Feine Planung für Einzelstücke

Rentable Produktion im Prototypenbau

Gerade in der Fertigung von Sondermaschinen hält die Digitalisierung Einzug. Denn bei kleinen Losgrößen ist eine zuverlässige und moderne Software der Schlüssel zu einer rentablen Produktion. Die Haumberger Fertigungstechnik steuert die wichtigsten Prozesse dabei mithilfe ihrer ERP-Software. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer intelligenten und optimal abgestimmten Produktion.

  • Haumberger Fertigungstechnik GmbH

    Spezifische Fragestellungen sind bei der Haumberger Fertigungstechnik ein Fall für das Analysetool des ERP-Systems.

  • Roboterarm für automatisierte Fertigung

    Aktuell fertigt der Maschinenbauer 14.000 Teile aus über 1.100 parallel eingelasteten Fertigungsaufträgen.

Sondermaschinen und Automatisierungslösungen machen rund die Hälfte des Umsatzes der Haumberger Fertigungstechnik GmbH aus. Das österreichische Unternehmen entwickelt und fertigt 20 bis 30 derartiger Spezialanlagen pro Jahr inklusive Steuerungs- und Antriebstechnik. Abnehmer sind produzierende Unternehmen aus der Automobil-, Lebensmittel- oder auch Kunststoffindustrie. Die zweite Umsatzhälfte generiert der Maschinenbauer als klassischer Lohnfertiger von hoch präzisen Komponenten und Baugruppen, beispielsweise für die Luft- und Raumfahrtbranche. Hier liegen die Losgrößen zwischen einem und maximal 100 Stück.

Aktuell fertigt der Maschinenbauer 14.000 Teile aus über 1.100 parallel eingelasteten Fertigungsaufträgen. Durch die Einzelteil- und Kleinserienfertigung sind die Ausprägungen der Teile sehr unterschiedlich, was die Planungskomplexität erhöht. Um die zahlreichen individuellen Kundenwünsche berücksichtigen und dabei selbst Einzelstücke rentabel produzieren zu können, setzt Haumberger Fertigungstechnik auf das Feinplanungsmodul (Advanced Planning and Scheduling, APS) seiner ERP-Software Proalpha. Das Tool steuert den Einsatz von 14 Maschinen und über 30 rückmeldenden Mitarbeitern – immer unter Berücksichtigung der Wunschtermine der Kunden.

Termintreue durch Feinplanungstool

Eine Leitrechnersoftware empfängt die vom APS geplanten Produktionsaufträge. Die Maschine arbeitet diese ab und meldet Laufzeiten automatisch an das ERP-System zurück. Gleiches geschieht mit den Zeiten der Mitarbeiter. So werden Produktionsdaten in Echtzeit an das Planungswerkzeug übergeben, um sie für eine optimale Ressourcenplanung zu nutzen. Darüber hinaus kann der Maschinenbauer damit sowohl Puffer in der Materialbereitstellung als auch Überkapazitäten im Materialbestand oder Übergangszeiten in der Materialbereitstellung minimieren. Teile, die längere Maschinenzeiten erfordern, plant das Feinplanungmodul für den Nachtlauf ein – mit einem Minimum an Personal. „Unsere Auftragsbücher sind voll und die Auslastung entsprechend hoch. Ohne APS könnten wir unsere Fertigung weder effizient planen noch den Einsatz unserer Ressourcen optimieren“, sagt Wolfgang Haumberger, Gründer und Geschäftsführer der Haumberger Fertigungstechnik GmbH.

Haumberger Fertigungstechnik GmbH
Hauptsitz: Judenau, Österreich
Mitarbeiter: ca. 40
Produkte: Sondermaschinen, Dienstleistungen wie Entwicklung, Engineering und Service, Maschinenteile
Umsatz: ca. 4 Mio. Euro (2017)
www.haumberger.at

Spezifische Fragestellungen sind bei der Haumberger Fertigungstechnik ein Fall für das Analysetool des ERP-Systems. Mit ihm behält das Controlling komplexe Themen im Blick und erkennt versteckte Zusammenhänge. Für den Produktionsbereich werden beispielsweise Ausschuss- und Produktionskosten ins Verhältnis gesetzt. Auch Soll-Ist-Auswertungen von Aktivitäten oder Rüstanteilen gehören dazu. Darüber hinaus weiß das Controlling genau, wie viel Zeit Mitarbeiter für die Aufträge benötigen, was wichtige Aufschlüsse für die Nach- bzw. Neukalkulation von Folgeaufträgen bringt. Die Daten zieht sich das Analysetool direkt aus Proalpha.

Chargenrückverfolgung gegen Sand im Getriebe

Betriebswirtschaftliche Angaben hält die ERP-Lösung standardmäßig bereit, andere wie Rüst-, Lauf- oder Arbeitszeiten melden entweder die Maschinen automatisch oder die Werker übermitteln diese. Auch der Einkauf nutzt den Analyzer und behält anhand von Rücklieferungen beispielsweise Lieferantenbewertungen im Auge. Auf dem Prüfstand stehen dabei deren Zuverlässigkeit, Anteil am Gesamtumsatz oder auch die Anzahl von Reklamationen.

Wolfgang Haumberger, Geschäftsführer Haumberger Fertigungstechnik GmbH: „Ohne Feinplanung könnten wir unsere Fertigung weder ordentlich planen noch optimieren.“


Fehlerhafte Bauteile sind Sand im Getriebe jeder Produktion. Daher muss bei der Haumberger Fertigungstechnik die Chargenrückverfolgung bis auf die Einzelteil- bzw. Rohmaterialebene gewährleistet sein. „Vor allem für Kunden aus dem Automobil- und Luftfahrtbereich kaufen wir meist nur chargengeführte Teile und Rohmaterialien ein“, sagt Manuela Müllner, Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens bei der Haumberger Fertigungstechnik GmbH. Diese bucht der Maschinenbauer direkt auf die Produktionsaufträge und listet sie automatisiert in den Lieferscheinen auf, die er an seine Kunden versendet. Auf Wunsch gehen auch Prüfzeugnisse an sie. Für chargengeführte Produkte stellt die ERP-Lösung die vollständige Rückverfolgung der Chargenherkunft und -verwendung sicher – ebenso für Artikel mit Seriennummer.

Bildquelle: Haumberger Fertigungstechnik GmbH

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