Mit 300 km/h und schneller

SD-WAN im Motorsport

Der Motorsport erlaubt keinerlei Verzögerungen oder gar Ausfälle beim Datentransport. Die SD-WAN-Technologie sichert die schnelle und zuverlässige Verfügbarkeit von Daten und löst alte Systeme ab, die unter der zunehmenden Datenlast an ihre Grenzen kommen.

  • Box beim Rennsport - Terminal

    Um SD-WAN beim Motorsport verlässlich anzuwenden, braucht es entlang der Strecke ein unabhängiges und verlässliches Netzwerk.

  • In der Box vom Rennstall

    SD-WANs sollen die bisherigen WANs auf ein neues Niveau heben.

  • Telemetriedaten zwischen Auto und Box

    Bei einem Motorsportrennen werden Telemetriedaten zwischen dem Auto, der Box und dem Headquarter in Lichtgeschwindigkeit ausgetauscht.

Die schnellste während eines Rennens gemessene Geschwindigkeit eines Autos war 370,1 km/h. Auf einem Salzsee erreichte ein Rennwagen 2018 sogar 413,2 km/h. Aber wie wäre es mit Lichtgeschwindigkeit? So schnell werden bei einem Motorsportrennen Telemetriedaten zwischen dem Auto, der Box und dem Headquarter in Italien oder England ausgetauscht. Dabei darf es keinen Unterschied machen, ob der Empfänger in der Box oder Tausende Kilometer entfernt sitzt. Um die Fülle an Informationen quasi in Echtzeit zur Verfügung zu stellen, galten lange Zeit Wide Area Networks (WANs) als das Maß der Dinge. Allerdings geraten diese alten Netzwerkstrukturen durch die zunehmenden Datenmengen immer mehr an ihre Grenzen. Dies kann im schlimmsten Fall zu Verzögerungen oder gar Ausfällen führen – nicht hinnehmbar in einem Sport, bei dem Geschwindigkeit und Verlässlichkeit auf allen Ebenen über den Erfolg der Teams entscheiden.

Ebenso wie bei der Konstruktion der Autos oder den Materialien sind in der Königsklasse des Motorsports daher auch die Datenübertragung und damit flexible Netzwerklösungen maßgebend.

Daten auf der Ideallinie

Zwar ist es möglich, die Leistungsfähigkeit von WANs zu erhöhen, dies ist jedoch kostspielig und verspricht zudem nur eine kurzfristige Problemlösung. Stattdessen setzen immer mehr Rennställe auf eine neue Netzwerkarchitektur: Software-defined Wide Area Networks (SD-WANs). So sollen SD-WANs die bisherigen WANs auf ein neues Niveau heben, um die darin enthaltenen Multiprotocol-Label-Switching-Leitungen (MPLS) und Internet-Zugänge effizient, immer aktiv und sicherer zu machen. Für Ausnahmesituationen wie einem Ausfall verfügen WANs über Backup-Lösungen in Form von lokalen DSL- oder Mobilfunkleitungen. Hier setzt die SD-WAN-Technologie an. Sie verwendet nicht nur die Hauptleitungen, sondern auch ein hybrides Netzwerk aus MPLS-Leitungen, allen weiteren lokal verfügbaren Netzzugängen sowie dem Internet-Breakout. Die vermeintlichen Backup-Leitungen werden so auch im Regelbetrieb genutzt.

SD-WAN-Router kategorisieren kontinuierlich den Traffic nach Typ, Nutzer, Quelle und Ziel. Je nachdem wie kritisch eine Information ist, weist ihr die Technologie selbstständig den effizientesten Weg über das hybride Netzwerk zu. So wird die verfügbare Bandbreite sinnvoll genutzt und MPLS-Kapazitäten stehen für zeitkritische Anwendungen zur Verfügung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Strecke neben der Strecke

Um SD-WAN verlässlich anzuwenden, braucht es entlang der Strecke ein unabhängiges und verlässliches Netzwerk. Über dieses werden die Daten in Tausende Kilometer entfernte Rechenzentren und von dort aus in die Headquarter der jeweiligen Rennställe übertragen. Dafür sollte das Netzwerk zu 99 Prozent aus Glasfaserleitungen bestehen. Andere Technologien wie Richtfunk, Kupfer oder Mobilfunk kommen nur zum Einsatz, wenn dies unvermeidbar ist.

Der Aufbau des Netzwerks kann an manchen Austragungsorten aber zur Herausforderung werden. So z.B. in Ländern, in denen hohe Bandbreiten aus technischer Sicht nicht dem europäischen Niveau entsprechen. Zwar lassen sich solche Bedingungen mit Überlandverlegungen lösen – allerdings gab es einen Vorfall, bei dem ein Lkw gegen einen Schaltkasten fuhr, die Glasfasern mehrerer Netzwerk-Provider durchtrennte und so die Live-Übertragung unterbrach. Da stößt auch die SD-WAN-Technologie an ihre Grenzen.

Bei gegebenen technischen Voraussetzungen und dem Ausbleiben derartiger Unglücksfälle steht den Rennställen mit SD-WAN aber eine Technologie, wie sie z.B. Riedel Networks anbietet, zur Verfügung, die ihren Autos bei Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit weit voraus ist.

Bildquelle: Riedel Networks

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