Fehlende Integration

Open Source mit Schwachstellen

Im Interview betont Michael Hack, Geschäftsführer von Sitecore in der DACH-Region, dass fehlende Integrationen, Konnektoren und auch Dokumentationen ein großer Schwachpunkt bei Open Source sind.

Michael Hack, Sitecore

Michael Hack, Geschäftsführer von Sitecore, meint: „Die Gattung ‚CMS’ ist ein klares Auslaufmodell.“

ITM: Herr Hack, welchen Stellenwert haben heutzutage Open-Source-Content-Management-Systeme (CMS) im Vergleich zu Standard-Content-Management-Software?
Michael Hack:
Im Enterprise-Bereich, vor allem bei international tätigen Mittelständlern aller Branchen, sind Open-Source-CMS immer seltener im Einsatz. Wichtige Anforderungen wie Mehrsprachigkeit, Multi-Site-Management oder Mobile-Unterstützung sind damit nicht oder nur sehr schwer möglich. Zudem sind auch komplexere Lösungen und Integration nur sehr aufwendig zu realisieren. Das rechnet sich dann schnell nicht mehr. Viele Kunden möchten zudem auch die Sicherheit eines zuverlässigen Herstellers mit klaren Verträgen, Gewährleistung, Roadmap, Support, Schulungen, etc. Das Web ist einfach zu wichtig geworden, um es nicht professionell zu nutzen.

ITM: Wie gestaltet sich das derzeitige Interesse des Mittelstands an Content-Management-Systemen auf Open-Source-Basis?
Hack:
Das Interesse wird immer geringer.

ITM: Inwiefern bedeutet „Open Source“ tatsächlich Kostenfreiheit und mehr Flexibilität?
Hack:
Open Source kann für überschaubare, reine CMS-Projekte anfangs Lizenzkosten sparen. Aber jedes Unternehmen, die Märkte und technischen Rahmenbedingungen sind in stetem Wandel. Und dieser Wandel, sei es die Expansion ins Ausland (Mehrsprachigkeit) oder die Integration eines anderen Unternehmens und deren IT, macht ein Open-Source-CMS schnell zum Problem.

ITM: Welche Kriterien sollte ein gutes CMS erfüllen?
Hack:
Es sollte die Anforderungen an modernes Marketing unterstützen und möglichst einfach zu bedienen sein. Die IT von mittelständischen Unternehmen plagt heute der Wust an Systemen und Tools für die Website, das Intranet, E-Mail-Marketing, Analyse, etc. Viele haben zehn und mehr Systeme nur für Marketing im Einsatz. IT und Marketing möchten heute eigentlich kein CMS mehr, sondern eine Plattform, die Content Management und vieles mehr beinhaltet. Das bringt überall mehr Agilität und spart auch in der täglichen Anwendung Zeit und Kosten.

ITM: Wie gestaltet sich die jeweilige Kompatibilität/Integrierbarkeit zu/mit anderen Systemen?
Hack:
Fehlende Integrationen, Konnektoren und auch Dokumentationen sind ein großer Schwachpunkt bei Open Source. Anwender können ihre Website oder ihr Intranet immer nur als Silo betreiben – oder eben immer wieder sehr viele Manntage in Customizing investieren.

ITM: Wonach entscheidet sich, ob ein Open-Source- oder Standardmodell für ein Unternehmen in Frage kommt?
Hack:
Einige Unternehmen werden selbst heute noch zu einem Open-Source-CMS hin beraten. Da steckt häufig das Interesse der Agentur dahinter, die langfristig ihren Service verkaufen will. Manch ein IT-Verantwortlicher ist auch Open-Source-Evangelist und sucht nach möglichst offenen Lösungen. Aber eine kommerzielle Marketingplattform kann auch quelloffen und flexibel sein. Das zeigt ja unsere Experience Platform. In Pitches sehen wir Open-Source-Systeme immer seltener als mögliche Lösung für modernes Marketing.

ITM: Wie sollten Mittelständler bei der Anbieter- bzw. Lösungsauswahl vorgehen?
Hack:
Das ist ein komplexer Prozess, bei dem unsere Partner gerne unterstützen. Wichtig ist unterm Strich, sich ein flexibles System von einem zuverlässigen Hersteller ins Haus zu holen, mit dem man viele Anforderungen von der IT, dem Marketing, Vertrieb und Service von heute und von morgen gut lösen kann.

ITM: Welcher Trend ist im CMS-Bereich abzusehen? Wohin geht es zukünftig?
Hack:
Immer mehr Unternehmen möchten nicht mehr nur ein CMS, sondern ein in eine Marketingplattform eingebettetes CMS. Sie möchten damit agiler werden und ihren Zielgruppen auf allen Kanälen und Endgeräten überzeugende Inhalte und Angebote liefern. Sie möchten der Geschäftsführung auch Auskunft geben können, wie ihre Aktivitäten zum Unternehmenserfolg beitragen. Das können sie mit „Klicks zählen“ aber nicht. Das ist nur mit modernen Experience-Marketing-Plattformen möglich. Die Gattung „CMS“ ist ein klares Auslaufmodell.

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