MES-System: Interview mit Sabine Dörr, Tisoware

Standortübergreifende MES-Nutzung schafft Transparenz

Sabine Dörr, Geschäftsführende Gesellschafterin von Tisoware, berichtet im Interview, warum Mittelständler auf ein Manufacturing Execution System vertrauen sollten, um mit den Technologiefortschritten im Rahmen von „Industrie 4.0“ mithalten zu können

Sabine Dörr, Geschäftsführende Gesellschafterin von Tisoware

ITM: Frau Dörr, welche Rolle spielt ein MES Ihrer Meinung nach bei der Entwicklung von „Industrie 4.0“?
Sabine Dörr:
Globalisierung und ein rasanter Technologiefortschritt sind die Trends unserer Zeit. Um hier einen Vorsprung im Markt zu gewinnen und zu halten, müssen Unternehmen jederzeit entscheidungs- und handlungsfähig bleiben. Ein intelligentes Manufacturing Execution System (MES) liefert hierzu für die Ressourcenplanung (ERP) von Unternehmen wertvolle Echtzeitdaten und Informationen aus der Produktion sowie den damit verbundenen Prozessen auf dem Weg zu Industrie 4.0.

ITM: Welche Funktionen sollten in einem MES vorhanden sein?
Dörr:
Unseres Erachtens sollten Module für Maschinen- und Betriebsdatenerfassung mit Feinplanung, Personaleinsatzplanung, OEE-Kennzahlen usw. genutzt werden, um für Management und Mitarbeiter ein Plus an Qualität, Transparenz und Effizienz rund um Produktion und Auftragsabwicklung im Unternehmen zu schaffen.

ITM: Lässt sich ein MES als eigenständiges System oder als eine Erweiterung eines bestehenden ERP-Systems betrachten?
Dörr:
Ein intelligentes Manufacturing Execution System (MES) liefert hierzu für die Ressourcenplanung (ERP) von Unternehmen wertvolle Echtzeitdaten und Informationen aus der Produktion sowie den damit verbundenen Prozessen auf dem Weg zu Industrie 4.0. Unsere MES-Lösung kann auch als eigenständiges System genutzt werden.
 
ITM: Für wen ist ein MES überhaupt notwendig bzw. gewinnbringend?
Dörr:
Für Industrieunternehmen aller Branchen und Größenordnungen.

ITM: Ist ein Produktionsbetrieb mit einem reinen betriebswirtschaftlichen System überhaupt noch möglich?
Dörr:
Grundlage für einen erfolgreichen Produktionsbetrieb sind die Erfahrung der Verantwortlichen inklusive softwaregestützter MES-Werkzeuge und betriebswirtschaftliche Kennzahlen. So ergibt sich eine optimale Gesamtlösung.

ITM: Welche Schnittstellen sind notwendig, um ein MES an ein ERP- und andere Systeme anzubinden?
Dörr:
In der Praxis werden beispielsweise Maschinen-, Auftrags-, Qualitäts-, Prozess- und Mitarbeiterdaten vom MES-System mit ERP- und anderen Systemen ausgetauscht.

ITM: Inwieweit kann sich ein MES an die zunehmende Nutzung mobiler Geräte anpassen?
Dörr:
Die Nutzung von mobilen Endgeräten ist im MES-Umfeld bereits Realität, Fertigungsdaten werden in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

ITM: Klassische MES sind darauf ausgelegt innerhalb eines lokalen Netzwerks einer Fertigung zu laufen, immer häufiger müssen Daten standortübergreifend ausgetauscht werden, wie lässt sich dies realisieren?
Dörr:
Bei Konzernkunden oder Kunden mit mehreren Fertigungswerken ist eine standortübergreifende MES-Nutzung zur Steigerung von Effizienz und Transparenz heute schon gegeben.  


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