Master Data Management (MDM)

Stammdaten richtig managen

Multidomain-Stammdatenmanagement, neudeutsch Master Data Management (MDM), gilt als Voraussetzung wirkungsvoller Business Intelligence.

Business Intelligence kann nur dann brauchbare Ergebnisse liefern, wenn ein funktionsfähiges Datenqualitäts- und Stammdatenmanagement existiert. Die Aussage klingt einleuchtend, ist aber folgenreich für Unternehmen, die mit ihren Verfahren und Prozessen zur systematischen Analyse von Daten sich nicht selbst ein Bein stellen wollen. Denn was nützen ausgefeilte Analysen, wenn die Daten, auf denen sie basieren, unvollständig oder fehlerbehaftet sind?

Die Aufgabe, vor der die Verantwortlichen bei BI stehen, hat Analyst Wolfgang Martin wie folgt beschrieben: „Unter Business Intelligence verstehen wir alle Strategien, Prozesse und Technologien, bei denen aus Daten Information und aus Information erfolgskritisches Wissen gewonnen wird, sodass Entscheidungen auf Basis von Fakten getroffen werden, die Aktionen zur Unternehmens- und Prozesssteuerung auslösen.“ Der Anspruch des Konzepts BI sei es also, Entscheidungen auf Fakten zu stellen und bessere Entscheidungen zu treffen.

Das Problem dabei: Damit „bessere Entscheidungen“ getroffen werden können, müssen erst einmal die ihnen zugrundeliegenden Fakten stimmen. Keine leichte Aufgabe, denn die Datenmenge ist schon heute unvorstellbar groß und ihr Wachstum exponentiell. Eine hohe Datenqualität ist aber eine unabdingbare Voraussetzung, um aus der riesigen Datenmenge die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Die US-amerikanische Aberdeen Group hat in einem Research-Brief im Juli 2013 zu der Frage „Why data quality matters?“ mit Zahlen belegt, wo gute Datenqualität die Geschäftsentwicklung verbessert:

  • Von den Unternehmen, die von sich sagen, dass sie über Datenqualität verfügen, sind 46 Prozent mit der Genauigkeit ihrer geschäftlichen Entscheidungen zufrieden
  • von Unternehmen, denen Datenqualität fehlt, sind es dagegen nur 19 Prozent – ein Performance-Unterschied von 142 Prozent
  • Unternehmen mit Datenqualität haben zu 51 Prozent vollständiges Vertrauen in ihre Daten
  • Unternehmen ohne Datenqualität dagegen nur zu 30 Prozent.

In dem im Januar 2015 veröffentlichten Papier „Today’s data mastery: multiple domains for a single purpose“ stellt die Aberdeen Group fest, es sei das suboptimale analytische Umfeld, das zum einen Unternehmen daran hindert, spürbaren Wert aus ihren Daten zu generieren, und das zum anderen Möglichkeiten für Wachstum und Effizienzsteigerung ungenutzt lässt. 54 Prozent der befragten Unternehmen sagen, die aktuell unzulängliche Datenanalyse sei die Top-Herausforderung, die Aktivitäten im Datenmanagement treibt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen zu viele Datensilos (49 Prozent) und schlechte Datenqualität (47 Prozent).

Kann Stammdatenmanagement helfen?

Kann Stammdatenmanagement helfen? In einer weiteren Untersuchung zum „Master Data Management (MDM)“ hat die Gruppe im September 2014 192 Unternehmen u.a. dazu befragt, ob sie die Genauigkeit ihrer Geschäftsentscheidungen innerhalb eines Jahres verbessern konnten.

Von den Unternehmen, die MDM einsetzen, sagen dies 58 Prozent; dagegen gelingt dies nur 45 Prozent der Unternehmen ohne MDM. Eine bessere Datengenauigkeit trage in Organisationen mit Stammdatenmanagement also zur erhöhten Verbesserungsrate der Genauigkeit von geschäftlichen Entscheidungen insgesamt bei. Master Data Management biete Entscheidungsträgern nicht nur eine verbesserte Sichtbarkeit und zuverlässigere Rohdaten für die Analyse, es verbessere auch die Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen internen und externen Beteiligten. Das übergreifende Ziel von Stammdatenmanagement sei es, Daten besser nutzbar, konsumierbar und strategisch wertvoll zu machen. Durch das Zusammenspiel von Prozessen, Data Governance und Technologie sei die Technologie in der Lage, zentralisierte Masterdaten zu kreieren, die den Datenaustausch erleichtern und Entscheidungen auf besser informierter Grundlage unterstützen.

Das vielleicht prägendste Charakteristikum der sogenannten MDM-„Leader“ sei, so die Aberdeen Group, die Fähigkeit, mehrere Datendomänen simultan zu managen. Das sogenannte Multidomain-MDM, wie es z.B. die Zetvisions AG anbietet, verbessere die Dateneffizienz:

  • Zum einen ist die Genauigkeit der Daten um 8,7 Prozent und die Vollständigkeit um 11,9 Prozent besser als bei Nicht-Multidomain-Systemen.

Noch deutlicher werden die Vorteile bei den Kriterien „time to information“ und „accuracy of decisions“.

  • Beim Einsatz von Multidomain-Stammdatenmanagement sehen 64 Prozent Verbesserungen bei „time to information“ gegenüber lediglich 35 Prozent bei Non-Multidomain.
  • Geht es um Verbesserungen bei dem Kriterium „accuracy of decisions“, liegt Multidomain mit 69 Prozent ebenfalls deutlich vor Non-Multidomain mit 48 Prozent.

Unternehmen mit nur einer Version der „Wahrheit“ und einem Master Data Record für jede Schlüsseldomäne verbringen weniger Zeit damit, Informationen zu suchen oder die Verlässlichkeit vorhandener Daten zu bestätigen, und haben mehr Zeit für relevante Analysen.

Multidomain-MDM zentralisiert das gesamte Stammdatenmanagement. Alle relevanten Daten vom Einkauf bis zum Verkauf laufen in einem zentralen System zusammen. So lassen sich ein „Golden Record“ für Kunden, Produkte, Lieferanten bilden sowie Verbindungen und Korrelationen zwischen diesen Domänen erkennen. Man erhält einen Rundumblick auf die Stammdaten über alle Domänen hinweg. Ein Multidomain-MDM schafft somit die „eine Wahrheit“ für unterschiedliche Stammdatendomänen über den gesamten Geschäftsprozess. 

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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