Agile IT-Infrastrukturen

Mit Hyperkonvergenz auf der Überholspur

Die Hans Tesmer AG & Co. KG setzt auf eine hyperkonvergente IT-Infrastruktur. Dadurch spart der norddeutsche Mercedes-Benz-Partner bei der Verwaltung und Bereitstellung von IT-Ressourcen für die acht Standorte Zeit und Kosten ein.

  • Fahrzeuge auf der Autobahn

    Mit einer hyperkonvergenten IT-Infrastruktur beschleunigt die Hans Tesmer AG & Co. KG die Datensicherung.

  • Stefan Lutz, IT-Leiter bei Tesmer

    Stefan Lutz, IT-Leiter beim Autohaus Hans Tesmer

  • Autohaus Hans Tesmer AG & Co. KG

    Das Autohaus fungiert als Mercedes-Benz-Vertriebs- und Service-Partner.

Vernetzte Fahrzeuge, Elektromobilität, interaktive Kundenservices und virtuelle Showrooms, in denen Kunden ihr Wunschmodell am Großbildschirm per VR-Brille konfigurieren und testen können. Viele Autohäuser stehen vor einem Umbruch. „Es ist schwer absehbar, welche Anforderungen in den kommenden Jahren auf uns zukommen. Wir wissen nur: Die Frequenz, mit der neue Geschäftsprozesse implementiert oder bestehende modifiziert werden müssen, erhöht sich“, umreißt Stefan Lutz, IT-Leiter bei Tesmer, die Situation. Von Hamburg/Harburg aus betreut er mit zwei weiteren Kollegen rund 300 IT-Arbeitsplätze an insgesamt acht Standorten. Die meisten Applikationen wie die Systeme für CRM, Werkstattplanung und -aufträge sowie Buchhaltung werden per Terminalserver bereitgestellt.

Bislang befand sich eine virtualisierte IT-Infrastruktur auf Basis von VMware vSphere, Dell-EMC-Servern und Storage im Einsatz. In punkto Zukunftsfähigkeit bedeutete dies jedoch eine Sackgasse. „Wir konnten weder den bestehenden Storage noch die SAN-Switches nach Ablauf ihres Lebenszyklus aufrüsten“, berichtet Lutz. Tesmer legte bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur viel Wert auf eine hohe Flexibilität durch eine einfache Skalierbarkeit und schlanke Verwaltung. Das Unternehmen entschied nach einer anforderungsgerechten Beratung durch das Systemhaus Cema, sich vom klassischen SAN zu verabschieden und stattdessen eine hyperkonvergente IT-Infrastruktur zu realisieren.

Handlungsspielraum für die Zukunft

Herzstück der Lösung sind die Storage-Software „vSAN“ von VMware und vier maßgeschneiderte Virtualisierungs-Hosts von Dell EMC. Ausgestattet mit Flashspeicher, die über 10-Gigabit-Switches redundant miteinander verbunden sind, stellen die Hosts den virtuellen Maschinen (VM) und Anwendungen einen hochverfügbaren, ausfallsicheren und performanten „Shared Storage“ zur Verfügung. „Die neue IT-Umgebung liefert uns flexiblen Handlungsspielraum für die Zukunft. Sie ist pflegeleicht, nach Bedarf erweiterbar und schützt unsere Investitionen“, begründet Lutz den Wechsel zur hyperkonvergenten IT-Infrastruktur. Zudem kann Tesmer das seit rund zehn Jahren aufgebaute VMware-Know-how und die Betreuung durch Dell EMC weiter nutzen.

Die neue Lösung wurde von Cema konzipiert und umgesetzt. Das Systemhaus analysierte mit zwei Tools, DPack von Dell EMC und vSAN Assessment von VMware, die bestehende IT-Umgebung. Anhand der ermittelten Leistungsdaten wie Auslastung der Server-CPUs und RAM, Datendurchsatz und E/A-Werten dimensionierte und designte der Dienstleister das vSAN-Cluster und bestimmte in enger Abstimmung mit dem Hersteller die Hardware- und Software-Komponenten.

VMware vSAN wird direkt im Hypervisor implementiert. Im Gegensatz zu anderen hyperkonvergenten Lösungen benötigt vSAN keine lokale RAID-Konfiguration; die Festplatten werden von der Software verwaltet. Durch die Integration der Software-Komponenten in den Kernel kommt vSAN ohne Kontroll-VM aus. Aufwendige Konfigurations- und Migrationsarbeiten beim Erweitern entfallen. Für Lutz birgt das Vorteile: „Die Infrastruktur ist deutlich schlanker und erlaubt ein schnelles Bereitstellen von Storage im laufenden Betrieb. Das Management über eine einheitliche Oberfläche anstatt wie bisher mithilfe verschiedener Tools erleichtert die Administration.“

Vereinfachtes Management

Der Storage lässt sich automatisiert über Richtlinien verteilen und verwalten. Diese werden den VMs und Anwendungen gemäß deren Anforderungen an Kapazität, Verfügbarkeit und Performance direkt zugewiesen. Die Ressourcenzuteilung gewährleistet vSAN. Das Ergebnis: eine hochverfügbare Bereitstellung aller Dienste und verbesserte Zugriffszeiten. „Die Antwortzeiten sind um Faktor vier schneller“, stellt Lutz fest.

Auch die Datensicherung hat an Tempo gewonnen. Zum einen wegen der beschleunigten Plattenzugriffe und der 10-Gbit-Netzwerk-Infrastruktur. Zum anderen aufgrund der vom Systemhaus eingeführten Backup- und Desaster-Recovery-Lösung des Herstellers Veeam, die den virtuellen Datenspeicher zusätzlich sichert. „Die nächtlichen Sicherungsläufe der aktuellen Umgebung haben sich um 50 Prozent verkürzt“, berichtet Lutz. Darüber hinaus straffen Sicherungsagenten das Backup.

Dank der kompakten Architektur spart Tesmer ein ganzes Server-Rack ein. Dies schlägt sich in einem geringeren Strombedarf für Betrieb und Kühlung nieder. Weniger Wartungsaufwand sowie die Möglichkeit, neben Flashspeicher auch herkömmlichen Speicher zu verwenden, tragen ebenfalls zu einer verringerten TCO bei. „Die neue Umgebung verschafft uns die nötige Agilität für die Zukunft. Wir können veränderte Anforderungen und neue Vorgaben seitens Mercedes-Benz rasch und einfach umsetzen, egal wie diese aussehen werden. Mit dieser Flexibilität sind wir für die kommenden Jahre gut gerüstet“, betont IT-Leiter Lutz abschließend.

Hans Tesmer AG & Co. KG
Geschäftsfeld: Mercedes-Benz-Vertriebs- und Service-Partner; die Angebotspalette reicht von PKW und Freizeitmobilen bis hin zu Transporter und LKW
Hauptsitz: Buxtehude
Mitarbeiter: 400

Bildquellen: iStock/Getty Images Plus, Hans Tesmer AG & Co. KG

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