Kollaborative Kommunikation

Skype for Business im Unternehmen

Lars Riehn, Geschäftsführer von Infowan im Interview über Skype für Geschäftskunden und wie sich die Zuverlässigkeit und Performance der Infrastruktur sicherstellen lassen

Lars Riehn, Geschäftsführer von Infowan:

Lars Riehn, Geschäftsführer von Infowan: „Wir den Kunden ausführlich zu den verschiedenen Nutzungsszenarien, um die für ihn individuell passende Lösung zu finden."

Aller anderslautender Bekundungen der Hersteller zum Trotz erreicht VoIP die Qualität der Festnetztelefonie oft noch nicht. Für welche Geschäftsprozesse eignet sich vor diesem Hintergrund Skype for Business im Rahmen von Office 365?

Lars Riehn:
Seit vielen Jahren telefonieren unzählige Unternehmen mit hoher Qualität über VoIP. Grundsätzliche Zweifel an der Technologie habe ich keine. Skype for Business eignet sich somit für die üblichen Geschäftsprozesse. Das gilt für alle Nutzungsszenarien: On Premise, nur aus Office 365 oder als hybride Lösung. Ein Vorteil von Skype for Business ist es gerade, dass es über Schnittstellen und APIs sehr leicht in kundenindividuelle Prozesse zu integrieren ist.

Wie können Sie die für die Echtzeit-Anforderungen notwendige Zuverlässigkeit und Performance der Infrastruktur sicherstellen?

Riehn:
Das Netzwerk wird zunächst auf Basis theoretischer Annahmen bewertet. Außerdem führen wir bei Bedarf Network Assessments durch. Am wichtigsten ist es dann, einen Piloten durchzuführen, denn nur ein praktischer Test kann wirklich alle Einflussfaktoren berücksichtigen. Wenn die Sprachqualität gefühlt nicht gut ist, muss es zum Beispiel nicht immer am Netzwerk liegen. Häufig wirkt schon die Verwendung eines höherwertigen und zertifizierten Headsets anstatt irgendwelcher Billig-Hardware Wunder.

Welche zusätzlichen Aspekte sind zu beachten, wenn mit Funktionen wie PSTN Calling die firmeninterne Pbx-Funktionalität auf das öffentliche Netz ausgedehnt wird?

Riehn:
Die Anbindung der firmeninternen Kommunikation an das öffentliche Netz ist ja nicht neu. Skype for Business und auch die Vorgänger wie Lync bieten diese Funktion schon seit Jahren. Neu ist vor allem, dass man keinen Skype for Business Server mehr bei sich installieren muss, sondern die Funktionen über Office 365 aus der Cloud zur Verfügung stehen. Das Netzwerk spielt hier wie bisher eine wichtige Rolle. Wie bei allen anderen Cloud-Diensten ist hier die Anbindung an das Internet von besonderer Bedeutung. Das Schöne an der Microsoft-Lösung ist, dass es Optionen gibt. Wenn an einem Standort aus welchem Grund auch immer keine geeignete Internetverbindung zur Verfügung steht, kann durch ein hybrides Szenario ein lokaler SIP Trunk oder auch ISDN und analoge Leitungen verwendet werden.

Mit Skype for Business macht Microsoft der Deutschen Telekom im Kerngeschäft Konkurrenz, mit der andererseits aber gerade erst eine umfassende Partnerschaft im Cloud-Geschäft geschlossen wurde. Glauben Sie, dass Skype for Business als Bestandteil von Office 365 künftig auch in Rechenzentren von T-Systems gehostet wird, obwohl man ja damit in sein ureigenstes Geschäftsfeld grätschen würde? 
Riehn:
Das ist für mich kein Widerspruch. Es ist doch heute völlig normal, dass nicht nur sehr große Unternehmen in manchen Bereichen kooperieren und in anderen (vermeintlich) im Wettbewerb stehen. Nach meinen Informationen wird über die deutschen Rechenzentren der volle Umfang von Office 365 angeboten werden. Dazu gehört dann auch Skype for Business. Wann und zu welchem Preis PSTN Calling dort verfügbar sein wird, weiß ich nicht. Gleiches gilt für strategische und wirtschaftliche Betrachtungen von Microsoft und T-Systems. Dazu können nur die beiden Beteiligten direkt Auskunft geben.  

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok