„Praktische Lösungen finden”

Realistische Projektplanung ist Pflicht

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. Diesmal: Alice von Korff, aus dem Vertrieb der Industrial Application Software GmbH.

Alice von Korff

Für manche Mittelständler stelle es immer noch eine gedankliche Hürde dar, die IT-Abteilung mit anderen Bereichen gleichzusetzen, so Alice von Korff.

Unter Mittelstand verstehe ich ...

… Unternehmen, die 20 bis 500 Mitarbeiter beschäftigen. Der Mittelstand ist in Deutschland am weitesten verbreitet und breit aufgestellt. Dadurch hat er den größten Einfluss. Mit seinen Nischenstrategien und Spezialisierungen ist der Mittelstand so erfolgreich und deswegen der Wirtschaftsmotor Deutschlands.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...

… seine Struktur etwas einfacher und unkomplizierter organisiert ist als bei Konzernen, was auf seine Größe zurückzuführen ist. Gerade im Vertrieb merkt man das, weil häufig auch der Geschäftsführer umfassende Informationen während der Präsentation erhalten möchte, um den vollen Überblick zu haben. Der Mittelstand bietet durch seine überschaubare Größe und zumeist flachere Hierarchien eine höhere Flexibilität an.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...

… Empathie und eine realistische Projektplanung. Den richtigen Mitarbeitern das passende Projekt zuzuteilen und/oder harmonierende Projektteams zu bilden, führt zu einer realistischen Projektplanung und das ist erfolgversprechend. Auch im Mittelstand ist Zeit Geld, daher ist es umso wichtiger, gedanklich flexibel zu bleiben, um auch einmal über den Tellerrand hinauszublicken und dadurch schnelle sowie praktische Lösungen zu finden.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...

... in Deutschland oftmals etwas hinterher. Erfahrungsgemäß arbeiten viele mittelständische Unternehmen größtenteils noch mit Papier. Sie haben im Bereich IT bisher kaum etwas investiert bzw. wenig automatische Prozesse implementiert oder verwenden alte IT-Lösungen, die nicht mehr auf dem Markt sind und für die keine Betreuung mehr angeboten wird. Es kommt auch oft vor, dass jeder Bereich seine eigene Lösung besitzt, was zusätzlich zu Schwierigkeiten führen kann.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...

... veralteten Rechnern. Erfahrungsgemäß werden diese jedoch erneuert, sobald eine neue IT-Lösung angeschafft wird. Es ist aber auch sehr individuell und kommt auf den Mittelständler an und was dieser anbietet. So sind aber eine LAN-Struktur oder Web-, Mail- und Datenbank-Server in der Regel vorhanden.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist ...

... der Kosten-Nutzen-Faktor. Die Finanzierung ist ein wichtiges Thema. Besonders im Mittelstand können Fehlinvestitionen erheblichen Schaden anrichten. Gerade hinsichtlich der IT-Investitionen muss daher mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden als bei größeren Unternehmen. Die Entscheidungsfindung für oder gegen eine neue IT-Lösung dauert häufig länger: Es werden mehr Anbieter angeschaut und verglichen, wobei dies dann wiederum die finale Entscheidung schwieriger macht.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstandes sind ...

... die Infrastruktur und mangelndes IT-Bewusstsein. Um ein IT-Problem zu lösen oder zu besprechen, findet man oft kaum Leute im Unternehmen, weil diese Aufgabe extern bearbeitet wird. Deswegen dauert es nicht selten länger, ein Problem zu lösen. Oftmals hat der Mittelstand gar keine eigenen IT-Mitarbeiter im Haus, sondern vergibt dies an externe Selbstständige oder Berater. Desweiteren kommt es häufig vor, dass das IT-Bewusstsein oder die Kenntnisse der Mitarbeiter bzw. Benutzer nicht ausreichend sind. Die Frage „Warum ist eine neue IT-Lösung nötig?“ können sie in vielen Fällen nicht beantworten.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich, ...

... den Fokus mehr auf die Wertigkeit der IT zu legen. Für manche Mittelständler stellt es immer noch eine gedankliche Hürde dar, die IT-Abteilung mit anderen Bereichen gleichzusetzen. Sie ist schwer zu fassen, weil man seine Investition, anders als z.B. eine große Produktionsmaschine, quasi nicht sehen kann. Überdies geht auch die gezielte IT-Schulung damit einher. Es sollte mehr Personal extra für die IT abgestellt bzw. eingestellt werden.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...

... insbesondere in der technischen Weiterentwicklung. Fortschrittliche IT-Lösungen, wie mobile Apps und Tablets, sind mitunter auch für den Mittelstand erschwinglich und versprechen eine einheitliche Lösung. Verschiedene Systeme können heutzutage sehr einfach miteinander kommunizieren, was eine erhebliche Erleichterung sowohl in der Benutzung als auch in der Betreuung darstellt. Diese gilt es zu implementieren und die IT-Innovation nicht an sich vorbeiziehen zu lassen. Man muss insgesamt mobiler hinsichtlich der IT werden.

Persönliches
Name: Alice von Korff
Alter: 40 Jahre
Familienstand: ledig
Größtes Hobby: Reisen

Karriere
Ausbildung: Diplom-
Betriebswirtin (FH)
Beruflicher Werdegang: Industrial Application
Software GmbH
Derzeitige Position:
Vertriebsinnendienst,
Qualitätsmanagerin

Bildquelle: Industrial Application Software GmbH

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