Webshops als Internet-Schaufenster

„Mobile Commerce wird immer wichtiger“

Interview mit Christiane Aumeier, Senior Manager Marketing & PR Europe bei Verio Europe, über das Interesse mittelständischer Unternehmen an M-Commerce und was sie bei der Einführung eines Webshops beachten sollten

Christiane Aumeier, Verio

„Ein Shop darf nicht stillstehen, er muss mit der Zeit gehen und auf Trends im E-Commerce eingehen“, bemerkt Christiane Aumeier, Senior Manager Marketing & PR Europe bei Verio Europe.

ITM: Frau Aumeier, wie hat sich der E-Commerce-Markt in den letzten Monaten gewandelt?
Christiane Aumeier:
Mobile Commerce wird immer wichtiger: Vollständige sowie kaufanregende Produktinformationen auf kleinstem Raum unterzubringen, ist eine Kunst, die man in die Hände von Profis legen sollte. Verio Europes Partner für den E-Store, ePages, hat sich in den letzten Versions-Updates besonders auf Verbesserungen für mobile User konzentriert.

ITM: Welche Faktoren spielten bei der Marktentwicklung eine Rolle?
Aumeier:
Die Nutzung des Internets über mobile Endgeräte hat stark zugenommen, Smartphones und Tablets sind bezahlbarer geworden, Handytarife mit Internet-Flats bieten Kostensicherheit. Kunden und Interessenten erwarten nun in Optik und Datenvolumen an mobile Nutzung angepasste Shops. Auch die Vernetzung über diverse Produktportale, Handels- und Social-Media-Plattformen darf heute nicht unberücksichtigt bleiben. Wer das nicht bietet, hat in diesem Moment verloren.

ITM: Welche Vorteile und Möglichkeiten bieten sich Mittelständlern, wenn sie ihre Produkte bspw. zusätzlich zum Ladengeschäft über einen Webshop vertreiben?
Aumeier:
Der Mittelstand stellt in Deutschland (lt. Institut für Mittelstandsforschung, IfM Bonn) 99,7 Prozent aller Unternehmer – der Wettbewerb ist also unter Umständen groß und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Mit einem Ladengeschäft ist ein Mittelständler mit seinen Produkten lokal vertreten. Rund 60 Prozent aller potentiellen Kunden aber nutzen ihr Smartphone, um nahegelegene Ladengeschäfte zu suchen bzw. informieren sich vorab im Onlineshop des Unternehmens. Wer keinen Online-Auftritt hat, fällt an dieser Stelle aus dem Raster. Mit dem Suchergebnis kommen zusätzlich aber gleichzeitig alle Mitbewerbershops ins Spiel. Um möglichst weit oben in den Trefferlisten der Suchmaschinen zu landen, sollte ein Shop die Möglichkeit zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) bieten.

Wer mit seinem Shop gefunden wird, kann ohne großen Aufwand neue oder auch wechselnde Zielgruppen ansprechen oder sogar neue Märkte erschließen. Ein weiterer Vorteil: Auch interne Abläufe lassen sich optimieren, wenn zu jeder Bestellung auch dazugehörige Rechnungen, Lieferscheine und Gutschriften erzeugt werden können.

ITM: Wie gestaltet sich das derzeitige Interesse mittelständischer Unternehmen an entsprechenden E-Commerce-Lösungen?
Aumeier:
Die Gesamtumsätze im interaktiven Handel nehmen seit Jahren stetig zu. Der Anteil des Onlinehandels stellt dabei einen Großteil des Umsatzes dar. Generell können es sich Unternehmen jeder Größe daher auf Dauer nicht erlauben, sich dem Internet als Verkaufsplattform zu verschließen. Wer also die Vorteile und Möglichkeiten erkennt und für seinen Betrieb nutzen möchte, ist im Moment auf der Suche nach der für das Unternehmen passenden E-Commerce-Lösung.

ITM: Welche grundsätzlichen Anforderungen stellen Mittelständler an eine Webshop-Lösung und worauf sollten sie demnach bei der Auswahl eines E-Commerce-Anbieters achten?
Aumeier:
Kaum einer braucht wirklich eine aufwändige E-Commerce-Lösung für die er zigtausend Euro investieren muss. Die meisten Mittelständler sind mit einem normalen Mietshop auf Hosting-Basis bestens ausgestattet – im Gegensatz zum gekauften Shop kommen Verbesserungen, System-Updates oder eventuell nötige Anpassungen aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen (z.B. Button-Lösung) ohne zusätzliche Kosten automatisch vom „Vermieter“. Auch eventuell auftretende Sicherheitslücken werden so schnell erkannt und automatisch geschlossen.

Ein Shop darf nicht stillstehen, er muss mit der Zeit gehen und auf Trends im E-Commerce eingehen: Neue Zahlungsmöglichkeiten entstehen, Versandmöglichkeiten, die sich nicht durchsetzen konnten, fallen weg, weitere kommen hinzu. Kunden bestellen vermehrt über mobile Endgeräte wie Handys oder Tablets, und auch der Markt außerhalb der deutschen Grenzen rückt für viele Anbieter näher. Hier kommt es zusätzlich auf Sprache, Währung, Besteuerung etc. an.

Wer sich einen Partner sucht, der diese Leistungen in sein Angebot einschließt und dem Shopbetreiber gleichzeitig größtmögliche Flexibilität bietet, ist auf der sicheren Seite.

ITM: Wie gestaltet sich die Einführung einer Webshop-Lösung?
Aumeier:
Für unseren E-Store gesprochen: sehr einfach. Für die Basics und einen Sofortstart mit professionellem Aussehen langt es, den Gestaltungsassistenten zu durchlaufen und die Produkte einzupflegen. Auch ein Import bestehender Kunden-, Produkt-, Bestelldaten und Kategorien ist möglich; eine Vorbereitung zur Vorzertifizierung durch Trusted Shops sowie Shoplupe ist bereits vorhanden.

Zur Einführung in der Öffentlichkeit können unter diversen Produktportalen (Ciao!, Become, Guenstiger.de, Google Shopping, Kelkoo, Preissuchmaschine.de, Shopping.com, Billiger.de, Idealo.de) passende ausgewählt werden. Außerdem kann bestimmt werden, welche Produkte mit welchen Versandmethoden in welchem Intervall auf dem jeweiligen Produktportal veröffentlicht werden sollen. Auch eine Ebay-Integration, Anknüpfung an Amazon und Meinpaket.de helfen beim erfolgreichen Start „draußen“; über ein Newsletter-Tool kann der Bestand unkompliziert über die Shoperöffnung informiert werden.

ITM: Mit welchem Aufwand ist die Webshop-Einführung verbunden?
Aumeier:
Der zeitliche Aufwand hängt ganz von Artikelanzahl, Produktgruppen und Produktvariationen ab: Jede Schraube einzeln mit individuellen Kategorien zu listen, dauert sicher länger als vorgruppierte „Pakete“ zu präsentieren.

Von der personellen Seite betrachtet: Es muss sich jemand hinsetzen und Produktdaten sowie alle Informationen einpflegen. Um diesen Aufwand zu minimieren, besteht die Möglichkeit, sowohl einzelne Produkte als auch gesamte Produktkataloge über Excel zu importieren. Es wird jedoch keine Agenturleistung, Programmierung oder Recherchearbeit bzgl. z.B. Versand- oder Zahlungsmethoden benötigt, da ein E-Store all diese Themen bereits abdeckt. Somit sollte sich der Aufwand auch hier in Grenzen halten.

Auf der Kostenseite sprechen wir bei Verio E-Stores von 15,99, 29,99 und 55,99 Euro monatlich zzgl. einer einmaligen Einrichtungsgebühr in gleicher Höhe. Eine .de-Domain ist in den Paketen bereits enthalten.

ITM: Auf welche Weise lässt sich nach Installation die Gebrauchstauglichkeit eines Webshops testen?
Aumeier:
In einer Art Voransicht kann ein E-Store komplett durchlaufen werden, ohne bereits „Live“ geschaltet zu sein. Echte Fehler, die einen Shop gebrauchsuntauglich machen, werden schon beim Durchlaufen des Assistenten ausgeschlossen, daher geht es bei Tests hier in erster Linie um sprachliche oder sachliche Korrekturen oder Ergänzungen. Die im E-Store freischaltbare mobile Version kann durch Aufruf der Seite über ein Mobilgerät getestet werden: Da bereits alle DOs und DON’Ts berücksichtigt sind, entsteht hier keinerlei zusätzlicher Aufwand.

ITM: Inwiefern sind Webshops heute schon barrierefrei?
Aumeier:
Die Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung von Webseiten basieren auf den Prinzipien der Wahrnehmbarkeit, der Bedienbarkeit, der Verständlichkeit und der Robustheit von Inhalten. Das bedeutet, dass Strukturen transparent und Inhalte leicht zu erreichen sein müssen. Mit dem eingebauten Assistenten gelingt selbst Einsteigern der Aufbau eines übersichtlichen und logisch gegliederten Webshops. Damit ist es ein Leichtes, durchgängig konforme Prozesse, z.B. Bestellprozesse, abzubilden.

Fortgeschrittenen Nutzern stehen darüber hinaus diverse Technologien wie Cascade Style Sheets (CSS) und Java zur Verfügung, um an der Barrierefreiheit ihres Shops zu feilen. Für die Kommunikation nach außen, wie z.B. Kundennewsletter oder Keywords für Suchmaschinen, stehen Einrichtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

ITM: Welche Techniken sorgen für Schnelligkeit?
Aumeier:
Eine automatische Bildgrößenberechnung schon beim Hochladen von Bildern beugt langen Ladezeiten und zu großer Last vor. Eine weitere Möglichkeit zur Ressourcenoptimierung ist der Seiten-Cache: Werden einmal aufgerufene Seiten gecacht, bekommt ein zweiter Besucher derselben Seite diese gecachte Seite angezeigt; die Inhalte müssen nicht erneut erst vom Server abgeholt werden. Für Produktseiten mit Informationen zur Verfügbarkeit gilt natürlich genau das Gegenteil: Eine Aktualisierung sollte möglichst in Echtzeit erfolgen.

Im Hinblick auf die zunehmende Nutzung des Internets über mobile Endgeräte gilt: Wer einen Shop bietet, der bezüglich Seitenlayout und Navigation der kleineren Displaygröße mobiler Geräte gerecht wird, hat beim Käufer eindeutig die Nase vorn.

ITM: Wie kann die Ausfallsicherheit eines Webshops gewährleistet werden?
Aumeier:
Wählt man einen erfahrenen, finanziell stabilen Hosting-Partner, so entspricht auch das Rechenzentrum den allerhöchsten Ansprüchen und stellt eine hochredundante Infrastruktur bereit. Damit der Hoster bei etwaigen Störungen sofort reagieren kann, muss er seine Server über Network-Monitoring rund um die Uhr überwachen. Das Rechenzentrum selbst sollte u.a. eine redundante, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Brandschutztüren, Luftfeuchtigkeitskontrollen und mehrere Sicherheitsstufen bei der Zugangskontrolle bieten. Ein mehrfach redundantes Datenbackup sowie eine in regelmäßigen Abständen erfolgende zusätzliche Sicherung auf Band gehören ebenfalls dazu.

ITM: Was sollte bzgl. der Bezahlmethoden beachtet werden?
Aumeier:
Können Shopbesucher nicht auf die Art und Weise bezahlen, die sie bevorzugen, brechen sie den Kaufvorgang in aller Regel frustriert ab. Wer die gängigen Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung stellt, kann dem optimal vorbeugen. Wer international tätig ist, muss darauf achten, auch ausländische Bezahldienste im Shop integriert zu haben. Bei einem Verio E-Store kann durch die Kooperation mit Ogone aus 80 internationalen Zahlungsmethoden gewählt werden.

ITM: Welche Rolle spielen Gütesiegel?
Aumeier:
Es gibt immer Menschen, die das erste Mal im Web einkaufen. Damit diese Shopbesucher Vertrauen aufbauen können, ist es wichtig, auf Gütesiegel und Garantien zu achten.

ITM: Wie bzw. mit welchen Faktoren kann der Anwender selbst zum Erfolg seines Webshops beitragen?
Aumeier:
Hier sind vor allem drei Punkte zu nennen:

  • Ansprechendes und durchgängiges Design: Der Onlineshop ist das Schaufenster im Internet.
  • Suchmaschinenoptimierung, um im Internet gefunden zu werden
  • Zügige Abwicklung von Bestellungen: Die Shopsoftware unterstützt bei Backoffice-Prozessen.

ITM: Was macht letztlich einen zukunftsfähigen Webshop aus, der auch international erfolgreich ist?
Aumeier:
Sprachen, Währungen, Versand- und Bezahlmethoden müssen auf das entsprechende Land abgestimmt sein; ohne diese Anpassungen geht es nicht. Auch eine mobile Version des Shops ist mittlerweile Pflicht, national wie international.

Der restliche Erfolg hängt zum größten Teil von der Attraktivität der Produkte ab und zu einem gewissen Teil natürlich auch von der Präsenz des Shops: Wird der Shop gefunden? Über Anbindungen an diverse Verkaufsportale und heute gern genutzte Share-/Like-Funktionen kann man den Bekanntheitsgrad schnell mit geringem Aufwand steigern. Ist ein Shop bereits so angelegt, dass suchmaschinenfreundliche URLs sowie eine Basissuchmaschinenoptimierung geboten sind, hat man schon halb gewonnen – alles Weitere ist dann im Feintuning und durch eigene Erfahrungswerte zu optimieren.

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