Mit Wachstum zur Hochverfügbarkeit

Neues RZ für Online-Apothekendienstleister

Wer wie die Apologistics GmbH Technik- und Logistikdienstleistungen für Online-Shops bietet, hat hohe Ansprüche an die Zuverlässigkeit des Rechenzentrums. Als das Wachstum den Umzug in ein neues RZ erforderte, wurde ein hochmoderner Standort in Nürnberg gewählt.

Die Apologistics mit Sitz in Markkleeberg bei Leipzig ist ein Logistikdienstleister, der als pharmazeutischer Großhändler Artikel für Apotheken anbietet und vorkommissioniert liefert. Zu den Kunden zählen die Versandapotheken apo-discounter.de, apotheke.de und apolux.de, apotheke-online.de sowie apotheke.at. Über zwei Millionen Pakete pro Jahr werden durch das Logistikzentrum versandt, entsprechend frequentiert sind die Webshops.

Apologistics GmbH
Geschäftsfeld: Logistikdienstleister,
pharmazeutischer Großhändler
Hauptsitz: Markkleeberg bei Leipzig
Mitarbeiter: 130 Mitarbeiter

Die technische Unterstützung der Kunden geht sehr weit. Es werden nicht nur mehrere deutsche und internationale Webshop-Systeme betrieben, sondern auch diverse Backend-Systeme wie Warenwirtschaftssysteme/ERP-Systeme, Data Warehousing und Middle­ware. Dazu kommen die Anbindungen an Payment Service Provider, der Betrieb von Customer-Service-Systemen und Mailservern.

Das Hauptrechenzentrum in Leuna hatte lange seinen Zweck erfüllt, doch es stieß an seine Kapazitätsgrenzen. Vor rund einem Jahr begannen IT-Systemadministrator Lars Daedelow und sein Team, Konzepte für eine hochverfügbare Architektur zu erarbeiten. Gleichzeitig machten sie sich auf die Suche nach einem neuen Rechenzentrum.

Cooles Kühlkonzept

Einer der IT-Dienstleister empfahl einen mittelständischen Spezialisten in Nürnberg. Auch Daedelow und seinem Team war die Noris Network AG schon durch einen Bericht über das Kühlkonzept „Kyoto Cooling“ aufgefallen. Das Rechenzentrum NBG6 kam auf die Liste der fünf Standorte, die evaluiert werden sollten. Durch die Modularisierung mit autarken Klima- und Energiezellen ist es in puncto IT-Load skalierbar. In dem Hochsicherheitsrechenzentrum werden je nach Auslastung baugleiche Module zur Energieversorgung und Kühlung zugeschaltet. Herzstück dieser Module sind radförmige, langsam rotierende Wärmetauscher mit sechs Meter Durchmesser („Kyoto-Räder“). Durch das ungehinderte Abfließen der heißen Luft im Deckenbereich des Server-Raums wird eine freie gleichmäßige Kühlung der gesamten Fläche erreicht. So kann das ganze Rechenzentrum als High-Density-Stellfläche für vollbelegte Racks mit 18 kVA und mehr IT-Load genutzt werden.

Hohe Sicherheitsstandards

Doch für den Zuschlag war mehr als das Kühlkonzept ausschlaggebend. Entscheidend waren die Antworten des Rechenzentrumsbetreibers auf technische Fragen der Apologistics-IT. So wurden etwa Pläne diskutiert, bei der Netzwerksicherung stärker auf DMZs (Demilitarized Zone) und virtuelle LANs zu setzen. Der RZ-Dienstleister stellte eine Testinstanz bereit, sodass der Kunde sich vorab von der Qualität der Peerings, des optimalen Routings und somit von der Stabilität der Datenübertragung nach außen und zu den sekundären Standorten überzeugen konnte.

Wichtige Aspekte waren Informationssicherheit und Datenschutz. Schließlich sind die Kundendaten im System einer Online-Apotheke noch reicher an sensiblen Informationen als in anderen Online-Shops. Man hatte sich vor Ort daher nicht nur ausführlich über die Konzepte der Stromversorgung, der Klimatisierung, der Kommunikationsanbindung und des mehrstufigen Brandschutzes informiert, sondern sich auch von der Gebäudesicherheit und den Zutrittsregelungen des nach ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 20.000 zertifizierten Betreibers überzeugt.

Das Set-up, mit dem die Logistiker in das Nürnberger Rechenzentrum einzogen, sah wie folgt aus:

  • Es wurde ein vollredundantes Hochverfügbarkeits- und Load-Balancing-Cluster (aktiv/aktiv) über zwei Brandabschnitte im Master/Master- sowie Master/Slave-Betrieb errichtet. Geschützt wird dieses durch eine Firewall mit mehreren Protected DMZs und 2-Way-VPN Access.
  • Das Netzwerk ist ein redundantes Stacked Network mit Tagged VLANs und Link-Aggregation nach IEEE 802.3ad.
  • Jedes der Shop-Systeme hat eine eigene Datenbank.
  • Zur Sicherung der Daten gibt es ein autarkes Storage-Management mit insgesamt 50 TB Kapazität.
  • Als Back-up wird zweimal täglich mit den sekundären Rechenzentren in Leuna und Stralsund über VPN synchronisiert.

Zur Erhöhung der Sicherheit auf technischer und organisatorischer Ebene wurden vor der Inbetriebnahme zahlreiche Tests zum logischen und physikalischen Aufbau der Topologie, Penetrationstests sowie Disaster-Recovery-Szenarien durchgeführt. Obwohl die IT-Systeme selbst betreut werden, schätzt man es bei Apologistics, dass im Fall einer Störung schnelle Hilfe bereitstünde.

„Uns hat das Kühlungskonzept am Standort Nürnberg überzeugt und wir sind stolz, durch die Entscheidung für den Rechenzentrums­standort an den Zielen der Nachhaltigkeit und der umweltfreundlichen IT mitwirken zu können“, resümiert Lars Daedelow.

Bildquelle: Apologistics

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