Hochverfügbarkeit im Mittelstand

SOS aus der Cloud

Oft zieht der Ausfall der kompletten IT riesige Kreise und betrifft am Ende alle Mit­arbeiter des Unternehmen. Wie kann dem Verfügbarkeits­problem im Rahmen von Cloud-Computing-Lösungen ent­gegengewirkt werden?

Rettungsring

SOS aus der Cloud

Auch vor Bundeseinrichtungen machen IT-Ausfälle nicht halt: Bei der Bundesagentur für Arbeit brach erst kürzlich das gesamte IT-System zusammen. Die Folge: Web und E-Mail-Präsenzen lagen brach, bundesweit konnten Berater in keiner der Beratungsstellen auf die digitalen Jobangebote oder Beratungsvermerke zugreifen, geschweige denn die Leistungsbearbeitung eines Falls einsehen. Ein solcher Ausfall verursacht nicht nur einen Imageschaden, da Arbeitsuchende keinen Zugriff auf Stellenanzeigen hatten oder dringende Hilfszulagen nicht rechtzeitig ausgezahlt werden konnten, sondern führt auch zu einem hohen wirtschaft­lichen Verlust.

Doch oft werden solche Ausfälle nicht ernst genug genommen. Die IT laufe doch „im Großen und Ganzen“, heißt es dann. Im Zeitalter von Big Data, Industrie 4.0 und „Always on“ reicht das aber einfach nicht mehr aus. Selbst eine Verfügbarkeit von 99 Prozent, die im ersten Moment gut klingt, bedeutet in der IT eine Ausfallzeit von einer Stunde und 41 Minuten pro Woche. Mit einer Hochverfügbarkeitslösung, die 99,99 Prozent Ausfallsicherheit garantiert, würde sich die Zahl auf 52 Minuten im Jahr reduzieren lassen – ein großer Unterschied.

Umstieg in die Cloud

Auch mittelständische Unternehmen sind in Deutschland immer häufiger von den Folgen eines IT-Ausfalls betroffen. Wie wichtig (Hoch-)Verfügbarkeit gerade für Mittelständler ist, lässt sich an den folgenden Zahlen demonstrieren: Eine HP-Studie von 2013 belegt, dass in Deutschland im Mittelstand durch Ausfälle jährlich 380.000 Euro Kosten pro Jahr entstanden. Laut EMC war der finanzielle Schaden im vergangenen Jahr sogar noch größer: 2014 haben Unternehmen in Deutschland wegen „Downtime“ Verluste von zusammengerechnet 11,6 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Das sind enorme Summen, die ein Mittelständler kaum verkraften kann – vielen sind diese Zahlen jedoch nicht einmal bekannt, obwohl drei Viertel von Ausfällen betroffen sind. Spätestens wenn zu diesen Beträgen dann noch mögliche Zusatzschäden wie Produktivitätseinbußen, verpasste Deadlines und ein Reputationsverlust hinzukommen, wird klar, dass sich dringend etwas ändern muss. Umso mehr, da immer mehr Mittelständler den Umstieg in die Cloud vollziehen.

Cloud-Anbieter, deren Ge­schäftsmodell vollständig auf der „Wolke“ beruht, haben ihre nativen Cloud-Anwendungen mit integrierten Verfügbarkeitssicherungen ausgestattet. Obwohl sich das Problem mit diesem Ansatz zu einem gewissen Grad beherrschen lässt, genügt dies nicht, um Fehler und Ausfälle besonders zu Spitzenzeiten komplett zu vermeiden. Und auch wenn der Ansatz für native Applikationen durchaus geeignet sein kann, für Legacy-Anwendungen ist es nicht die richtige Vorgehensweise. Um diesen bewährten Anwendungen das gewohnt hohe Verfügbarkeitsniveau in der Anwendungsschicht bereitzustellen, müssen sie von Grund auf neu geschrieben werden. Das ist nicht nur kosten- und zeitaufwendig, sondern erfordert auch spezialisierte Kenntnisse und ist nicht ganz ungefährlich.

Ein neues Konzept

Ein neues Konzept mit der Bezeichnung SDA (Software Defined Availability, software­definierte Verfügbarkeit) präsentiert sich als Antwort auf das Verfügbarkeitsproblem in der Cloud. SDA steht für einen ganzheitlichen Ansatz, der ­Ausfallschutz und Wiederherstellungsentscheidungen vom Hardware- in den Softwarebereich verlagert. SDA setzt auf der Ebene der Software-Infrastruktur unterhalb von Anwendung und Betriebssystem an und macht es so leichter, Legacy-Anwendungen ohne Verfügbarkeitseinbußen in der Cloud bereitzustellen.

Die softwaredefinierte Verfügbarkeit hält das Gleichgewicht zwischen dem Kontrollbedarf der IT-Abteilung und dem Wunsch des Anwenders nach einer möglichst einfachen Arbeitsumgebung. Im Mittelpunkt steht dabei eine Policy Engine, mit der sich bedarfsgerecht für jede Anwendung das jeweils richtige Maß an Verfügbarkeit auswählen lässt. Gilt eine Anwendung nur während einer bestimmten Zeit als geschäftskritisch, kann sie während der weniger kritischen Phasen von einer fehlertoleranten in eine hochverfügbare Umgebung oder eine kostengünstige Universalumgebung mit Standardverfügbarkeit verlagert werden. Damit ist SDA besonders für den mittelständischen Unternehmer eine gute Möglichkeit, seine Cloud-Anwendungen rund um die Uhr auf dem angemessenen Level der Verfügbarkeit zu halten, ohne dabei hohe Investitions­risiken einzugehen.

Kein Spezialwissen

Auch wenn sich Unternehmen entscheiden, ihre Anwendungen nicht in die Cloud zu verlagern, so ist die Nachfrage nach Lösungen, die einen unterbrechungsfreien Serverbetrieb sicherstellen, immens. Gerade für den Mittelstand ist dies jedoch oft teuer und aufwendig. Die Maßgabe ist daher, für kleinere Unternehmen die Voraussetzungen zu schaffen, mit geringem Aufwand ausfall­sichere Server zu betreiben und Hochverfügbarkeit realisierbar zu machen. Mittelständler sollten in der Lage sein, ihre kritischen Daten gegen Störungen abzusichern, ohne dass sie sich um die Adminis­tration der Systeme kümmern müssen oder spezielles IT-Know-how benötigen.

Hier kommen z.B. softwarebasierte Hochverfügbarkeitslösungen ins Spiel, denn diese sind nicht nur flexibel, sondern bieten zudem die Möglichkeit, dass Ausfallzeiten, Datenverluste oder Betriebsunterbrechungen im Voraus verhindert werden. Außerdem sinken die Gesamtbetriebskosten, denn anders als bei Cluster­Lösungen fallen keine Kosten für Betriebssystemlizenzen, separate Festplatten-Arrays oder Speichernetzwerke an. Nicht zuletzt kann der Zeitaufwand für das IT-Personal bei der Konzipierung, Konfiguration und Verwaltung eines Hochverfügbarkeits-Clusters eingespart werden, denn die Software ist so konzipiert, dass sie sich selbst konfigurieren und verwalten kann. 

 

Anwendungen sicher für die Zukunft machen:

  • Risiken von Ausfallzeiten ernstnehmen und handeln: Man sollte sich die Risiken eines Ausfalls bewusst machen. Imageschäden und finanzielle Einbußen könnten im schlimmsten Fall geschäftsschädigend sein.
  • Verfügbarkeitsoptionen kennen und unterscheiden: Standardverfügbarkeit = 99 Prozent Verfügbarkeit, Datenreplikationssoftware = 99,8 Prozent Verfügbarkeit, Hochverfügbarkeit = 99,99 Prozent Verfügbarkeit
  • Anwendungen priorisieren und den gewünschten Grad an Verfügbarkeit festlegen: Unternehmen müssen entscheiden, welche Daten geschäftskritisch sind.
  • Zeit und Kosten mit hochverfügbaren Servern sparen
  • an eine passende Verfügbarkeitslösung für die Cloud-Anwendungen denken

Quelle: Stratus Technologies


Bildquelle: © Thinkstock/iStock

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok