IT-Fachkräfte

Mehr Azubis in die IT-Berufe!

IT-Ausbildungsberufe sind mindestens so attraktiv wie akademische Berufe in diesem Bereich. Der Trend zeigt nach oben, IT-Fachkräfte sind auch in den nächsten Jahren stark gefragt.

Ende des letzten Jahres waren erstmals mehr als eine Millionen Menschen in der IT beschäftigt. Durch die anlaufende Digitalisierung - Stichwort „Industrie 4.0“ - wächst der Bedarf weiter. Der Branchenverband Bitkom geht von einem stabilen Wachstum der Branche in den nächsten Jahren aus.

Nach einer Studie des Personaldienstleister Robert Half Technologies gibt es eine ganze Menge guter Gründe, eine Karriere in der IT einzuschlagen. „Technologiefirmen passen Karrierewege kontinuierlich an und schaffen neue Jobprofile“, sagt Senior Managing Director Sven Hennige. “So war etwa der Chief Digital Officer vor ein paar Jahren noch vollkommen unbekannt, heute ist sie eine zentrale Führungsposition.“

Zu den Gründen für eine IT-Karriere gehört unter anderem die schlichte Nachfrage nach Fachkräften: Es ist vergleichsweise einfach, einen interessanten Job zu bekommen. In der Folge ist die Gehaltsentwicklung überdurchschnittlich gut und erlaubt Freiräume bei Gehaltsverhandlungen. Vor allem durch digitale Transformation und Industrie 4.0 suchen immer mehr Industrieunternehmen nach IT-Fachkräften.

Erfolg der dualen Ausbildung

Damit sind übrigens nicht immer Akademiker, also Absolventen von MINT-Studiengängen gemeint. Tatsächlich sind auch die IT-Jobs der dualen Ausbildung recht gefragt. Vier Berufsbilder mit unterschiedlichen Ausrichtungen gibt es: Fachinformatiker, Systemelektroniker, Systemkaufmann und Informatikkaufmann.

Die neuen Berufe sind vor knapp zwei Jahrzehnten eingeführt worden, ungefähr 200.000 Fachkräfte sind bisher ausgebildet worden. Im Moment werden in diesen Berufen pro Jahr rund 15.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, angeführt vom Boomberuf Fachinformatiker.

Wenn es nach der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) geht, soll die duale Ausbildung noch weiter ausgebaut werden. In seiner aktuellen Studie „Fachkräfte für die Industrie 4.0“ fordert der Verband eine Neuorientierung im Bildungssystem.

Der Verband kritisiert wird die verstärkte Ausbildung von Akademikern, deren Theoriefestigkeit auf dem Arbeitsmarkt eher selten gebraucht wird. Eine fast schon revolutionäre Aussage, galt doch bisher das Dogma, dass eine 100-prozentige Akademisierung der Arbeitswelt nur von Vorteil sein könne.

Chance für den Einstieg ins Berufsleben

„Der gut ausgebildete Facharbeiter ist für eine Industrie- und Exportnation gerade in der Entwicklung zur Industrie 4.0 unverzichtbar,“ sagt Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der VhU. „Deshalb müssen Abitur und duale Ausbildung gleichwertige Chancen in das Berufsleben eröffnen, um alle Potenziale für die digitale Zukunft zu heben.“

Die IT-Berufe sind durchaus anspruchsvoll. Talent zum systematischen Denken, technisches Verständnis und ein Händchen für „Knobeleien“, Freude an Mathe und Physik sowie Englischkenntnisse sind gute Voraussetzungen für diese Berufe.

Das Problem ist jedoch nach Ansicht der Arbeitgeber, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit genau diesem Profil viel zu oft an den Universitäten landen. Dort ist die Gefahr groß, dass sie an den oft hohen theoretischen Anforderungen scheitern.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) möchte die Attraktivität der IT-Ausbildungsberufe weiter fördern. Deshalb prüft es aktuell den Modernisierungsbedarf der Ausbildungen. In einer Online-Befragung will es die aktuellen und künftigen Anforderungen an IT-Fachkräfte identifizieren und die weitere Ausgestaltung der IT-Berufe planen.

Die Befragung richtet sich vor allem an Betriebe, die in diesen Berufen ausbilden, ausgebildet haben oder eine Ausbildung planen. Angesprochen sind das Leitungspersonal, Personal- und Ausbildungsverantwortliche, IT-Fachkräfte, Auszubildende, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Berufsschullehrer/-innen.

Die Umfrage ist ab sofort im Internet unter der Adresse https://uzbonn.de/it-berufe-aktuell zu erreichen und endet am 25. Mai 2016.

Bildquelle: Thinkstock 

Die Studie „Fachkräfte für die Industrie 4.0 – für eine Neuorientierung im Bildungssystem

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