Ergänzung zu ERP

Mit intelligenten Add-ons zur optimierten Planung

Wo ERP-Systeme an ihre Grenzen stoßen, kommen intelligente Add-ons ins Spiel: Sie ermöglichen Unternehmen, vorhandene Daten besser zur Entscheidungsfindung nutzen zu können. Besonders wertvoll ist dies für das Management der internen Supply Chain – das hat der Aufzughersteller Schmitt + Sohn festgestellt. Er hat mit einem Add-on sein Bestandsmanagement optimiert.

  • Aufzugshersteller Schmitt + Sohn

    Der Aufzugshersteller Schmitt + Sohn muss Ersatzteile für mindestens zehn Jahre bereithalten.

  • Aufzugswerke Schmitt + Sohn GmbH & Co.KG

    Dispositionsaufwände reduziert das Unternehmen mit einem Add-on für das Bestandsmanagement.

  • Aufzugswerke Schmitt + Sohn GmbH & Co.KG

    Software-Unterstützung entlang der internen Supply Chain ist unentbehrlich.

  • Stefan Rohde

    „Unser Lagerwert stieg von Jahr zu Jahr an.“ (Stefan Rohde)

Beim Management von Waren stehen Mittelständler branchenübergreifend vor der gleichen Herausforderung: Auf der einen Seite gilt es, stets lieferfähig zu sein und einen hohen Service-Grad zu gewährleisten, auf der anderen Seite schlagen sich hohe Bestände in Form steigender Lagerkosten nieder. Um dabei eine Balance zu finden, ist Software-Unterstützung entlang der internen Supply Chain unentbehrlich.

Herkömmliche ERP-Systeme stoßen dabei an Grenzen. So mangelt es den betriebswirtschaftlichen Lösungen nicht selten an einer übersichtlichen Visualisierung der Lieferkette. Darüber hinaus hinken sie häufig in puncto Transparenz und intuitive Bedienung hinterher. ERP-Systeme planen in der Regel gegen unbegrenzte Kapazitäten und bilden schon allein deshalb die realen Prozesse nicht hinreichend ab. Intelligente Add-ons kompensieren diese Defizite: Während ERP-Systeme Daten lediglich verwalten, geben Add-ons darauf aufbauend Handlungsempfehlungen und ermöglichen so eine vorausschauende, ganzheitliche Planung. So auch bei der Aufzugswerke Schmitt + Sohn GmbH & Co. KG.

Besseres Bestandsmanagement

Das Nürnberger Familienunternehmen produziert und modernisiert Aufzugsanlagen. Diese haben in der Regel eine lange Nutzungsdauer, sodass Ersatzteile für mindestens zehn Jahre bereitgehalten werden müssen. Zudem garantiert die Firma ihren Kunden, diese innerhalb von 24 Stunden zu liefern. Bei rund 40.000 betreuten Anlagen im Jahr impliziert dieses Versprechen einen hohen Dispositionsaufwand. Eine Belastung, die das Unternehmen mit einem Add-on für das Bestandsmanagement deutlich reduzieren konnte.

Konkret lief die Materialdisposition im Zentrallager lange Zeit über ein ERP-System, das die Bedarfe jedoch nur statisch und in Form unübersichtlicher Listen abbildete. Dies machte es für Stefan Rohde, Process Owner Einkauf/Materialwirtschaft, und sein Team schwer, die Zahlen auszuwerten. „Es war unklar, ob und in welcher Stückzahl die angezeigten Artikel künftig überhaupt benötigt wurden“, erklärt Rohde. „Um nicht zu wenig auf Lager zu haben, bestellten wir tendenziell zu viel. Unser Lagerwert stieg von Jahr zu Jahr an und band zu viel Kapital.“

Hinzu kommt die hohe Variantenvielfalt bei der Herstellung der maßgeschneiderten Aufzugsanlagen. Die geringe Vorlaufzeit von maximal sechs Wochen erschwert eine langfristige Planung zusätzlich, sodass man die Produktion wiederholt stoppen musste, weil die nötigen Teile nicht rechtzeitig an Ort und Stelle waren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

System gibt optimale Empfehlungen

Über Schnittstellen entnehmen Add-ons Informationen aus dem ERP-System oder anderen Quellsystemen, um darauf aufbauend die Planung zu optimieren –
im Fall des Aufzugherstellers auf täglicher Basis. Dann kommen Operations-Research-Algorithmen zum Einsatz. Sie sind in der Lage, aus einer Vielzahl von Prognoseverfahren zu wählen und auf der Basis von Vergangenheitswerten das für den jeweiligen Artikel passende Verfahren auszuwählen. Entdeckt das Prognosesystem einen Bedarf, können Mitarbeiter schnell darauf reagieren. Das Add-on stellt dafür Bestellvorschläge bereit, die den optimalen Bestellzeitpunkt und die richtige Menge für die benötigten Artikel beinhalten. Die Handlungsempfehlungen helfen Planern, ihre Bestände zu minimieren und gleichzeitig eine hohe Lieferbereitschaft zu gewährleisten.

Um ein solches System erfolgreich einzuführen, muss zunächst die Datengrundlage stimmen. Was viele Unternehmen nicht wissen: Meist werden die relevanten Daten bereits durch das ERP-System erfasst und liegen dort vor. Darüber hinaus gilt es, eine Schnittstelle zwischen ERP- und Add-on-System zu schaffen, wobei in der Regel der involvierte IT-Dienstleister unterstützt.

Dynamische Prognosen erweitern Planungshorizont

Ein halbes Jahr nach der Einführung profitierte Schmitt + Sohn bereits von einem langfristigen Planungshorizont und geringeren  Dispositionsaufwand. Das neue System von Inform errechnet alle wichtigen Kennzahlen über Nacht und kann statt statischer Angaben fundierte Prognosen und daraus folgende Bestellvorschläge bis zu 18 Monate im Voraus geben – dynamisch angepasst an den tatsächlichen Bedarf.

Bildquelle: Aufzugswerke Schmitt + Sohn GmbH & Co. KG

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