Speichermethoden unter die Lupe genommen

Lokales und externes Backup

Im Interview erklärt Novastor-Produktmanager Wolfgang Rudloff, dass ein lokales Backup in vielen Fällen zentral auf einem NAS-Speicher abgelegt wird. Für die Auslagerung der Backups kämen häufig Bandlaufwerke zum Einsatz.

Wolfgang Rudloff, Novastor

„Am besten sollte sich der Mittelständler einen lokalen Hersteller oder ein Systemhaus suchen, was ihm nicht nur bei der Festlegung der Backup-Strategie hilft, sondern auch bei der Implementierung“, meint Novastor-Produktmanager Wolfgang Rudloff.

ITM: Herr Rudloff, inwieweit befassen sich Mittelständler mit dem Thema „Datensicherung“ bzw. wie ernst nehmen sie das Thema? Und welche Lösungen werden aktuell favorisiert?
Wolfgang Rudloff:
Das Thema „Datensicherung“ wird vom Mittelstand sehr ernst genommen. Das Bewusstsein, die Firmenexistenz zu gefährden, ist mehr als Grund genug, dieses Thema ernst zu nehmen. Welche Lösung hier zum Einsatz kommt bzw. favorisiert wird, hängt stark von der Größe der IT-Infrastruktur und von den internen Anforderungen für die Verfügbarkeit der Daten ab. Was bereits bei kleinen Firmen zu den Standardanforderungen gehört, ist im Mittelstand sehr ähnlich. Generell wird immer mit einer Kombination aus lokalem Backup und der Auslagerung des Backups außerhalb der Geschäftsräume gearbeitet. In vielen Fällen wird das lokale Backup zentral auf einem NAS-Speicher abgelegt. Für die Auslagerung der Backups kommen immer noch sehr oft Bandlaufwerke zum Einsatz. Kleinere Firmen arbeiten hier mit einem Einzellaufwerk, während die meisten mittelständischen Firmen mit Tape Libraries oder Autoloadern arbeiten. Die Rotation der ausgelagerten Bänder wird in der Regel über entsprechende Dienstleister erledigt. Eine Alternative zur Auslagerung der Backups über portable Medien ist die Cloud-Sicherung.

ITM: Welche Möglichkeiten bietet den Unternehmen ein Onsite-Backup, sprich eine Datensicherung vor Ort im eigenen Unternehmen?
Rudloff:
Wie bereits beschrieben, sollte die Backup-Strategie für unternehmenskritische Daten immer aus einem lokalen Sicherung und einem Offsite-Backup bestehen. Der Vorteil des lokalen Backups ist der RTO (Recovery Time Objective), also in möglichst kurzer Zeit das System oder Daten wiederherstellen zu können.

ITM: Wie werden die Daten in der Regel vor Ort im Unternehmen gesichert?
Rudloff:
In den meisten Firmen kommt inzwischen ein NAS-Speicher für die Backups zum Einsatz. Bei großen IT-Umgebungen kommt auch SAN-Technologie zum Einsatz.

ITM: Welche Probleme bringt ein Onsite-Backup mit sich? Gegen welche „Übel“ ist dieses Lösungsmodell nicht gewappnet?
Rudloff:
Das lokale Backup genügt im Prinzip allen typischen Anforderungen einer Sicherungsstrategie. Wenn allerdings unvorhergesehene Dinge passieren wie Diebstahl der IT-Infrastruktur, Brand, Überschwemmung, usw., ist es wichtig, nochmals eine Kopie der geschäftskritischen Daten an einem sicheren Ort außerhalb der Geschäftsräume zu haben.

ITM: Wie gestaltet sich im Vergleich dazu ein Offsite-Backup? Welche Methoden wenden die Unternehmen hier an, um ihre Daten außerhalb des eigenen Unternehmens zu sichern?
Rudloff:
Wie eingangs schon dargestellt, arbeiten kleinere Firmen hier mit einem Einzellaufwerk für Wechselmedien, während die meisten mittelständigen Firmen mit Tape Libraries oder Autoloadern arbeiten.

ITM: Mit welchem Aufwand und welchen Problematiken ist ein Offsite-Backup verbunden?
Rudloff:
Das größte Problem des Offsite-Backups ist der manuelle Prozess, die Medien über ein festgelegtes Rotationsschema auszulagern. Jeder manuelle Prozess ist natürlich anfällig für Unzuverlässigkeiten der für die Auslagerung verantwortlichen Personen. Daher arbeiten viele Firmen mit Dienstleistern, die sich um die zuverlässige Auslagerung und Einhaltung des festgelegten Rotationsschemas kümmern.

ITM: Welche Rolle spielt das Internet beim Offsite-Backup?
Rudloff:
Eine Alternative zur Auslagerung der Backups über portable Medien ist die Cloud-Sicherung. So können die geschäftskritischen Daten automatisiert und zuverlässig ausgelagert werden. Typische Probleme des Cloud-Backups sind:
- Die verfügbare Internet-Bandbreite reicht nicht aus, um die Backup-Fenster einzuhalten.
- Wohin und wie werden die Daten gesichert?
- Die Daten sollten Deutschland nicht verlassen.
- Sie sollten ortsnah gespeichert werden, um im Notfall die Daten schnell zum lokalen Restore transportieren zu können.
- Daten müssen verschlüsselt übertragen und gespeichert werden.
- Daten dürfen ausschließlich nur vom Besitzer entschlüsselt werden können.

ITM: Eine Cloud-Backup-Lösung ist also ein Offsite-Backup zu sehen?
Rudloff:
Das ist auf jeden Fall als Offsite-Backup zu sehen. Firmen sollten sich aber genau überlegen, welche Kriterien so ein Service-Provider erfüllen muss, damit die Sicherungsstrategie, die Sicherheit der Daten und auch die Wiederherstellung der Daten sich im definierten Rahmen bewegen.

ITM: Wie viel Vertrauen schenken Mittelständler der Onlinedatensicherung?
Rudloff:
Das Vertrauen wächst stetig, aber viele Mittelständler vertrauen immer noch auf die traditionellen Sicherungsmethoden.

ITM: Auch wenn die Cloud-Sicherung scheinbar zahlreiche Möglichkeiten bietet: Was sind gängige Probleme einer solchen Lösung? Was geschieht beispielsweise bei Internetstörungen?
Rudloff:

•    Die Daten können vom Provider oder Hackern entschlüsselt werden.
•    Die Daten werden außerhalb von Deutschland aufbewahrt.
•    Verbindungsabbrüche und eine Software, die dann immer wieder von vorne anfängt, das angefangene Datenpaket zu übertragen
•    Der Service-Provider ist plötzlich insolvent.
•    Die Daten sind für einen Restore über das Internet zu groß.
•    Die Software muss immer nach einer bestimmten Zeit wieder ein Voll-Backup machen.
•    Die Langzeitaufbewahrung von der Sicherung muss in der Regel zusätzlich noch mit Wechselmedien realisiert werden.

ITM: Welche Vertragslaufzeiten und Bezahlmodelle sind im Cloud-Backup-Bereich üblich?
Rudloff:
Das ist je nach Service-Provider und Leistungspaket völlig unterschiedlich. Hier ist es wichtig, sich Angebote von verschiedenen Providern einzuholen.

ITM: Welche Schritte sollten Mittelständler letztlich bei der Erstellung einer geeigneten Backup-Strategie beachten?
Rudloff:
Am besten sollte sich der Mittelständler einen lokalen Hersteller oder ein Systemhaus suchen, was ihm nicht nur bei der Festlegung der Backup-Strategie hilft, sondern auch bei der Implementierung, und bei Fragen oder Problemen zeitnah und kompetent Hilfe bietet.

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