Erfolgreiche Inbetriebnahme

MES und SAP wie aus einem Guss

Anfang des Jahres nahm die Eisengießerei Gienanth eine neue, mehrschichtige Industrie-4.0-Lösung erfolgreich in Betrieb.

Flüssiger Stahl in einer Gießerei

Bei dem Gießereibetrieb Gienanth arbeiten ERP-System und MES wie aus einem Guss zusammen.

Die Idap Informationsmanagement GmbH aus Hürth hat bei dem traditionsreichen Gießereibetrieb am 7. Januar 2019 eine Integrationslösung aus Idap.mes und SAP ERP produktiv gesetzt und damit die Basis für durchgängige Fertigungs- und Qualitätsprozesse geschaffen.

Die Gienanth Group betreibt in Deutschland, Österreich und Tschechien insgesamt fünf metallverarbeitende Produktionsstätten; davon drei Eisengießereien. Im rheinland-pfälzischen Werk in Eisenberg ging das Traditionsunternehmen nach der Umstellung auf das ERP-System von SAP jetzt den nächsten Schritt und nutzt ab sofort Idap.mes, um die komplexen Prozesse in der Produktion besser zu planen, zu steuern und zu optimieren. Ausdrückliches Ziel war es dabei, die neuen, agilen Manufacturing-Execution-System-Werkzeuge (MES) im Zusammenspiel mit dem SAP ERP als ganzheitliche Lösung zu implementieren. Der vollständige Betrieb im Rechenzentrum beider Lösungen erforderte darüber hinaus ein stabiles und ausgefeiltes Berechtigungskonzept.

Seit Januar 2019 nutzt Gienanth auf MES-Seite an insgesamt 114 Terminals und fünf vollautomatischen DISA-Gießanlagen nun die Module Betriebsdatenerfassung (BDE), Maschinendatenerfassung (MDE), Qualitätsdatenerfassung (QDE), Instandhaltungsdatenerfassung (IDE), MES-BI (Auswertungen und Dashboards) sowie das Prozessdatenmanagement (PRM).

Hinzu kommen zahlreiche, im Standard integrierte Funktionen. Dazu zählen Materialflusssteuerung, Traceability, Behältermanagement und die Abbildung von Fremdbearbeitungsvorgängen genauso wie Mehrmaschinenbedienung, umfangreiche Storno- und Korrekturmöglichkeiten, spezielle Bedienkonzepte, auftragsbezogenes Rüsten sowie suspekte Menge. In Kombination mit Konfiguration und Customizing sollen auf diese Weise die hohen Anforderungen der Metallverarbeitung vollständig abgedeckt und eine durchgehende Industrie-4.0-Lösung etabliert werden.

ERP-Ebene und Shopfloor vernetzen

Neben dem MES-Teil umfasst die Integrationslösung bei Gienanth auch einen umfangreichen SAP-Teil. Oder anders gesagt: Die ERP-Ebene und der Shopfloor werden miteinander verbunden und vernetzt. Im Fokus stehen dabei die Fertigungs- und Qualitätsprozesse. Nicht die Systeme. Konkret bedeutet dies, dass die Berater und Entwickler der Idap neben der MES-Lösung auch die SAP-Logistikmodule, Produktionsplanung und -steuerung (PP), Qualitätsmanagement (QM) und Instandhaltung (PM) sowie im Versand die Paketlösung aus SAP WM, Idap.Versandmonitor (Zusatzlösung) und mobilen Scanner-Anwendungen implementiert haben.

Die Grundlage für den SAP-Standard ist ein auf Best Practices basierendes ERP-Branchen-Template. So konnte der Aufwand für Planung, Installation, Customizing und Schulung im Vergleich zu einer klassischen Greenfield-Einführung deutlich reduziert werden. Darüber hinaus vertraut Gienanth auf zwei weitere Add-Ons made des Anbieters aus Hürth: Idap.Planung und Idap.Fremdbearbeitung. Beide Cockpits sollen dabei den Gesamtnutzen des SAP-Systems hinsichtlich Effektivität und Handling erweitern. Das Planungs-Tool im Zuge der Kapazitätsplanung und das andere Tool bei der Abwicklung geplanter und vor allem ungeplanter externer Bearbeitung – inklusive Bestandsverwaltung und Terminverfolgung.

Nicht zuletzt ist der Fortgang des Projekts laut Gienanth geplant: So erfolgt in den nächsten Monaten schrittweise die Anbindung aller Waagen an das MES, der MES-Ausbau auf den Schmelzbetrieb und den Handformguss sowie der Rollout auf alle Standorte.

Bildquelle: iStock/Getty Images Plus

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