Multi-Cloud-Service

Multi-Cloud nutzen, Hürden überwinden

Lange Zeit haben mittelständische Unternehmen beim Thema Cloud Computing gezögert. Jetzt legen sie dafür umso stärker los und nutzen dabei oft gleich mehrere Anbieter. Doch bei der Multi-Cloud sind einige Punkte zu beachten, um von den Vorteilen zu profitieren.

Hürdenäufer im Sprung

Die eine, optimale Multi-Cloud-Strategie gibt es nicht, da die Anforderungen je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sind.

Laut dem aktuellen Cloud-Monitor von Bitkom setzen bereits 65 Prozent der deutschen Unternehmen mit 100 bis 1.999 Mitarbeitern Cloud Computing ein. Fachabteilungen können mithilfe von Cloud-Lösungen z.B. schneller auf Sevices und Anwendungen zugreifen, um neue Anforderungen zu erfüllen, da die IT-Abteilung nur noch Richtlinien für die Nutzung von Cloud-Services vorgibt. Bei Cloud-Angeboten handelt es sich häufig um Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS), bei denen Unternehmen Software gegen einen meist monatlichen Beitrag nutzen. Der Vorteil eines solchen Cloud-Angebots liegt ganz klar in der Flexibilität, etwa in der flexiblen Skalierbarkeit selbst bei deutlichen Lastspitzen.

Allerdings fällt es vielen Mittelständlern noch immer schwer, die Verantwortung für den Betrieb ihrer Systeme und somit auch ihre Daten an externe Dienstleister abzugeben. Aufgrund des Fachkräftemangels bleibt ihnen aber häufig gar nichts anderes übrig, als Geschäftsprozesse auszulagern. Eine der Herausforderungen hierbei ist die Entscheidung darüber, welcher Anbieter der Richtige ist.

Die Services der zahlreichen Provider verändern sich ständig, sodass die optimale Lösung von heute eventuell morgen schon eine falsche ist. Hinzu kommen regulatorische Anforderungen wie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Kunde und Provider müssen so z.B. die Speicherorte persönlicher Daten jederzeit kennen. Nicht zuletzt spielt das Thema „Sicherheit“ weiterhin eine wichtige Rolle. Die meisten Cloud-Angebote sind zwar heute besser geschützt als so manches unternehmensinterne Rechenzentrum – wenn intelligente Angriffe es aber trotzdem schaffen, in die Systeme eines Cloud-Providers einzudringen, stellt dies eine Sicherheitsbedrohung für alle Kunden des Providers dar. Für mittelständische Unternehmen lohnt sich die Cloud-Nutzung aber in jedem Fall. Durch den steigenden Wettbewerb müssen Unternehmen schnell reagieren und neue Angebote entwickeln.

Cloud Computing punktet aufgrund von Kosten-, Nutzen- und Sicherheitskriterien. Viele Fachbereiche nutzen diese Vorteile bereits, um betriebliche Abläufe neu und effizienter zu definieren. Sie haben erkannt, wie schnell Lösungen aus der Cloud verfügbar sind. Das eröffnet neue Perspektiven für das Zusammenspiel von Business und IT. Langwierige Beschaffungsprozesse und endlose Implementierungsprojekte gehören der Vergangenheit an: Fachbereiche sind jetzt in der Lage, sich von ihren IT-Abteilungen zu emanzipieren. Das ist im heutigen hochdynamischen Umfeld wichtig, denn für ihre Aufgaben brauchen Mitarbeiter immer schneller den passenden Software-Service.

Für die Auswahl der richtigen Cloud-Dienste, wie sie etwa auch Konica Minolta IT Solutions anbietet, sollten Entscheider einige Punkte beachten: Dazu gehören angesichts der DSGVO die Art der Datenspeicherung sowie der Ort der Rechenzentren und die Sicherheitsarchitektur des Providers. Wichtig sind auch die unterstützten Formate für den einheitlichen Datenimport und -export. So sollten sich automatisch alle benötigten Daten in Cloud-Dienste einfügen sowie cloud-basierte Auswertungen in die eigenen Anwendungen übertragen lassen. In diesem Zusammenhang ist auf offene, standardisierte Schnittstellen zu achten, um Daten zu synchronisieren. Alle großen Provider nutzen diese inzwischen, bei kleineren Anbietern sollte man einen Extrablick darauf werfen.

Einen oder viele Anbieter?

Interoperabilität erleichtert die Entscheidung, ob man einen oder mehrere Provider wählen sollte. Für eine One-Vendor-Strategie, also die Bindung an nur einen Anbieter, sprechen das effizientere Management und die einfachere Nutzung durch einheitliche Oberflächen. Doch damit steigt auch die Gefahr eines Vendor Lock-in, sprich die Abhängigkeit von einem Anbieter. Zudem offeriert kein Provider alle benötigten Funktionen. Zum Beispiel enthält Office 365 derzeit keine compliance-konforme E-Mail-Archivierung oder umfassende Backup- und Monitoring-Tools. Daher empfiehlt sich in der Regel eine ausgefeilte Multi-Cloud-Strategie, um sich aus den Portfolios der verschiedenen Anbieter die jeweils beste Lösung für jedes Einsatzszenario auszusuchen.

Damit bedienen Unternehmen zwar verschiedene Management-Oberflächen, doch stehen inzwischen diverse Lösungen von Drittanbietern zur übersichtlichen Verwaltung von Multi-Cloud-Infrastrukturen über ein einheitliches Dashboard zur Verfügung. Die größere Herausforderung ist es daher, den Überblick über Vertragslaufzeiten, AGBs, Schnittstellen sowie die ständigen Veränderungen bei Cloud-Angeboten zu behalten. Zudem muss klar definiert sein, wer für welche Bereiche verantwortlich ist, insbesondere bei den Themen „Sicherheit“ und „Datenschutz“. Dabei sind Kennzahlen festzulegen und diese regelmäßig über Monitoring-Tools zu prüfen, um die Einhaltung der Service Level Agreements durch den Provider zu gewährleisten.

Schritt für Schritt in die Cloud

Wie schaffen mittelständische Unternehmen den optimalen Einstieg in die Cloud? Dazu sollten Entscheider zuerst eine Statusanalyse durchführen, um die Agilität ihrer aktuellen technologischen und organisatorischen Prozesse und Strukturen sowie Geschäftsmodelle zu überprüfen. Anschließend müssen die Ziele für die nächsten Jahre festgelegt werden. Anhand dieser Vorgaben können Unternehmen Schritt für Schritt ihre Systeme auslagern. Hierfür bieten sich anfangs Anwendungen an, für die es weitgehend standardisierte Cloud-Lösungen gibt, etwa für Mail-Server, Office-Programme oder IT-Sicherheit. Mit zunehmender Erfahrung können dann immer komplexere und individuelle Anwendungen in die Cloud migrieren.

Die eine, optimale Multi-Cloud-Strategie gibt es jedoch nicht, da die Anforderungen je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sind und sich der Cloud-Provider-Markt ständig verändert. Um die beste Lösung zu finden, sollten Unternehmen daher erfahrene Berater einbinden, die bei der Auswahl der Provider und der Entwicklung der optimalen Cloud-Strategie unterstützen.

Bildquelle:Thinkstock/iStock

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