Geschäftsinformationen am Handgelenk

Smartwatches im ERP-System integrieren

Viele ERP-Anbieter versuchen seit geraumer Zeit, die Benutzer­freundlichkeit ihrer Systeme zu erhöhen. Da geht es zum Beispiel um die tiefere Integration mit Office-Programmen oder verbesserte Suchfunktionen. Speziell im Fokus steht derzeit natürlich die Einbindung mobiler End­geräte. Sogar Smartwatches könnten künftig eine Rolle spielen.

Smartwatches im ERP-System integrieren

Per Smartwatche und entsprechende Alarmfunktionen, die aus dem ERP-System stammen, können Servicetechniker über wichtige Ereignisse informiert werden.

Traditionell sind mobile Technologien im Lager-, Versand- und Logistikbereich zu finden, dann aber zumeist mit speziellen, robusten Endgeräten. In erster Linie ging es hier um die Beschleunigung der Materialwirtschaft bzw. des Materialflusses. Noch größeres Potential sehen Experten allerdings in den Vertriebsprozessen, wenn beispielsweise der Außendienst schnell Aufträge erfassen kann und jederzeit über Produkt- und Kundendaten verfügt. Auch der Servicebereich wird immer wieder als nutzenbringendes mobiles Betätigungsfeld angeführt: Wenn nämlich der mobil angebundene Servicetechniker vor Ort über alle Informationen über die zu wartende Maschine verfügt, er Zugriff auf verschiedene Lager hat und auch Bestellprozesse direkt selbst anstoßen kann. Oder wenn Aufträge auf die mobilen Endgeräte gesendet und Aufträge direkt als erledigt ins System zurückgemeldet werden. Diese mobilen Prozesse sparen viel Arbeit, Zeit und Geld, was im Service rasch zu einem höheren Qualitätsgrad führt, weil sowohl die Mitarbeiter im Feld als auch der Innendienst schneller reagieren können.

Der Auslöser für diese Entwicklung, Geschäftsdaten standortunabhängig zur Verfügung stellen zu können, waren natürlich die modernen Smartphones mit ihren intuitiven App-Konzepten. Nun kommen weitere Geräte­klassen hinzu. Deren wichtigste Vertreter sind Daten­brillen und Datenuhren, die sogenannten Smartwatches.

ERP-Geschäftsanwendungen auf Wearables


Eine Machbarkeitsstudie des ERP-Anbieters IFS sollte zeigen, wie sich Geschäftsanwendungen auf Wearables nutzen lassen. Beispielsweise derart, dass sich Außendiensttechniker auf Smartwatches wie der Samsung Gear 2 über wichtige Ereignisse benachrichtigen lassen. In der Machbarkeitsstudie ist ausgearbeitet, wie sich Benachrichtigungen aus der Unternehmenssoftware an die „Uhr“ senden lassen. Über Alarmfunktionen können damit dann Servicetechniker auf Wearables über wichtige Ereignisse informiert werden – etwa, wenn bestimmte Teile verschickt wurden, Schlüsselprojekte gestartet beziehungsweise abgeschlossen sind oder Rechnungen bezahlt wurden.

Die Frage drängt sich auf, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt so wichtig und dringend sind, als dass man sie nicht auch auf dem Smartphone erhalten könnte. Wenn Informationen zu den Bauteilen einer Anlage oder Maschine mittels Datenbrille und Augmented Reality angezeigt werden, hat der Monteur die Hände frei und kann sie sofort in den Arbeitsgang integrieren. Bei Smartwatches mag es diesen Fall auch einmal geben, es dürfte aber eher die Ausnahme als die Regel sein. Aber vielleicht kommt es auch wie so oft schon, dass sich nämlich Dinge durchsetzen, von denen man es nie geglaubt hätte: so wie Handys mit Kamera beispielsweise.

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