Externe Test-Services können helfen

Mobile Qualität sichern

Gerade für die mobile Welt müssen Unternehmen qualitativ hochwertige Software bereitstellen. Doch die Übernahme herkömmlicher Qualitätssicherungsmethoden funktioniert hier nicht. Da mittelständische Unternehmen oft nicht über die Ressourcen für den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur verfügen, bietet sich der Rückgriff auf externe Test-Services an.

Eine IDC-Studie zum Thema mobile Qualitätssicherung hat festgestellt, dass 67 Prozent der befragten Unternehmen kein Regelwerk für die Sicherung der Softwarequalität mobiler Lösungen implementiert haben. Ursache dafür ist vor allem, dass das Thema Mobility relativ neu ist, die Unternehmen haben dafür noch kaum Know-how aufgebaut und haben auch keine speziell dafür ausgebildeten Fachkräfte. Außerdem fehlt es an einer technischen Infrastruktur für die mobile Qualitätssicherung, beispielsweise an geeigneten Testumgebungen und Werkzeugen.

Mittelständische Unternehmen sind davon besonders betroffen, weil sie dafür in der Regel weniger Ressourcen bereitstellen können. "Dabei lassen sich mit einer Test Factory in erheblichem Umfang Kosten einsparen", so Holger Unrau, Director und Product Manager Mobile Testing bei CGI. "Bis zu 35 Prozent lassen sich allein durch die Formalisierung von Testmanagement-Methoden einsparen. Durch den Einsatz effizienter Testwerkzeugen und durch Automatisierung können Anwender außerdem die Komplexität der Tests reduzieren und die Testdurchläufe beschleunigen; damit lassen sich Aufwendung um bis zu 70 Prozent reduzieren."

Mobile Systeme sind anders

Begrenzte Ressourcen und fehlendes Know-how führen dazu, dass viele Unternehmen heute zwar Apps entwickeln, für die Qualitätssicherung aber einfach die aus der nicht-mobilen Welt bekannten Modelle und Verfahren übernehmen. Dem stehen jedoch die Eigenheiten mobiler Systeme entgegen, so dass klassische Testthemen wie Funktions- und Regressionstests, Performance- und Usability-Tests hier in neuem Licht erscheinen. Vor allem die große Gerätevielfalt und die extrem kurzen Release-Zyklen wirken sich auf Qualitätssicherung und den Test aus.

Mit iOS, Android und Windows Phone gibt es zwar nur drei relevante Betriebssysteme für mobile Geräte, aber herstellerspezifische technische Ausstattungen, unterschiedliche Display-Größen und -Auf­lö­sungen, Sensorik, RAM-Größe und Prozessorgenerationen haben einen fast n-Varianten-Zoo entstehen lassen. Bei Android sollen es derzeit etwa 19.000 verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Software- und Hardwarekonfigurationen sein. Jedes technische Merkmal, zum Beispiel Beschleunigungssensor oder Fingerabdruckscanner, fügt eine weitere Dimension an Komplexität hinzu.

Diese Vielfalt lässt sich in Tests natürlich nicht voll abdecken. Unternehmen müssen zur Priorisierung relevanter Konfigurationen daher zuerst einmal feststellen, welche Systeme ihre Kunden und Anwender in Mehrheit einsetzen. Der Rückgriff auf Hardware-Emulationen reicht in der Regel nicht aus, denn damit ließen sich allenfalls Basis-Funktionen überprüfen, die Herausforderung entsteht aber durch die Kombination echter Merkmale.

Mobile Lösungen weisen außerdem extrem kurze Release-Zyklen auf. Kurzfristige Reaktionen auf sich schnell verändernde Kunden-Anfor­derungen sind bei mobilen Lösungen unverzichtbar. Zwei Releases pro Jahr, wie das in der herkömmlichen IT üblich war, funktionieren hier nicht. Um kurze Release-Zyk­len nicht durch geringere Qualität zu erkaufen, sind standardisierte und, so weit wie möglich, automatisierte Testverfahren erforderlich.

"Gerade mittelständische Unternehmen sind mit dem Aufbau einer Qualitätssicherung für mobile Lösungen oft überfordert", meint Unrau. Allein die Beschaffung einer hinreichend großen Geräteauswahl stellt einen immensen Aufwand dar, doch nur so lassen sich reale Test-Sze­na­rien durchspielen. "Als Konsequenz lässt man nötige Release-Wechsel aus, streicht Funktionalitäten oder man akzeptiert einen höheren Aufwand für Entwicklung und Pflege", so Unrau weiter. "Jeder dieser Kompromisse führt letztlich zu Wettbewerbsnachteilen."

Durch die Nutzung externer Test-Services, wie sie etwa CGI bietet, also der Rückgriff auf die Ressourcen von Anbietern, die sich auf das Thema spezialisiert haben, können mittelständische Unternehmen dem Konflikt Geschwindigkeit versus Qualität entgehen. Der Anbieter stellt ein strukturiertes Vorgehen zur Verfügung, das den gesamten Testprozess abdeckt, und er verfügt über die nötigen Geräte, Tools und eine cloud-basierte, ausgereifte Test-Infrastruktur. Managed Test Services bieten hohe Flexibilität, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit, was Unternehmen in eigener Regie nur mit erheblichen Investitionen realisieren könnten.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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