Gebrauchte Hardware

Nachhaltigkeit in der IT

Nicht nur aufgrund geringerer Anschaffungskosten, sondern auch aufgrund des Umweltgedankens und der Nachhaltigkeit entscheiden sich immer mehr Unternehmen für gebrauchte Hardware, erklärt Ilka Harbich von Sims Lifecycle Services.

Ilka Harbich, Sims Lifecycle Services

Ilka Harbich ist Managerin Business Development bei der Sims Lifecycle Services GmbH.

ITM: Frau Harbich, Stichwort Lebenszyklus-Management: Nach wie vielen Jahren sollten wichtige Komponenten in Rechenzentren wie Server, Storage, Racks, USVs oder Klimaanlagen möglichst ausgetauscht werden?
Ilka Harbich:
Dies richtet sich im Wesentlichen nach sicherheitsrelevanten, technischen und wirtschaftlichen Gründen. Ausschlaggebend für die Sicherheit sind die Möglichkeiten, um zum Beispiel die Daten durch interne und externe Angriffe abwehren zu können. Der technische Aspekt hat die Themen Aufrüstung, Software-Entwicklung und Beanspruchung zum Inhalt. Wie bei einem Gebrauchtwagen sind die Erlöse aus der Wiederverwertung abhängig vom Alter. Nach unserer Erfahrung gilt die Faustregel bei Servern und den dazugehörenden Komponenten von vier bis fünf Jahren.

ITM: In welchen Abständen sollte man die Arbeitsplatzumgebung (PCs, Drucker, Multifunktionsgeräte, Mobile Devices) erneuern?
Harbich:
Auch hier gelten die vorher genannten Aussagen. Bei normalen Arbeitsplätzen beträgt die Nutzungsdauer in den Unternehmen zwei bis vier Jahre. Ein spezielles Thema sind Mobilgeräte. Hier wird die Obsoleszenz, aufgrund kurzer Vertragslaufzeiten und dem damit verbundenen Austausch der Geräte, häufig nicht erreicht.

ITM: Welches sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen die entscheidenden Kriterien für den Kauf gebrauchter oder recycelter Hardware?
Harbich:
Neben den geringeren Anschaffungskosten stehen bei verantwortungsbewussten Unternehmen der Umweltgedanke und das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund.

ITM: Welche „Hardware aus zweiter Hand“ fragen die Anwenderunternehmen derzeit am häufigsten an? Und warum ist das so?
Harbich:
Bei Geschäftskunden sind nach wie vor Notebooks der Premiummarken gefragt. Diese sollen leistungsfähig sein – mit mindestens Intel-Core-i5-Prozessoren der zweiten Generation – und nach Möglichkeit ein großes Display (15 Zoll) haben. Stationäre Geräte in Tower-Bauform benötigen ebenfalls stärkere Prozessoren ab Intel Core i5.

ITM: Was sollten Anwenderunternehmen beim Kauf von gebrauchter Hardware auf jeden Fall beachten? Gibt es bekannte „Schwachstellen“ von gebrauchter Hardware?
Harbich:
Im Allgemeinen ist wichtig, dass auf die Echtheit der Betriebssoftware geachtet wird. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, und den schwarzen Schafen zu entgehen, sollte der Anbieter z.B. bei Microsoft ein zertifizierter Authorized-Refurbisher-Partner (MAR) sein. Bei Notebooks ist auf die Laufzeit der Akkus zu achten. Wenn es sich um Business-Geräte handelt, dann sind sehr hochwertige Komponenten verbaut, die in der Regel zuverlässig laufen und keine Probleme verursachen. Als kleiner Tipp: unbedingt nach Erhalt der Ware einen optischen Check vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Verkäufer noch bereit, die Geräte unkompliziert zu tauschen.

ITM: Wie sieht die Garantieleistung bzw. der Support/die Wartung für gebrauchte Geräte in der Regel aus?
Harbich:
Seriöse Verkäufer gewähren ein Jahr Gewährleistung und bieten eine technische Unterstützung.

ITM: Auch der Lebenszyklus gebrauchter Hardware ist einmal abgelaufen. Worauf kommt es bei der Entsorgung der „Altlasten“ insbesondere unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten an?
Harbich:
Die zwingende Anforderung an den Dienstleister muss sein, dass dieser ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb ist. Nur so sind die fachgerechten Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte gewährleistet und die Geräte tauchen sicher nicht in Entwicklungsländern auf Mülldeponien auf.

ITM: Stichwort Sicherheit: Wie kann man sichergehen, dass bei der Entsorgung von Hardware nicht irgendwo eine Festplatte mit sensiblen Firmendaten verlorengeht oder Daten nicht unwiederbringlich gelöscht werden?
Harbich:
Auch hier ist die Auswahl des Partners ganz wichtig. Dieser muss in der Lage sein, nach den bestehenden nationalen und internationalen Standards die Daten zu vernichten. Dies kann durch professionelle Löschsoftware mittels Mehrfachüberschreibung oder durch die physikalische Vernichtung der Datenträger durch Schreddern erfolgen. Der Kunde sollte Wert auf einen transparenten Prozess und ein vollständiges Reporting legen.

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