Container-Rechenzentren

Mehr Flexibilität bei den Infrastrukturen

Knapp drei Viertel der realisierten Rechenzentren sind klassische Inhouse-Lösungen. Dazu zählen sowohl als eigenes Gebäude errichtete Datacenter als auch Raum-in-Raum- respektive Schranklösungen. Künftig jedoch könnten zunehmend Container-Lösungen Einzug halten. Insbesondere dann, wenn sie für spezielle Anforderung gedacht sind.

  • Rechenzentrum

    Neben Containerlösungen sind auch klassische RZ-, Raum-in-Raum-Lösungen oder Mini-Data-Center möglich.

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    Für Container spricht deren Flexibilität – RZ-Verantwortliche entscheiden sich für sie, weil sie standortunabhängiger sind.

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    Auch Outdoor-Rechenzentren haben ihre Berechtigung.

Doch warum sollten sich die Verantwortlichen für RZ-Container entscheiden? Container befinden sich hinsichtlich der Sicherheit mit klassischen Lösungen auf Augenhöhe. Zudem ist der Feuerschutz mindestens identisch, da die meisten Container über eine F90-Wertigkeit verfügen. Eine Erweiterung des Feuerschutzes ist möglich.

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Bedenken, dass RZ-Container jederzeit zugänglich und damit angreifbar sind, müssen die Verantwortlichen nicht haben. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich die Container im Außenbereich meistens auf dem Firmengelände befinden. Allerdings gilt: Da Teile der IT-Infrastruktur wie z.B. die Klimatisierung außerhalb des Containers stehen, sollten beispielsweise Sichtschutzzäune errichtet werden. Hintergrund ist laut der Data Center Group weniger der Schutz vor physikalischen Gefahren als vielmehr vor zufälligen respektive versehentlichen Beschädigungen.

Regelmäßige Wartung

Die Überwachung und Wartung der Container sind ebenfalls nicht komplizierter als die ihrer Inhouse-Pendants. Für Erstere werden häufig neben Sichtschutzzäunen auch Kameraüberwachung und Beleuchtungskonzepte durch Bewegungsmelder verwendet. Für die Kontrolle der Hardware im Inneren nutzen viele Kunden von Anfang an entsprechende Monitoring-Lösungen. Zur Wartung wird,
wie für jedes andere Rechenzentrum, ein Wartungsmanagement eingesetzt. Egal welcher Typ, welcher Standort oder welche Größe: Alle Datacenter benötigen eine regelmäßige Wartung durch erfahrene Techniker, denn nur so kann ein sicherer Betrieb gewährleistet werden.

Manchmal führt auch die Schnelligkeit bis zur Inbetriebnahme zur Wahl eines Containers: Manche Containerlösungen sind infolge einer Modulbauweise in vier Monaten schlüsselfertig – das kann bis zu 70 Prozent schneller sein als die Errichtung herkömmlicher Inhouse-Rechenzentren. Aber auch wenn neue Containerlösungen schnell verfügbar sind, müssen sie ebenfalls projektiert, gefertigt, vor Ort in Betrieb genommen und vom Betreiber respektive in dessen Auftrag mit Servern, Switches und Co. ausgestattet werden.

Mögliche Backup-Lösung

Für Container spricht deren Flexibilität – RZ-Verantwortliche entscheiden sich für sie, weil sie standortunabhängiger sind. Natürlich bleiben sie dennoch fest positioniert auf dem Firmengelände. Das ergibt sich allein schon durch ein etwaiges Fundament sowie diverse Anschlüsse. Zudem müssen Unternehmen auch bei Container-Lösungen eine Baugenehmigung erwirken und Anbindungen für Strom und Daten sicherstellen.

Im Gegensatz zu Inhouse-Lösungen entfallen allerdings Baumaßnahmen, Veränderungen am Bestandsgebäude oder kostspieligere Neubauten. Wie bei Inhouse-RZ planen auch bei den Containern viele Verantwortliche bereits zukunftsfähig, schließlich ist ein Rechenzentrum auf mehrere Jahre ausgelegt. Hier unterscheiden sich dann die RZ-Typen voneinander: Klassische RZ müssen einen Platz für Wachstum berücksichtigen, Containerlösungen werden deutlich einfacher um einen zweiten Container ergänzt.

Generell sind solche Lösungen kein Allzweckmittel und RZ-Betreiber sollten genau prüfen, was für ihr Unternehmen die geeignetste Variante wäre. Neben Containerlösungen behalten auch klassische RZ-, Raum-in-Raum-Lösungen oder Mini-Data-Center ihre Daseinsberechtigung. Die Vorteile von Containern liegen unter Umständen in der Schnelligkeit ihrer Inbetriebnahme. Ein weiterer Nutzen liegt in der Flexibilität. Gemeint ist dabei die Flexibilität bei der Wahl des Standorts und bei einer etwaigen Vergrößerung.

Bildquelle: Data Center Group

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