabliert? Auch die Risiken gilt es abzuwägen. Vorkasse ist bei Kunden in der Regel sehr unbeliebt, könnte – wenn dies die einzige, angebotene Zahlungsart ist – somit vom Kauf abschrecken. Eine breite Auswahl der Zahlungsmittel ist meist der Königsweg. Viele Shopsysteme bieten hier diverse Module für die einzelnen Zahlungsarten an, die dann – je nach dem – aktiviert oder deaktiviert werden können.

ITM: Welche Rolle spielen Gütesiegel?
Bluhm:
Im Zeitalter des Empfehlungsmarketings und der Suchmaschinen eine ganz entscheidende. Immer mehr Verbraucher informieren sich online zunächst detailliert über Produkte und Anbieter. Studien zeigen, dass Gütesiegel und positive Empfehlungen sowie Bewertungen hier besonderes Vertrauen generieren und sich deutlich umsatzfördernd auswirken.

ITM: Wie bzw. mit welchen Faktoren kann der Anwender selbst zum Erfolg seines Webshops beitragen?
Bluhm:
Genauso wie im Ladengeschäft ist auch im E-Commerce eine umfassende Kundenbetreuung wichtig, wenn die Inhaber an einer langfristigen und nachhaltigen Kundenbindung interessiert sind. Hier bieten sich vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten an, die von E-Mail über Telefonbetreuung bis hin zur Kundenberatung und -Feedback über Social Media gehen. Insbesondere bei Letzteren gilt aber: Wenn ein Unternehmen dies anbietet, muss es auch ernst gemeint sein. Ein Twitter-Account, bei dem Kundenanfragen nicht gelesen oder beantwortet werden, bringt genauso viel wie eine Hotline, in der die Anrufer in der Warteschleife versauern.

ITM: Was macht letztlich einen zukunftsfähigen Webshop aus, der auch international erfolgreich ist?
Bluhm:
Der Shop muss verlässlich erreichbar und schnell sein, und zwar zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Dann müssen Konsumenten Vertrauen zu dem Angebot haben, was die Zahlungsabwicklung, Auslieferung und Qualität der Ware anbetrifft. Gütesiegel wie z.B. das Angebot von Trusted Shops, haben hier einen hohen Stellenwert und vermitteln genau dieses Vertrauen. Sehr hilfreich ist es, wenn Konsumenten die Möglichkeit haben, Waren einzukaufen, ohne sich dafür beim Anbieter registrieren zu müssen. Wird ein internationales Geschäft angepeilt, ist natürlich zumindest eine englische Version der allermeisten Shopbereiche erforderlich. Das ergibt sich daraus, welchen Sprachraum ich mit meinem Angebot ansteuere.

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