Einfache Lagerbestandserfassung

RFID-Paletten: Intelligente Träger

Befindet sich die Palette samt Ladung noch im Hochregal, auf der Verladerampe oder bereits im LKW? Antworten darauf können intelligente RFID-Paletten mit passenden Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem liefern.

  • RFID-Paletten, Falkenhahn
  • RFID-Paletten, Falkenhahn

    Im Inneren der World-Palette sind RFID-Transponder integriert, auf denen Ladungsinformationen wie Artikelnummern, Mengen oder Gewichtsangaben gespeichert sind.

Die Radio-Frequency-Identification-Technologie (RFID) wird mittlerweile in vielen mittelständischen Unternehmen zur Identifikation von Produkten und Betriebsmitteln eingesetzt. Auch in der Logistik bieten sich verschiedene Einsatzszenarien an – so etwa in Verbindung mit Ladungsträgern wie den mit RFID-Transpondern bestücken World-Europaletten. Zusammen mit einer betrieblichen RFID-Infrastruktur (Lesegeräte, Antennen und passende Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem) können Paletteninformationen auf dem Weg zwischen der Produktverpackung und Lagerung, Verteilung, Transport und Auslieferung jederzeit abgerufen werden – ganz ohne Sichtverbindung sowie Verschmutzungs- und Beschädigungsgefahr des Datenträgers. Denn dieses Informationssystem ist unempfindlich gegenüber Kälte, Hitze und Feuchtigkeit, aber auch gegenüber den groben mechanischen Beanspruchungen in der Logistik. Hinzu kommt die Unverlierbarkeit des Transponders, der bei RFID-Paletten unsichtbar und geschützt eingebaut ist.

Das logistische Gedächtnis der Sendung

Häufig wird der Paletten-Transponder mit seinem Speicher als Träger für die Informationen der Ladung genutzt, die sich auf der Palette befindet. Er speichert Artikelnummern, Mengen oder etwa Gewichtsangaben. Die Palette wie auch die Ladung sind dadurch schnell und sicher identifizierbar. Zudem können weitere Merkmale über den RFID-Chip übermittelt werden: Wann und wo wurde produziert? Welche Haltbarkeitstermine sind gegeben? Der Transponder in der Palette stellt die eindeutige Identifikation her, sendet die gespeicherten Daten zurück und beantwortet die Fragen.

Gerade Mittelständler, die eine Vielzahl an unterschiedlichen Paletten mit entsprechender Ladung tagtäglich hin- und her bewegen, können von RFID-Paletten profitieren. Dies zeigen unterschiedliche Praxisszenarien:

Schnell erfasst und identifiziert

Bislang musste ein Mitarbeiter Palettenbeschriftungen lesen oder mit einem Handlesegerät nah an den Barcode herangehen und es manuell auszurichten. Mit der entsprechenden RFID-Technologie genügt eine Vorbeifahrt an den im Bewegungsraum positionierten RFID-Antennen oder eine Durchfahrt durch RFID-Gates: Die Transponder der Palette werden bereits aus mehreren Metern Abstand unabhängig von Lage und Sichtverbindung erkannt. Die Palette und die zugeordnete Ladung sind damit zuverlässig identifiziert.

Ein RFID-Antennentor kann zudem den Lagerein- und -ausgang der Paletten registrieren, den Lagerbestand entsprechend buchen und den automatischen Versand elektronischer Dokumente an die korrekten Empfänger anstoßen. Der Nutzen ist die Einsparung von Arbeitskraft beim Identifizieren von Paletten sowie die Vermeidung von Fehlern.

Eine einzige RFID-Antenne an der LKW-Ausfahrt kann zudem dabei helfen, viele Dutzend Paletten mit ihren Ladungen im Pulk schnell und gleichzeitig zu erfassen. Die Suche nach Codes und die Ausrichtung eines Codelesers  samt wiederholten Einlesevorgängen können somit entfallen. Der Nutzen für den Mittelständler ist das gleichzeitige Übermitteln große Datenmengen, ohne dass einen Sichtkontakt zwischen Lesegerät und Transponder nötig ist.

Aktuell wiegen

Ist ein Gabelstapler mit einem mobilen RFID-Lesegerät und einer Wiegegabel ausgestattet, kann er die Ladung identifizieren und auch wiegen. So werden Palettendaten eingelesen und der transportierten RFID-Palette zugeordnet, ohne dass der Staplerfahrer absteigen und ein Lesegerät ausrichten muss. Zusammen mit dem aktuellen Ladungsgewicht fließt die Identifikation in das Warenwirtschaftssystem ein. Dort kann ein Mitarbeiter abgleichen, ob das Palettengewicht mit der vorhandenen Ladungsinformation im Einklang steht. Die betrieblichen Systeme nehmen zudem die Versandinformationen und die laufende Bestandführung vor, sie können jetzt Frachten berechnen sowie Überlasten bei Transport und Einlagerung vermeiden.

Kühlketten-Nachweis vereinfachen

Bei vielen Lebensmitteln und Pharmazeutika, aber auch bei Biotech-, Chemie- und Life-Science-Produkten ist eine nachgewiesene Kühlkette auf dem Weg vom Hersteller zum Kunden ein qualitätsentscheidendes Merkmal. Deshalb beinhalten spezielle Thermolog-Paletten, die die Falkenhahn AG herstellt, nicht nur die RFID-Hardware für automatisiertes Tracking & Tracing von Palette und Ladung, sondern können auch die Temperatur der beladenen Palette messen, speichern und kommunizieren. Sie können damit den Temperaturverlauf während der Logistikvorgänge nachweisen. Denn wo bislang in getrennten Arbeitsgängen einerseits ein Tagging zur Identifikation der palettierten Ladung, andererseits ein Ausstatten der Ladung mit einem Thermo-Logger sowie dessen spätere Entnahme nötig war, können jetzt Arbeitprozesse zusammengefasst werden, wodurch Mittelständler den Kühlketten-Nachweis wirtschaftlicher erbringen können.

 

Vorteile von RFID-Paletten

  • Störungsfreie Ladungsidentifikation ohne Sichtverbindung
  • Einfache Lagerbestandserfassung, womit die Inventur schneller durchgeführt werden kann
  • Zuverlässige Standortbestimmung von Paletten mit Ladung
  • Zeitgenaue Erfassung von Warenbewegungen (Tracking)


Bildquelle: Falkenhahn

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok