Serverschrank bleibt trotz Cloud erhalten

Standard-Server für den Mittelstand

Warum mittelständische Unternehmen aus dem selbstständigen Serverbetrieb keine Vorteile ziehen, sondern mit einem externen Provider zusammenarbeiten sollten, berichtet Frieder Zimmermann, Manager Technology & Partner Business bei der matrix technology AG, im Interview.

Frieder Zimmermann, Manager Technology & Partner Business bei der matrix technology AG

ITM: Herr Zimmermann, wie hoch ist derzeit die Nachfrage mittelständischer Unternehmen nach Servern?
Frieder Zimmermann:
Wir beobachten aktuell bei unseren mittelständischen Kunden eine relativ geringe Nachfrage nach Servern.

ITM: Welche Merkmale prädestinieren einen Server für den Einsatz im Mittelstand?
Zimmermann:
Der ideale Server für den Mittelstand ist kompakt und leise, gleichzeitig aber leistungsstark und erweiterbar.

ITM: Wie treffen IT-Verantwortliche die richtige Wahl?
Zimmermann:
Sofern das Budget keinen limitierenden Faktor darstellt, empfehle ich auf jeden Fall, nach der Leistung der Server zu entscheiden. Tatsächlich wird die Wahl natürlich häufig anhand des Preises getroffen.

ITM: Inwieweit spielt die Serverlast eine Rolle als Auswahlkriterium?
Zimmermann:
Das Serversizing ist ein ganz zentrales Auswahlkriterium. Allerdings kann auch dieser Aspekt nur dann ausreichend berücksichtigt werden, wenn entsprechendes Budget vorhanden ist.

ITM: Welche Vorteile haben kleine und mittelständische Unternehmen von einem eigenen Serverbetrieb?
Zimmermann:
In meinen Augen können kleine und mittelständische Unternehmen aus einem eigenen Serverbetrieb keinerlei Vorteile ziehen, sondern sollten in jedem Fall mit einem externen Provider zusammenarbeiten.

ITM: Was passiert, wenn der Server ausfällt? Welche Sicherheitsvorkehrungen können getroffen werden?
Zimmermann:
Durch vernünftige Wartungsverträge kann das Risiko für Serverausfälle deutlich reduziert werden. Generell empfehle ich, Serviceverträge mit spezialisierten Dienstleistern zu schließen.

ITM: Wann sollte ein Mittelständler besser auf Standardsysteme z.B. auf Windows- oder Linux-Basis zurückgreifen, wann sind spezialisierte Serverplattformen sinnvoll?
Zimmermann:
Ich würde mittelständischen Unternehmen – wenn möglich – immer zu Standard-Systemen raten. Auf spezialisierte Serverplattformen sollte nur bei besonderen (z.B. softwareseitigen) Anforderungen zurückgegriffen werden.

ITM: Wird der Serverschrank auf Dauer durch Cloud Computing ersetzt werden?
Zimmermann:
Obwohl Cloud Computing auch in Deutschland mittlerweile mehr und mehr auf dem Vormarsch ist, gehe ich auf lange Sicht nicht davon aus, dass dadurch der Serverschrank bei mittelständischen Unternehmen komplett abgelöst wird.

ITM: Welche Auswirkungen hat das Support-Ende für Microsoft Windows Server 2003 auf mittelständische Anwender?
Zimmermann:
Aktuell wirkt sich das Supportende meines Erachtens noch kaum auf mittelständische Anwender aus: 80 Prozent der Unternehmen lassen ihre Microsoft Windows Server 2003 einfach weiterlaufen – ungeachtet der Tatsache, dass der Hersteller nach dem 14.07.2015 keine Updates, Hotfixe oder Security-Patches mehr bereitstellt. Dass sie damit ein erhebliches Risiko eingehen, steht aber außer Frage.

ITM: Welche Servertypen eignen sich für Virtualisierungszwecke?
Zimmermann:
Alle Server mit hohem Speicherausbau und ausreichend Netzwerk-Leistung sind für Virtualisierungszwecke geeignet.

ITM: Wann ist der Einsatz eines Blade-Servers ratsam und profitabel?
Zimmermann:
Allen Unternehmen, die einen Bedarf von mindestens zehn Systemen, aber wenig Platz haben, rate ich, auf Blade-Server zurückzugreifen.

ITM: Welche Aspekte müssen IT-Verantwortliche beim Umstieg auf Blade-Server beachten?
Zimmermann:
Wärmelast und Stromaufnahme sind bei Blade-Servern deutlich höher – und das auf sehr geringem Raum.

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