Defizite bei der Gefahrenabwehr

Standards für die Sicherheit

Resultate des WISKOS-Forschungsprojektes sollen starke Defizite bei der Unternehmenssicherheit von kleineren und mittleren Unternehmen zeigen.

Ein stilisiertes Sicherheitsschloss

Die Anzahl der Angriffe und die mangelnde Präventionsstrategien würden zu massiven Schäden für die deutsche Wirtschaft und die betroffenen Unternehmen selbst führen.

Alarmierende Zahlen, die das Wissenschaftler-Team des WISKOS-Forschungsprojektes, u.a. mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (Freiburg) und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (Karlsruhe), ermittelt haben will: Jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland wäre schon einmal von Wirtschaftsspionage oder Konkurrenzausspähung betroffen. Täter seien zumeist ausländische Staaten oder konkurrierende Unternehmen. Zwanzig Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen würden keine Strategien zur Entdeckung oder zur Abwehr von Angriffen haben, so der Befund. Darüber hinaus berichte jedes zweite Unternehmen über einen Verdacht auf einen Angriffsversuch. „Diese Kennzahlen beziehen sich nur auf die befragten Unternehmen, daher dürfte die Dunkelziffer für Vorfälle noch weitaus höher liegen“, so Volker Wagner, Vorstandsvorsitzender des ASW Bundesverbandes.

Die Anzahl der Angriffe und die mangelnde Präventionsstrategien würden zu massiven Schäden für die deutsche Wirtschaft und die betroffenen Unternehmen selbst führen. Die Resultate des Forschungsprojektes zeigten, das alle Branchen und Unternehmensgrößen betroffen seien. Aktuell existierende Strategien müssten daher angepasst werden oder bei einigen Unternehmen sogar erst ausgearbeitet und implementiert werden. „Neben den ISI Leitfäden für Unternehmen und Institutionen, die im Rahmen des WISKOS-Projektes entstanden sind, bietet der ASW Bundesverband ebenfalls praxisnahe Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen”, wie Wagner ergänzt. „Das kostenfreie und frei verfügbare Handbuch für Wirtschaftsgrundschutz, welches zusammen mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und HiSolutions ausgearbeitet wurde, bietet gute und gewünschte Standards für die Unternehmenssicherheit, die sowohl von kleineren als auch mittleren Unternehmen implementiert werden können.“

Die zahlreichen Bausteine wie etwa Schulung und Sensibilisierung, Notfallmanagement, Krisenmanagement, Umgang mit Wirtschaftskriminalität u.v.m. geben praxisnahe Anleitungen und Einführungen in die komplexen Themengebiete. Zusätzlich gibt es durch die Initiative Wirtschaftsschutz eine Gemeinschaft und eine Plattform zum Austausch, wo Sicherheitsbehörden gemeinsam mit den Wirtschafts- und Sicherheitsverbänden über vielschichtige Gefahren für die deutsche Wirtschaft informieren.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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