Suchmaschinenoptimierung

SEO im Mittelstand

Fabian Rossbacher beschäftigt sich seit 8 Jahren mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wir sprachen mit ihm über SEO im Mittelstand, Arbeitsalltag und Verdienst von Suchmaschinenoptimieren und die Zukunft von SEO.

Fabian Rossbacher

„Im Mittelstand ist das Thema Suchmaschinenoptimierung meiner Meinung nach definitiv nicht angekommen." Fabian Rossbacher

Fabian Rossbacher beschäftigt sich seit 8 Jahren mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung (Englisch: Search Engine Optimization, Kurzform: SEO). Er betreibt über 50 Websites und veranstaltet die größte Fachkonferenz zum Thema Suchmaschinenoptimierung im Rheinland.

Herr Rossbacher, ist Suchmaschinenoptimierung im Mittelstand angekommen?
Fabian Rossbacher: Meine Nicht-SEO Umgebung fragt mich sehr häufig, was ich eigentlich mache. Meine Antwort darauf ist dann: „Gute Websites bauen, die bei Google weit oben sind." Das interessiert in der Regel jeden Geschäftsmann. Meine privaten Nicht-SEO Freunde finden es zwar spannend, aber ich glaube sie denken, es sei zu kompliziert.

Im Mittelstand ist das Thema Suchmaschinenoptimierung meiner Meinung nach definitiv nicht angekommen. Wenn ich in die 700 Mann starke Teilnehmerliste für mein SEO-Event schaue, sehe ich fast ausschließlich große Brands, die bereits im Internet erfolgreich sind.

Schlüsseldienste, Ärzte, Software-Unternehmen oder Kanzleien gibt es so gut wie gar nicht auf der Teilnehmerliste. Aus diesem Grund arbeite ich intensiv mit der IHK zusammen, um das Thema Suchmaschinenoptimierung auch für die KMUs greifbar zu machen.  

Wie wichtig ist Suchmaschinenoptimierung für Firmen?
Rossbacher:
Ich denke, dass es sehr viele Geschäftsbereiche gibt, die auch ohne Suchmaschinenoptimerung gut funktionieren. Was ich aber beobachte ist, dass alle Unternehmen, die sich mit Suchmaschinentopimierung beschäftigen, erfolgreich sind. Ich kenne keinen armen Suchmaschinenoptimierer und keine Firma, die sagt: "SEO bringt nichts".

Als Unternehmen muss man das Thema als Kernkompetenz im Unternehmen platzieren. Tut man dies nicht und beauftragt eine Agentur, geht dies häufig schief.

Was kann eine Firma selbst tun um bei der Suchmaschine Google weiter oben gelistet zu werden?
Rossbacher:
Wir SEOs unterscheiden 2 Bereiche:

  • Bereich 1: Die sogenannte Onpage. Hier wird die Website selbst optimiert. Websitegeschwindigkeit, Auffindbarkeit, interne Verlinkung, die Wahl von aussagekräftigen Titel, Überschriften, Bildern, Texten, Videos, URL-Strukturen etc.
  • Bereich 2: Ist die Website einmal optimiert, beginnt die sogenannte Offpage. Bei dieser sorgt man dafür, dass die Website so viel und so gut wie möglich von anderen verlinkt (Backlinks) wird. Bei der Offpage haben sich in den letzten 10 Jahren wahre Champions im Markt herauskristalisiert. Eine dieser Champion-Techniken ist beispielsweise die Erzeugung von Backlinks über Widgets. Trusted-shops.de ist eines der besten Beispiele. Jeder der zahlenden Trusted-Shops Kunden verlinkt auf die Trusted-Shops Homepage.

Der wichtigste Faktor ist aber das Wissen. Bei der Suchmaschinenoptimierung muss man schnell sein und dafür braucht man einfach Wissen und Knowhow.
Dieses kann man sich einkaufen und auf Konferenzen wie dem SEO-DAY erlangen.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Suchmaschinenoptimierers aus?
Rossbacher:
Die erste Aufgabe jeden morgen ist die Analyse der Zahlen des Vortags. Visits, Conversion, Referer, Bots und natürlich Google werden einmal am Tag unter die Lupe genommen und bewertet. Generell lese ich sehr viel und tausche mich regelmäßig mit anderen Experten aus. Mit Spezialsoftware überwache ich die Märkte in denen ich unterwegs bin und schaue mir an, wie die Konkurrenz ihre Websites optimiert. Dabei entdecke ich fast täglich sehr spannende Strategien und Taktiken.

Was verdient ein Suchmaschinenoptimierer im Monat?
Rossbacher:
Das ist sehr unterschiedlich und hängt vom Bereich ab. Als Webmaster wähle ich am häufigsten die Variante PPC (Pay per click) oder Affiliate.
Bei der PPC-Variante erhalte ich pro Werbe-Klick auf meiner Website einen Euro-Betrag. Dieser schwankt bei mir zwischen 4 Cent bis 5,60 Euro.
Im Datingbereich ist der Klickpreis sehr hoch, da macht es am meisten Spaß.
Ich habe aber auch Websites mit über 4000 Usern am Tag und einem Klickpreis von 0,30 Euro. In guten Monaten können schon mal 20.000 Euro zusammen kommen. Wenn Google die Liebe zu meinen Websites verliert, kann das Einkommen auch schon mal auf 1500 Euro runtergehen. Ich ruhe mich daher nicht aus und arbeite ständig an neuen Websites.

Wird es in fünf Jahren noch das Thema Suchmaschinenoptimierung geben?
Rossbacher:
Da bin ich fest von überzeugt. Vielleicht schaut es anders aus, aber die Menschen auf unser Erde werden immer Fragen haben und diese im Internet stellen. Ob dies über einen Suchschlitz oder eine andere Lösung passieren wird, weiß ich jetzt noch nicht.

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