Tipps für die Industrie

Mit IoT neue Geschäftsfelder erschließen

Immer mehr aus der analogen Welt stammende Traditionsunternehmen entdecken das Internet of Things für sich. So auch ein Teil der Kunden des Technologiekonzerns Feintool. In diesem Ratgeber verrät der Schweizer Anlagen- und Werkzeugbauer, wie er dank IoT sein Serviceangebot neu aufgestellt hat.

  • Das Internet der Dinge ermöglicht es produzierenden Unternehmen, ihre Maschinendaten stets im Blick zu haben.

    Das Internet der Dinge ermöglicht es produzierenden Unternehmen, ihre Maschinendaten stets im Blick zu haben.

  • Predictive Maintenance heißt das Zauberwort und IoT oder IIoT – das Industrial Internet of Things

    Predictive Maintenance heißt das Zauberwort und IoT oder IIoT – das Industrial Internet of Things.

Wenn eine Maschine ausfällt und es zu einem Servicefall kommt, ist es meist schon zu spät. Bis die Techniker mit den benötigten Ersatzteilen kommen, können Tage vergehen. Privat mag das noch angehen, wenn man vorübergehend auf die eigene Waschmaschine verzichten muss, in Unternehmen hängen aber Arbeitsplätze an den Anlagen und jeder Produktionsausfall kann Hunderttausende, wenn nicht Millionen kosten.

Das wissen auch die Kunden von Feintool, einem Anbieter von Umformtechnologie für Feinschneidpressen, viele davon aus der Automobilindustrie. Nahezu in jedem Pkw sind Feinschneid- und Umformteile verbaut – beispielsweise im Motor, Fahrwerk, Getriebe, in Sitzmechanismen oder Sicherheitssystemen. Daher kommt es den Industriekunden auch auf besonders präzise und störungsfreie Produktionsabläufe an.

Erfolg mit Predictive Maintenance

Feintool hat daher nach einer Lösung gesucht, um die Wartungsintervalle für seine Maschinen und Anlagen zu optimieren und vorausschauend zu erkennen, wann der Servicefall eintritt. Predictive Maintenance heißt das Zauberwort und IoT oder IIoT – das Industrial Internet of Things – ist der Schlüssel dazu.

Als Lösungspartner hat sich das Schweizer Unternehmen für die Device Insight GmbH entschieden. Sie hat eine IoT-Plattform entwickelt, mit der durch Condition Monitoring und Predictive Maintenance die Produktionsausfälle bei Industriekunden vermieden oder so klein wie möglich gehalten werden können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.



Ein Ziel der Lösung war es, den Einsatz von Servicetechnikern vor Ort zu reduzieren, die vorher nötig waren, um den Zustand der Maschinen zu prüfen. Es kam daher besonders auf die Remote-Service-Funktion an, die ein Online-Monitoring und Alarming sowie den weltweiten Zugriff auf die Maschinen ermöglicht, ohne dass Servicetechniker selbst vor Ort sein müssen. Damit kann Kunden, deren Anlagen rund um die Uhr laufen sollen, viel schneller geholfen werden. Ferner beinhaltet die Lösung Möglichkeiten für die Datenanalyse und das Benchmarking mit Blick auf Predictive Maintenance.

Mit der cloudbasierten IoT-Plattform als Basis erfolgte die Anbindung über ein spezielles Mobilfunk-Gateway, das in der Steuereinheit einer Maschine verbaut wurde, um die Zugangsdaten einer oder mehrerer angebundener Feinschneidpressen zu erfassen und an die weltweiten Servicezentralen des Unternehmens oder an die kundenseitigen Experten weiterzuleiten. Ein Dashboard zeigt in Echtzeit jede kleine Unregelmäßigkeit und eine nahende Wartung an, sodass der Servicetechniker nur in einem solchen Fall ausrücken muss und genau weiß, was ihn dort erwartet und welche Ersatzteile gegebenenfalls nötig sind.

Initiative zur Digitalisierung erforderlich

„Mit dieser Lösung kommen wir auf dem Weg hin zu einem proaktiven Service ein großes Stück voran“, sagt Marc Schneeberger, Feintool Head of Global Service. Er lobt die Möglichkeit, Muster zu erkennen und Alarme erfassen zu können, um diese direkt an die richtige Adresse wie etwa an die Instandhaltung weiterzuleiten.

Die cloudbasierte IoT-Plattform ist exemplarisch für viele IoT-Anwendungen in der Industrie, in der Logistik und in anderen vertikalen Märkten. Die IoT-Anbindung von Maschinen, Anlagen und Geräten ist dabei der Schlüssel für intelligentes Condition Monitoring, Predictive Maintenance und Remote Services. Die Maschinen von morgen lernen nicht nur ständig dazu, Stichwort Machine Learning, sondern werden auch in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren und sich selbst oder gegenseitig zu reparieren. Nicht zuletzt fördert KI die Mensch-Maschine-Interaktion.

Bildquelle: Feintool

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