Datacenter as a Service

Rechenzentrum: So lassen sich die Kosten senken

Aktuelle Betriebsmodelle wie Datacenter as a Service (DCaaS) können in Rechenzentren für mehr Hochverfügbarkeit und Sicherheit sorgen.

Ein Buchhalter stapelt Münzen auf einem Schreibtisch

Rechenzentrumsbetreiber sind händeringend auf der Suche nach Einsparpotentialen. Immer häufiger rücken Sourcing-Strategien und Managed Services ins Interesse.

Auch bei nur geringer oder mittlerer Auslastung übersteigen allein die elektrischen Betriebskosten eines Rechenzentrums oftmals die Investitionskosten in deutlich weniger als zehn Jahren. Hinzu kommt, dass der Betrieb eines Rechenzentrums nicht nur aus Energiekosten besteht. Aufeinander abgestimmte Instandhaltungsmaßnahmen sowie verschiedene Management-Disziplinen stellen ebenfalls einen enormen Aufwand dar. Zudem erfordern sie zunehmend ein hohes Maß an Erfahrung sowie Fachkompetenz und binden wertvolle, meist knappe personelle Ressourcen. Nicht umsonst suchen Rechenzentrumsbetreiber händeringend nach Möglichkeiten, solche Kosten einzugrenzen und besser noch zu reduzieren. Dabei greifen sie immer häufiger auf Sourcing-Strategien und Managed Services zurück. Partner, die hier ansetzen, sollten ihre Lösungen an die Anforderungen und Eigenschaften individueller Kundenprojekte anpassen und das Datacenter als ganzheitlichen Service betrachten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dem Service im Datacenter liegt ein unternehmensspezifisches Dienstleistungskonzept zugrunde. Die Basis bildet das klassische Outsourcing, bei dem alle unkritischen Aufgaben an Servicepartner abgegeben werden. Damit Kosten speziell durch Datacenter as a Service gespart werden können, müssen die Partner drei wichtige Elemente immer im Fokus behalten: Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Rechenzentrums. Folglich lassen sich für DCaaS drei Ziele des Service festlegen, die sich bei Erreichen positiv auf die Kosten auswirken.

Drei Säulen des Datacenter as a Service

Einer der wichtigsten Faktoren im Betrieb eines Rechenzentrums ist es, die vereinbarte Verfügbarkeit und somit Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Nur ein individuelles Betriebs- und Störfall-Management kann hier den Verfügbarkeitsansprüchen gerecht werden. Damit geplante oder ungeplante Ausfälle, also Wartung und Störung, von Infrastrukturkomponenten nicht die Redundanzen verringern oder sogar zum Totalausfall des Rechenzentrums führen, sind proaktive Maßnahmen notwendig. Zu solchen Maßnahmen gehören unbedingt vorausschauende Instandhaltungsstrategien, die Störungen oder Ausfälle von vornherein verhindern. Kommt es dann doch zu einer Beeinträchtigung des RZ-Betriebs, müssen in solch einem Fall klare Regelungen getroffen sein, um diese Beeinträchtigung schnellstmöglich zu beseitigen und den normalen Zustand wiederherzustellen.

Service Level Agreements (SLAs) definieren solche besonderen Bedingungen und sichern den Betrieb wieder, z.B. nach einer festgelegten Zeit. Weiterhin ist es unabdingbar, den genauen Bestand sowie dessen Konfiguration aller Infrastrukturkomponenten zu kennen und regelmäßig zu aktualisieren. Haben die Partner dann noch die Kapazität und Leistungsreserven im Blick, sind schon maßgebliche Voraussetzungen geschaffen, um einen verfügbaren RZ-Betrieb sicherzustellen.

Sicherheit kommt von Wissen

Ein sicheres Rechenzentrum bedeutet, dass es frei von unvertretbaren Risiken und Gefahren ist. Das setzt aber auch deren Kenntnis voraus. So müssen die Sicherheitsanforderungen aus der Planungsphase regelmäßig auf die des Betriebs eines Rechenzentrums abgestimmt werden. Darüber hinaus unterscheiden sich die Sicherheitsanforderungen: Die physische Sicherheit zielt auf die Überprüfung der internen sowie externen Einflüsse, Lage des Gebäudes oder Bereiche sowie das Verhalten und die Organisation im Rechenzentrum. Die betriebliche Sicherheit hat den Fokus auf die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen. Sie unterstützt beispielsweise praktisch und organisatorisch bei (Re-) Zertifizierungen und lebt den Prozess eines Betriebsführungs- und Notfallhandbuchs.

Um zudem einen wirtschaftlichen RZ-Betrieb zu realisieren, bedarf es der Möglichkeit, größtmögliche Transparenz über den energetischen Zustand der IT-Systeme sowie der Infrastrukturkomponenten zu erhalten. Somit sollte immer ein übergeordnetes Monitoring für diese beiden Bereiche eingesetzt werden. Neben einem Verfügbarkeits-Monitoring können so auch wichtige Faktoren wie Energieflüsse, Temperaturen oder Drücke visualisiert werden. Ein gutes Monitoring ist auch ein geeignetes Werkzeug, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Erforderlich ist auch eine professionelle Auswertung der erhobenen Daten. Hier sollte ein Servicepartner zum Einsatz kommen, der diese Daten interpretiert und damit wichtige energetische Kennzahlen bildet, die Betriebsweise der verschiedenen Komponenten überwacht und auswertet. Weiterhin gilt es bei gegebenenfalls schlechten Kennzahlen oder Betriebsweise, geeignete Optimierungsvorschläge zu unterbreiten. Im Idealfall realisiert der Servicepartner auch die praktische Umsetzung und hält somit ein kontinuierlich hohes energetisches Niveau im Betrieb.

Gut geplant ist halb gespart

Grundsätzlich sollte DCaaS als individuelle Maßnahme dienen, um den RZ-Betrieb in allen Bereichen maßgeschneidert zu gestalten. Hier ist ein hohes Maß an Partnerschaft zwischen RZ-Betreiber und den Servicedienstleistern wie RZservices, einem Geschäftsbereich der Data Center Group, notwendig. Dazu sollten sich die Partner im Vorfeld detailliert Gedanken machen, welche Dienstleistungen tatsächlich notwendig sind und wer sie liefert.

Um maßgeschneiderte Dienstleistungen bei neuen sowie bei Bestandsrechenzentren zu etablieren, haben sich Integrationsmodule bewährt. Sie bestehen aus einer anfänglichen Strategiephase, die Kundenbedürfnisse definiert, einer Entwicklungsphase die konkreten Anforderungen und Lösungen liefert, und einer Implementierungsphase, die die vereinbarten Leistungen einführt und in standardisierte Prozesse übergeht. In der längsten Phase im Lebenszyklus eines Rechenzentrums, dem Betrieb, müssen nun die vereinbarten Leistungen gelebt und kontinuierlich verbessert werden. Hierzu ist wieder die enge Zusammenarbeit der Partner gefragt, die in regelmäßigen Abständen die Qualität der Dienstleistung überwachen und mit Blick auf die Zukunft die derzeitigen Anforderungen an den RZ-Betrieb mit kommenden abstimmen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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