Fehler im Bezahlprozess

Online-Händler verschenken Millionen

In den vergangenen Jahren verzeichnete die deutsche Online-Wirtschaft ein Umsatzwachstum von vielen Milliarden Euro. Laut Digitalverband Bitkom kauft jeder zweite Deutsche mit dem Smartphone ein, doch gerade auf mobilen Geräten ist die Conversion Rate niedrig – der sogenannte „Mobile Gap“ ist groß. Hier besteht also Handlungsbedarf für Online-Händler.

Online-Shop Checkout auf Smartphone

Je weniger Klicks bis zum finalen Kauf notwendig sind, desto besser.

Laut einer aktuellen Studie des Payment-Anbieters Stripe wiesen weit über ein Drittel der E-Commerce-Websites drei oder mehr Fehler im Check-out-Prozess auf. Das macht den Bezahlprozess aufwändiger und führt zu einer Vielzahl an Kaufabbrüchen. In der Studie wurde der Kreditkartenbezahlprozess der 100 reichweitenstärksten E-Commerce-Websites in Deutschland auf zwölf vordefinierte Fehler untersucht. Orientieren sich Online-Händler an diesen Kriterien und vermeiden die Fehler, verbessern sich die Nutzererfahrung und die Conversion Rate. Wie stellen Online-Händler also einen reibungslosen Bezahlprozess sicher?

Beim Online-Shopping gibt es kaum Schwierigeres, als mit dem Finger auf dem Smartphone-Display das Eingabefeld der Desktop-Version zu treffen. Responsives Webdesign ist nicht mehr ein „Nice-to-have“, sondern eine Pflicht für Shops – das gilt auch für den Payment-Prozess. So sollte z.B. die mobile Tastatur automatisch auf numerische Eingabe umschalten, wenn das Feld ausschließlich für die Eingabe einer Zahl gedacht ist.

Je weniger Klicks bis zum finalen Kauf notwendig sind, desto besser. So sollten Händler darauf achten, dass schon bei der Eingabe der Kreditkartennummer der Kartentyp – Mastercard, Visa oder American Express – automatisch erkannt wird. Sollten Käufer versehentlich den falschen Typ auswählen und den Kauf abschließen wollen, verlängert die anschließende Fehlermeldung erneut den Check-out-Prozess und Kunden geben eventuell auf, ohne den Kauf zu tätigen. Zusätzlich sollte die Eingabe der Kreditkartennummer sowohl mit als auch ohne Leerzeichen möglich sein sowie bei der Eingabe einer ungültigen Nummer direkt über dieses Problem informiert werden – noch bevor der Kunde auf „Bezahlen“ klickt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Kaufhürde Kreditkartendaten

Auch das Datumsfeld führte bei vielen analysierten Check-outs zu Problemen. Dass die Website überprüft, ob das Datum in der Zukunft liegt, sollte eigentlich selbstverständlich sein – bei über 40 Prozent der getesteten Websites war dies jedoch nicht der Fall. Häufig verwenden Betreiber von Seiten mit Bezahlfunktion Datumsfelder mit Drop-down-Menü, bei denen etliche Klicks notwendig sind, bis die Nutzer das korrekte Datum ausgewählt haben. Besonders auf mobilen Geräten ist solch eine Auswahl mühsam. Das direkte Abtippen der vier Ziffern von der Kreditkarte ist viel einfacher. Auch diese Eingabe sollte sofort bei der Eingabe auf das richtige Format sowie die Gültigkeit überprüft werden.

Ein weiterer relevanter Faktor ist, ob den Nutzern Hinweise zur Kreditkartenprüfnummer CVC (z.B. ein erklärender Text, wo die Nummer zu finden ist) angezeigt wird. Auch in Zeiten, in denen beinahe jeder schon einmal einen Einkauf online getätigt hat, sollte kein allgemeines „Online-Bezahlwissen“ vorausgesetzt werden. Besonders regelmäßige Online-Shopper setzen mittlerweile auf Autofill-Funktionen für Adresse und Zahlungsdaten. Daher sollten Händler auch diese Funktionen unterstützen. Im besten Fall macht der Kunde einen Klick und muss die Eingabe nur noch überprüfen. So wird der Check-out-Prozess deutlich beschleunigt. Ebenfalls gehört zur reibungslosen User Experience eine für Mobilgeräte optimierte Seite. 

Bildquelle: Stripe

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok