Recruiting-Tools

Richtig in die Digitalisierung starten

Mangelnde Bekanntheit des Unternehmens und leer gefegte Arbeitsmärkte gepaart mit intern unzureichendem Bewusstsein für die Bedeutung digitaler Kommunikation und zu langen Reaktionszeiten: Das sind typische Beispiele für Herausforderungen, mit denen Personalverantwortliche vieler Unternehmen beim Besetzen von Stellen derzeit konfrontiert sind. Klug ausgewählte und eingesetzte IT-Tools können einen guten Start bei Digitalisierungsprojekten im Recruiting erleichtern.

Sportler beim Sprint-Start

Wer bei Digitalisierungsprojekten im Recruiting richtig aus dem Startblock kommen will, muss sich vorab die richtigen Fragen stellen.

Von automatisierten Texten von Stellenanzeigen über durchgängig smartphone-kompatible Bewerbungsprozesse bis hin zur Analyse von Videointerviews unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bieten sich im Recruiting immer mehr Möglichkeiten, einzelne Tätigkeiten und Abläufe oder auch komplette Prozesse zu digitalisieren. Doch was davon ist für mittelständische Unternehmen überhaupt sinnvoll? Die nachfolgende Checkliste von Rochus Mummert Digital soll Aufschluss geben.

1. Ehrlich sein, was drin ist – und was nicht

Ein wenig zugkräftiger Unternehmensname, ein Firmensitz auf dem platten Land, eine Branche, die generell als wenig attraktiv gilt: So manche Negativfaktoren beim Gewinnen neuer Mitarbeiter kann auch eine Digitalisierung nicht beseitigen. Bei anderen Qualitäten können Unternehmen hingegen Punkte machen. Zum Beispiel in Form der Möglichkeit einer durchgehend digitalen und nutzerfreundlichen Bewerbung. Oder vorbildlich kurzen Reaktions- und Antwortzeiten bei Anfragen.

2. Firmen-Image und Digital Mindset bewusst machen

Die tollsten technischen Funktionen und Möglichkeiten nutzen nichts, wenn sie nicht aktiv genutzt werden. Von daher sind nur Ansätze sinnvoll, die zum eigenen digitalen Mindset passen. Oft verraten schon das Facebook-Firmenprofil oder die Qualität von Antworten in den sozialen Medien eine Menge darüber, wie es um das Unternehmen wirklich bestellt ist. Man sollte daher ehrlich ermitteln, welche Digitalmentalität im Unternehmen vorherrscht. Möglicherweise gilt es hier, erst einmal in Form von Workshops den richtigen Bezug herzustellen. Ehrlichkeit ist zudem beim Firmen-Image gefragt: Auch hier ist eine gute Passung gefordert, um nach außen nicht zu irritieren.

3. Budget prüfen und nötige Mitspieler ermitteln

Damit von Anfang an realistisch geplant wird, sollte eingangs unbedingt geprüft werden, wie viel Budget für Digitalisierungsmaßnahmen im Recruiting überhaupt zur Verfügung steht. Ebenso ist frühzeitig zu klären, wer alles mit einbezogen werden muss.

4. Individuell größte Hebel ermitteln

Dann geht es an die Grundsatzfrage: Wo würde eine Digitalisierung die größte Hebelwirkung entfalten? Es macht schon einen Unterschied, ob das generelle Bewerberaufkommen erhöht werden soll oder ob man aus größeren Mengen an Bewerbungen treffsicherer diejenigen herausfiltern will, die passen. Häufig gilt es immer noch, den Bewerbungsprozess komplett mobilfähig zu gestalten, damit Interessenten zuverlässig bis zum Schluss bei der Stange bleiben.

5. Vorhandenes optimieren

Parallel zum Kauf digitaler Tools müssen alle bestehenden digitalen Angebote und Lösungen unter die Lupe genommen werden – insbesondere die Unternehmens-Website. Vermittelt sie potenziellen Bewerbern über alle Bereiche hinweg ein attraktives Bild des Unternehmens? Die gleiche Frage stellt sich für sämtliche Social-Media-Profile.

6. Technische Grundsatzfragen klären

Soll es letztlich eine All-in-one-Lösung oder ein bewusster Kauf von Einzelkomponenten unterschiedlicher Hersteller sein? Darüber hinaus müssen vor der konkreten Neuanschaffung von IT-Tools grundsätzliche Entscheidungen über eine Vor-Ort-Installation oder cloud-basierte Lösung getroffen werden, bevor es konkret losgeht.

Bildquelle: Thinkstock

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